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Unser Geld- und Wirtschaftssystem hat einen Konstruktionsfehler – Teil 1

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Dienstag, 13. Januar 2009

Die anhaltende Finanz- und Weltwirtschaftskrise hat mich veranlasst, mich eingehender mit dem Thema Geld zu befassen. Es ist schon erstaunlich, wie viel über die Symptome der “Geldkrankheit” geschrieben und gesprochen wird, nicht aber über deren wirklichen Ursachen, die systemimmanent (d.h. im System selber begründet) sind. Bereits während meinen Studienjahren hatte ich das Gefühl, dass meine Wirtschaftsdozenten nicht wirklich verstanden haben, was sie uns Ingenieur-Studenten erzählten. Heute weiss ich, dass es so ist, und anscheinend sind Ökonomen die wohl miesesten Mathematiker und Systemarchitekten auf Gottes Erden – mit einigen wenigen Ausnahmen, von denen die grosse Mehrheit jedoch keine Kenntnis nehmen will. Da soll mir doch solch ein Geldwirtschafter noch einmal über schlecht funktionierende IT-Systeme fluchen, wenn er selber nicht einmal die wesentlich einfacheren Zusammenhänge des Geldsystems und seiner Auswirkungen versteht!

Auf meine langjährige Frage, wozu wir denn eigenltich ein ständiges Wirtschaftswachstum brauchen, bekam ich als Student und auch später nie eine nur annähernd befriedigende Antwort. In den letzten Monaten habe ich diese nun gefunden. Was ich auf meinem Pfad der Erkenntnis gewahr wurde, habe ich versucht, in diesem Beitrag verständlich zusammenzufassen: ökonomisch, mathematisch, philosophisch, psychologisch und sozialpolitisch. Es geht mir dabei nicht darum, jemanden anzuschwärzen oder zu verurteilen. Vielmehr möchte ich zum allgemeinen Verständnis beitragen und für eines der grundlegendsten Probleme unserer Zeit und ihre Ursachen sensibilisieren, denn ohne eine breite öffentliche Diskussion lässt sich das Problem nicht lösen. Aber Achtung: die Lektüre dieser Beitragsreihe (Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4, Teil 5) kann das Weltbild des geneigten Lesers grundlegend und nachhaltig verändern!

Intuitiv wusste ich es eigentlich schon lange

Da war einerseits der Energieerhaltungssatz (Die Gesamtenergie in einem geschlossenen System ist konstant und ändert sich genau um den Betrag, der ihm an Energie zu- oder abgeführt wird) und andererseits das exponentielle Wirtschaftswachstum (Exponentialfunktion: f(t)=a·bc·t) und ich brachte beides einfach nicht unter einen Hut. Kein System kann unendlich in den Himmel wachsen, ohne irgendwann einmal zu kollabieren. Der Turmbau zu Babel ist das älteste überlieferte, mir bekannte Beispiel eines derartigen, in den Himmel wachsenden Systems, das eingestürzt ist, auch wenn die Geschichte wohl eher als Metapher für die Überheblichkeit des Menschen Gott gegenüber zu verstehen ist. In Babel waren Arroganz und Grössenwahn die Wurzel allen Übels und wurden von Gott bestraft. Diese Bestrafung kann als Naturgesetz betrachtet werden und Naturgesetze lassen sich nicht austricksen sondern höchstens nutzen, sofern man sie versteht. Irgendwie klingt das ja auch logisch. Aber trotzdem halten wir unbeirrt an einem exponentiellen, unbegrenzten Wirtschaftswachstum fest. Wir fordern dieses sogar, denn angeblich soll Stillstand Rückschritt sein. Also darf es keine Wirtschaft geben, die nicht ständig wächst. Aber wohin und wozu ständig wachsen? Und welche Berechtigung hat die allgemein akzeptierte Forderung des Kapitalismus, dass jedes Kapital Zinsen abwerfen muss, um rentabel zu sein?

Ein exponentielles, unendliches Wachstum ist pathologisch. Nur Krebszellen wuchern exponentiell und ungebremst, bis sie den Körper ihres Wirts umbringen und sich dadurch ihrer eigenen Lebensgrundlage berauben. Jedes normale Wachstum ist endlich und begrenzt. Im Marketing kennen wir diese Grenze eigentlich sehr wohl und sprechen von Sättigung eines Marktes, wenn kein Wachstum mehr möglich ist. Dann setzt der Verdrängungskampf ein und Kampf heisst Krieg. Diesen Wirtschaftkrieg mögen manche auch als Wettbewerb schön reden – vor allem, wenn man ihm auch noch das Attribut “sportlich” anhängt, weil Sport angeblich gesund sein soll. Aber zuerst mal alles schön der Reihe nach.

Was ist Geld?

Manchmal möchte man meinen, unser Leben drehe sich nur um das Geld. Täglich benutzen wir es und glauben, es zu verstehen, aber klar definieren können es die meisten trotzdem nicht. Um das Geldsystem verstehen zu können, wollen wir uns zuerst einmal mit den Grundlagen vertraut machen. Was ist Geld, wie entsteht es und wie wird es in Umlauf gebracht? Auf diese Frage können nicht einmal die meisten Ökonomen eine befriedigende Antwort liefern. Nur selten bekommt man auf diese Frage von einem Ökonomen mehr zur Antwort, als in den Schulbüchern steht, und diese sind leider unvollständig. Da halbe Wahrheiten jedoch bekanntermassen Lügen darstellen, muss ich die Schulbücher mehrheitlich der Verbreitung von Lügen bezichtigen. Aber zum Glück gibt es auch noch andere Bücher und Quellen, in denen man die ganze Wahrheit über das Geld nachlesen kann.

Grundsätzlich sollte Geld folgende Funktionen erfüllen:

  1. Wert- bzw. Preismassstab
  2. Wertaufbewahrungsmittel
  3. Tauschmittel bzw. Transaktionsmedium

Unser heutiges Geldsystem erfüllt alle drei Anforderungen mittlerweile nur höchst ungenügend. Wer dies noch nicht erkannt hat, ist offensichtlich der allgemeinen Geldillusion erlegen. Dafür muss man sich nicht unbedingt schämen – vor allem, wenn man das Geldsystem noch nie studiert hat, denn schliesslich befindet man sich dabei in bester Gesellschaft und gehört zur grossen Mehrheit der Getäuschten, zu der auch ich mich lange zählen durfte. Aber nun wäre es für uns alle endlich an der Zeit, aus diesem Traum aufzuwachen und der Realität ins Auge zu blicken.

Geld entsteht durch Verschuldung

Für die Geldschöpfung, d.h. die Generierung von Geld, hat die National- beziehungsweise Zentral- oder Währungsbank das Monopol für die jeweilige Währung. Sie verleiht den Geschäftsbanken Geld gegen notenbankfähige Sicherheiten (z.B. Gold oder Aktien) und verlangt dafür einen Zins. Mit diesem Geld vergeben die Banken wiederum Kredite an ihre Kunden. Dabei generieren sie Geld, ohne jedoch dieses ihrerseits vollständig durch einen realen Gegenwert zu decken. Bankkredite müssen von der Banken nur zu 10 Prozent mit Geld gedeckt sein – so will es das Gesetz. Für jeden Franken, den sie sich bei der Währungsbank leihen oder der ihnen von ihren Kunden anvertraut wird, dürfen sie zehn Franken an Krediten vergeben, weil man davon ausgeht, dass nie alle Gläubiger ihr Geld von der Bank auf einmal zurückverlangen.

Nur wer bereits Eigentum besitzt, kann es sich leisten, einen Kredit aufzunehmen. Auch wenn der Kredit durch Sicherheiten gedeckt ist, verbleiben diese in der Regel im Besitz des Eigentümers, der daraus seinen Nutzen ziehen kann, aber dennoch in den Genuss der Liquidität kommt. Das Geld entsteht bei der Kreditvergabe durch die Banken zu 90 Prozent auf Vorschuss, d.h. der Gegenwert dafür muss zuerst erarbeitet werden. Die Banken verleihen mehr Geld als sie selber besitzen und verlangen aber trotzdem den Zins für den vollen Kreditbetrag! Das Geld für die Tilgung des Kredites und die Bezahlung der Zinsen wird wiederum durch andere Kredite generiert und über den Lohn für Arbeit oder durch Geschäftstätigkeiten jedwelcher Art umverteilt, bis es beim Schuldner des ersteren Kredites ankommt.

Das ganze Kredit-Spiel funktioniert aber nur, solange sich alle Teilnehmer an die “Spielregel” halten und ihr Geld nicht von den Banken gleichzeitig wieder abziehen, was nicht mehr als eine unverbindliche statistische Annahme darstellt. Wenn sich die Banksparer nicht daran halten und zuviele gleichzeitig ihre Einlagen abheben, spricht man von einem “Bank Run“. Die Folge davon ist der “Bankrott“. Aufgrund der Wahrscheinlichkeitsrechnung ist es daher nur eine Frage der Zeit, bis dieser Fall eintritt, denn auszuschliessen ist er nie – vor allem wenn in Zeiten von Krisen das Vertrauen in eine Bank dahinschmilzt. Nach Murphys Gesetz geschehen Dinge nicht, weil sie geschehen müssen, sondern weil die geschehen können. Und irgendwann geschehen sie einfach, auch wenn man es nicht erwartet.

Der Zins erzwingt exponentielles Wachstum

Das Geld für die Zinsen beschafft sich der Schuldner durch Gewinne aus seiner Geschäftstätigkeit oder durch Arbeit. Dabei wird Geld unter den Marktteilnehmern umverteilt. Und nun kommt der Energieerhaltungssatz ins Spiel. Damit jemand Geld für die Tilgung seiner Zinsschuld abzweigen kann, ohne dabei ärmer zu werden, muss er dieses Geld zwangsläufig einem anderen wegnehmen. Wer es schafft, bei der ganzen Geldumverteilung einen genügend grossen Geldüberschuss zu erwirtschaften und zusammenzusparen, kann vom Zins seiner an andere gewährten Kredite beziehungsweise von seiner getätigten Einlage bei einer Bank (die daraus wiederum Kredite generiert) leben, ohne selber für seinen Lebensunterhalt arbeiten zu müssen. Über den Zins wird das Geld von Arm nach Reich umverteilt, das heisst Arme werden noch ärmer, während Reich immer reicher werden.

Die Geldschöpfung durch Verschuldung allein wäre kein Problem, sofern das Geld voll durch einen realen Gegenwert gedeckt und wenn da bloss nicht der Zins und Zinseszins wäre, der aus einer Gleichung eine Ungleichung macht und ein exponentielles Wirtschaftswachstum verlangt, um die Zinsspirale zu befriedigen, denn die Zinseszinsfunktion (Kreditbetrag · (1+Zinssatz)Laufzeit) ist eine Exponentialfunktion. Das grundlegende Problem ist, dass der Zins mit dem generierten Geld selber oder über einen anderen Kredit bezahlt werden muss. Der Zins ist aber in der Geldmenge gar nicht enthalten, aus der er bezahlt werden soll, und kann nur über eine weitere Verschuldung zwecks Geldschöpfung und der damit verbundenen Ausweitung der Geldmenge befriedigt werden, d.h. die Zinsen für einen Kredit müssen aus weiteren Krediten bezahlt werden, deren Zurückzahlung weiter in der Zukunft liegt.

Da der Zinseszins eine Exponentialfunktion ist, hat dies ein exponentielles Wachstum der Geldmenge und der damit verbundenen Verschuldung zur Folge. Dadurch wird der Zeitpunkt schnell erreicht, an dem mehr Geld benötigt wird als belehnbares Realkapital in Form von Sachwerten zur Verfügung steht, auch wenn wir wie wild Raubbau an den natürlichen Ressourcen dieses Planeten betreiben. Der exponentielle Wachstumszwang ist somit im Zinssystem begründet. Der Zins treibt uns dabei in die Schuldenspirale, die sich dreht, bis sie sich durch ihre Rotation selber pulverisiert. Es riecht bereits sehr staubig und nach Staatsbankrott.

Konsequenzen des Zinses

Der Zins diktiert das Wirtschaftswachstum, das zwangsläufig ebenfalls gleich rasch exponential wie die Zinseszinskurve verlaufen muss. Damit der ganze Schwindel nicht so rasch auffällt, wird das Wirtschaftswachstum nicht in absoluten Zahlen sondern in Prozent zum Vorjahr (d.h. in der Zins-Notation) angegeben. So erweckt ein Wirtschaftswachstum mit gleich bleibendem Prozentsatz den Anschein von Konstanz. Ich habe berufsbedingt wahrscheinlich schon mehr Statistiken und Berichte beschönigt als die meisten je gesehen haben und bin daher mit solchen Taschenspielertricks bestens vertraut. Wie auf dem Bau heisst auch hier das Motto: “Was nicht passt, wird passend gemacht”. Zahlen in die passende Darstellung zu bringen, ist eine rein mathematische und darstellungstechnische Fleissübung.

Die zinsbedingte Umverteilung des Einkommens durch Arbeit von Arm zu Reich führt zwangsläufig zur Verarmung der arbeitenden Bevölkerung. Dieses Phänomen kennen wir unter dem Begriff “working poors”. Sprüche wie “die müssten sich nur etwas mehr anstrengen” wirken da wie blanker Hohn. Jede Investition muss sich mit ihrer Rendite an den aktuellen Zinsen messen und wird nur getätigt, wenn der erwartete Gewinn wesentlich höher liegt. Darunter leiden soziale und ökologische Projekte, deren Nutzen nicht direkt monetär quantifizierbar ist. Sobald eine Investition nicht mehr genügend Rendite abwirft, wird sie liquidiert, wobei in der Regel die meisten Arbeitsplätze, die daran geknüpft sind, obsolet und abgebaut werden. Dadurch wird der Kampf ums Geld noch härter und für viele zu einem aussichtslosen Unterfangen.

Illusion der Geldmengensteuerung

Die Währungsbanken glauben oder behaupten zumindest, die Geldmenge über den Leitzinssatz (d.h. den Zins der Geschäftsbanken für die Geldausgabe) steuern zu können. Diese Zinskosten für das Geld verrechnen die Banken ihren Kunden weiter, d.h. das Zinsniveau steigt insgesamt einschliesslich der Zinsen für die Bankeinlagen der Sparer. Höhere Zinsen machen die Hortung attraktiv, wodurch Geld dem Kreislauf entzogen wird und nur zu erhöhten Kosten (durch den Zins) wieder in Umlauf kommt. Tiefe Zinsen bewirken das Gegenteil, was zu mehr Investitionen, mehr Krediten und mehr Konsum führt. Konsum führt zu Geldumlauf und je grösser der Konsum, desto höher die Geldumlaufgeschwindigkeit. Je grösser die gewährte Kreditmenge und die Geldumlaufgeschwindigkeit sind, desto grösser ist die real verfügbare Geldmenge.

Die Währungsbank avisiert ein jährliches Wirtschaftwachstum von 2 Prozent bei gleichzeitiger Beschränkung der Inflation auf höchstens 2 Prozent. Ein Wirtschaftswachstum von jährlich 2 Prozent wird gerade noch als konjunkturkonform betrachtet. Ein geringeres Wachstum wird als Rezession bezeichnet. Die Inflation entspricht der Ausweitung der Geldmenge, die nicht kleiner sein darf als die Schuldzinsen für die Geldmenge, d.h. die von der Währungsbank herausgegebenen Noten plus die von den Geschäftsbanken gewährten Kredite. Diese Rechnung geht aber irgendwann einmal nicht mehr auf. Die Wirtschaft kann unmöglich unendlich jedes Jahr um 2 Prozent wachsen. Der Zins verlangt aber gleichzeit mehr als nur 2 Prozent Geldmengenerhöhung mit entsprechendem Wirtschaftwachstum. Diesen Spagat hält das Wirtschaftssystem jedoch nicht aus.

Der Zins verunmöglicht ausserdem, dass die Geldmenge jemals reduziert oder geschweige denn durch vollständige Rückzahlung der Schulden ganz wieder aufgelöst werden kann. Ein solches System, das nur wachsen kann, kann auf die Dauer nicht funktionieren, da es nicht kontrollierbar ist. Die Geldmenge ist wie ein ferngesteuertes Billigspielzeugauto, das nur nach rechts oder geradeaus fahren kann aber nie nach links. Dass Währungsbanken die Geldmenge gezielt beeinflussen und kontrollieren können, ist daher eine Illusion. In dem Fall kann auch der Glaube daran keine Berge versetzen.

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7 Kommentare

  1. Kommentar von gis SWITZERLAND
    Dienstag, 13. Januar 2009 @ 12:15

    Das Hauptproblem der Ökonomie (VWL/Makroökonomie) ist m.E. nicht, dass sie schlecht rechnen kann. Vielmehr ist das Problem doch folgendes: Es wird versucht, ein komplexes Wirtschaftssystem mit Transaktionskosten, unvollständigen Informationen, einer komplexen Kapitalstruktur und dynamischen Preisen unter Ausschluss der meisten Variablen mit Modellen zu erklären und – noch schlimmer – daraus Handlungsanleitungen abzuleiten.

    Das Hauptübel in unserem aktuellen System (fiat money) ist nicht unbedingt der Zins, sondern die von Dir beschriebene Generierung von Geld durch die Geschäftsbanken. Schlussendlich laufen alle Übel darauf zurück, dass Geld heute kein Warengeld mehr ist.

    Ausweg? Abschaffung des staatlichen Geldmonopols. Ich bin mir sicher, in einem freien Geldmarkt würden sich parallel und komplementär zueinander bessere Geldsysteme bilden und durchsetzen (OpenMoney, Regiogeld ohne und mit Umlaufsicherung, Terra, Mutual Credit etc. pp.)

  2. Kommentar von LD SWITZERLAND
    Dienstag, 13. Januar 2009 @ 15:46

    Die meisten Ökonomen beschäftigen sich in erster Linie oder sogar ausschliesslich nur mit den Mechanismen der Geldumverteilung, die sie (wie Du richtig sagst) mit zu sehr vereinfachten Modellen zu erklären versuchen. Besonders das Geschäft mit Finanzderivaten hat zu einer Komplexität geführt, die niemand mehr im Griff hat. Diese hat aber lediglich eine verstärkende und beschleunigende Wirkung auf die grundlegenden Fehler im Design des Geldsystems.

    In meiner ersten 3-teiligen Beitragsserie möchte ich zuerst einmal eine Analyse der grundlegenden pathologischen Mechanismen des Geldsystems machen. Ein Lösungsframework werde ich eventuell etwas später aufzeigen. Die Abschaffung des staatlichen Geldmonopols und die Einführung eines freien Geldmarktes mit verschiedenen Komplementärwährungen sind sicher wesentliche Elemente davon. Weitere Punkte wären ein Zinsverbot, das Verbot von Derivatgeschäften, eine Boden- und Steuerreform, etc. … aber dazu vielleicht ein bisschen später.

  3. Kommentar von Jupp GERMANY
    Freitag, 23. Januar 2009 @ 14:25

    Ich habe zwar gesehen, dass noch zwei weitere Teile zu diesem Beitrag vorhanden sind, aber ich bin mit diesem schon echt baff. Ich weiß auch nicht, ich hätte nicht gedacht, dass es wirklich so schlimm ist. Ich wusste zwar einen kleinen Teil von dem, was sie hier schreiben, aber bei Weitem nicht alles. Ich muss meine Komplimente aussprechen, denn es ist ein sehr guter Beitrag und wenn ich mich wieder gefangen habe, werde ich auch die anderen Beiden noch lesen. Ich wollte nur meine Komplimente vorab schon mal aussprechen.

  4. Kommentar von Stefan GERMANY
    Freitag, 13. Februar 2009 @ 02:40

    Schön, diese Phänomene mal auf so kleinen Raum zusamengefasst zu sehen.
    Das sollte man allen Politikern mal vorlegen und sie fragen, ob sie das
    a) nicht gewusst
    oder
    b) bewusst verschweigen haben.
    Im Fall a) wären sie blöd (entschuldigung), im Fall b) wäre es ungeheuerlich.,,

  5. Kommentar von LD SWITZERLAND
    Freitag, 13. Februar 2009 @ 07:32

    Ich hatte letztes Jahr mal kurzen Email-Kontakt mit Botschafter Alexander Karrer, Leiter Internationale Finanzfragen und Währungspolitik IF+W bzw. mit seiner Assistentin bei der EFV. Von ihr bekamm ich am 17.12.2008 folgende Antwort:

    Sehr geehrter Herr Dobszay

    Ich danke Ihnen für Ihre Mail vom 22. Oktober 2008, in welchem Sie Ihre Ansichten und Einsichten zur Finanzkrise beigelegt haben. Gerne haben wir das Dokument an die zuständige Stelle im Eidg. Finanzdepartement weitergeleitet. Seither ist bereits geraume Zeit vergangen, und auf den Finanzmärkten ist einiges in Bewegung geraten. Um die Stützungspakete der einzelnen betroffenen Länder wirkungsvoll zu koordinieren, beschlossen die Finanzminister und Notenbankchefs der sieben führenden Industriestaaten am 10. Oktober 2008 einen Aktionsplan gegen die Krise. Es hat sich gezeigt, dass nur ein international koordiniertes Vorgehen die globalen Finanzmärkte stabilisieren und die Weltwirtschaft stützen kann. Gleichwohl dürfen die nationalen Eigenheiten der einzelnen Länder nicht ausser Acht gelassen werden.

    Das Massnahmenpaket zur Stabilisierung des Schweizer Finanzsystems unterscheidet sich in der Tat von Stabilisierungspaketen anderer Länder. Antworten auf Ihre Fragen dazu gibt Ihnen das im Dezember 2008 erschienene Sonderheft „Die Volkswirtschaft“ zur Finanzkrise. „Die Volkswirtschaft“ ist eine monatliche Zeitschrift, die vom Eidgenössischen Volkswirtschaftsdepartement EVD und dem Staatsekretariat für Wirtschaft SECO herausgegeben wird. Mit dem beigefügten Link haben Sie die Möglichkeit, die Sie interessierenden Artikel zu lesen: http://dievolkswirtschaft.ch/de/current-edition/toc/index.html.

    Wir hoffen, dass Ihnen diese von Nutzen sind.

    Freundliche Grüsse
    Eidgenössische Finanzverwaltung EFV

    Alexander Karrer
    Botschafter
    Leiter Internationale Finanzfragen und Währungspolitik IF+W

    Auf meine letzte Email vom 17.01.2009 habe ich aber noch keine Antwort bekommen. Die Krise wird wahrscheinlich wie üblich ausgeschwiegen.

  6. Kommentar von Kreditzinsberechnung AUSTRIA
    Freitag, 20. Februar 2009 @ 22:11

    Sehr interessanter Beitrag! Wenn ich mir allein das neue Konjunkturpaket anschaue, dann kriege ich das blanke Grauen. Es ist unglaublich, was jetzt für Maßnahmen gezogen werden. Hier finde ich, dass die USA deutlich vorbildhafter handeln (und das, obwohl dort sehr wohl einiges mehr im Argen ist). Es auf einen Konstruktionsfehler zu beziehen, finde ich sehr interessant und warte auf Teil 2 (oder suche nach ihm, muss gleich mal schauen).

  7. Kommentar von LD SWITZERLAND
    Freitag, 20. Februar 2009 @ 23:54

    Eine Übersicht zu allen Beiträgen zu Geldsystem und Finanzwirtschaft findet sich unter http://www.dobszay.ch/aktuelle-themen/geldsystem-und-finanzwirtschaft/

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