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	<title>DOBSZAYs Ansichten und Einsichten &#187; Cookies</title>
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	<description>Gedanken und Kommentare zum Zeitgeschehen in der Informationsgesellschaft - Hintergrundinformationen und Kausalzusammenhänge aus einer ganzheitlichen und interdisziplinären Sicht: technisch, gesellschaftlich, ethisch, wirtschaftlich und rechtlich</description>
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		<title>Gesch&#228;ftsmodell von Google &amp; Co. ist bedroht</title>
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		<pubDate>Thu, 06 Mar 2008 06:54:37 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Als Suchmaschine liegt es in der Natur von Google, Daten von Websites zu sammeln und auszuwerten. Mindestens so interessant f&#252;r die Anbieter von Diensten und Inhalten sind aber auch die Daten der Nutzer. Neben Google speichern auch die Konkurrenten wie Yahoo! oder Microsoft und die Internet-Gr&#246;ssen Amazon, Ebay, Apple und Skype die pers&#246;nlichen Daten und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="/images/twister.gif" alt="Ein gewaltiger Sturm zieht auf" align="left" height="91" width="118" />Als Suchmaschine liegt es in der Natur von Google, Daten von Websites zu sammeln und auszuwerten. Mindestens so interessant f&#252;r die Anbieter von Diensten und Inhalten sind aber auch die Daten der Nutzer. Neben Google speichern auch die Konkurrenten wie Yahoo! oder Microsoft und die Internet-Gr&#246;ssen Amazon, Ebay, Apple und Skype die pers&#246;nlichen Daten und das Nutzungsverhalten der Besucher ihrer Portale, Kommunikationsdienste und Suchmaschinen, um sie gezielt mit Werbeanzeigen &#8220;bedienen&#8221; zu k&#246;nnen. &#8220;Behavioral Targeting&#8221; nennen es die einen, &#8220;Stalking&#8221; nennen es andere.</p>
<p>Die Rechtsprechung in Deutschland &#252;bernimmt in j&#252;ngster Zeit eine f&#252;hrende Rolle in Sachen Datenschutz innerhalb der EU. Nach den Grundrechten auf &#8220;informationelle Selbstbestimmung&#8221; und eine &#8220;digitale Privatsph&#228;re&#8221; k&#246;nnten durch ein Verbot, die IP-Adresse von Benutzern zu speichern, die f&#252;hrenden Web-Gr&#246;ssen schon bald vom Thron gest&#252;rzt und die Informatinonsgesellschaft ganz ordentlich aufgemischt werden. Die ersten Gerichtsurteile dazu sind schon ergangen.</p>
<p><span id="more-328"></span></p>
<h3>Google im Kreuzfeuer der Kritik</h3>
<p>Google beschr&#228;nkt sich nicht auf die Auswertung von Inhalten auf Websites, sondern sammelt auch fleissig Daten &#252;ber seine Nutzer, um ihnen &#8220;einen besseren Dienst&#8221; zu bieten. Jeder vom Nutzer eingegebene Suchbegriff wird zusammen mit der IP-Adresse seines Computers gespeichert. Es gibt keine Option, die gesammelten Daten gezielt zu l&#246;schen und der Konzern gibt keine Ausk&#252;nfte dar&#252;ber, was und wie lange gespeichert wird. Google verspricht, die Daten &#8220;vertraulich&#8221; zu behandeln, und behauptet (unter dem Druck der wachsenden Kritik), die bei einer Suche gewonnenen Daten nach 18 bis 24 Monaten zu l&#246;schen. Seine Unschuld bringt Google mit dem selbst auferlegten Motto &#8220;don&#8217;t be evil&#8221; zum Ausdruck. Alles Augenwischerei, sagen die Kritiker. Nicht umsonst wird der Suchriese immer wieder als &#8220;Datenkrake&#8221; bezeichnet.</p>
<p>In einem <a href="http://www.dobszay.ch/wordpress/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL3d3dy5wcml2YWN5aW50ZXJuYXRpb25hbC5vcmcvaXNzdWVzL2ludGVybmV0L2ludGVyaW1yYW5raW5ncy5wZGY=" target=\"_blank\">Bericht</a> von Juni 2007 hat die Datensch&#252;tzergruppe der Menschenrechtsorganisation <a href="http://www.dobszay.ch/wordpress/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL3d3dy5wcml2YWN5aW50ZXJuYXRpb25hbC5vcmc=" target=\"_blank\">Privacy International</a> die Datensammelwut von Google <a href="http://www.dobszay.ch/wordpress/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL3d3dy5nb2xlbS5kZS8wNzA2LzUyNzkwLmh0bWw=" target=\"_blank\">scharf kritisiert</a> und als &#8220;datenschutzfeindlich&#8221; eingestuft aufgrund &#8220;umfassender &#220;berwachung von Konsumenten und tiefer Abneigung gegen&#252;ber Privatsph&#228;re&#8221;. Von 23 untersuchten Firmen landete Google auf dem letzten Platz. Niemand &#8211; nicht einmal Microsoft &#8211; sammelt soviele Daten &#252;ber seine Benutzer wie Google. Auch die EU-Datensch&#252;tzer, die so genannte &#8220;Artikel 29 Gruppe&#8221; unabh&#228;ngiger Experten aus der EU, deren Vorsitzender der deutsche Datenschutzbeauftragte Peter Schaar ist, kritisieren das Sammeln und den Umgang Googles von personenbezogenen Daten. Auch im Zusammenhang mit der &#220;bernahme des Online-Anzeigen-Unternehmens Doubleclick durch Google wurde von verschiedenen Seiten Kritik ge&#228;ussert, nicht nur aus datenschutzrechtlicher sondern auch aus kartellrechtlicher Sicht.</p>
<p>Im Gegenzug bezeichnet Google das neue Gesetz der deutschen Bundesregierung zur Vorratsdatenspeicherung und Internet-&#220;berwachung als &#8220;schwerwiegenden Schlag gegen die Privatsph&#228;re&#8221; und erw&#228;gte schon mal, Google Mail in Deutschland abzuschalten. Wieso sollte die Bundesregierung nicht mindestens soviel Recht auf &#220;berwachung der B&#252;rger haben wie Google zur &#220;berwachung ihrer Nutzer zu haben glaubt? Um die Wogen zu d&#228;mpfen und die Gemeinde zu beschwichtigen, f&#252;hrt der Suchriese vordergr&#252;ndig einen &#8220;konstruktiven Dialog&#8221; mit den Datensch&#252;tzern. Auf den Umgang mit pers&#246;nlichen Nutzerdaten hat dies aber bisher noch keinen nennenswerten Einfluss gehabt.</p>
<p>&#8220;Google ist gef&#228;hrlich&#8221; urteilte ein Ende 2007 erschienener <a href="http://www.dobszay.ch/wordpress/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL3d3dy5paWNtLnR1Z3Jhei5hdC9paWNtX3BhcGVycy9kYW5nZXJzX2dvb2dsZS5wZGY=" target=\"_blank\">Forschungsbericht</a> unter der Leitung von Hermann Maurer, Informatikprofessor an der TU Graz, der Arbeiten von sechs Wissenschaftlern aus Deutschland und &#214;sterreich zur Macht des Suchmaschinen-Giganten zusammenfasst und die Probleme analysiert, welche die &#8220;Googlisierung&#8221; der Gesellschaft mit sich bringt. Die Verfasser kommen zum Schluss und zur Empfehlung, dass Google einer staatlichen Regulierung <a href="http://www.dobszay.ch/wordpress/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL3d3dy5oZWlzZS5kZS9uZXdzdGlja2VyL21lbGR1bmcvMTAyNDQzLw==" target=\"_blank\">unterstellt werden sollte</a>, um die universelle Informationsmacht des Quasimonopolisten nicht ausufern zu lassen. Maurer denkt sogar an eine Trennung der Suchmaschine von den anderen Aktivit&#228;ten des Google-Imperiums. Das ist aber insofern gar nicht machbar, da Google mit den anderen Gesch&#228;ftsbereichen (noch) gar kein Geld verdient.</p>
<h3>Ich nicht, die anderen auch</h3>
<p>Auf die Datenschutzproblematik angesprochen entgegnen viele Unternehmen, die Nutzungsdaten &#252;ber ihre Kunden sammeln, dass schliesslich viele Zeitgenossen noch viel mehr pers&#246;nliche Informationen &#252;ber sich freiwillig auf sozialen Vernetzungsplattformen wie Xing, StudiVZ, MySpace oder Facebook <a href="http://www.dobszay.ch/wordpress/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL3d3dy50aGVpbnF1aXJlci5kZS8yMDA4LzAxLzIzL3NvY2lhbF9uZXR3b3Jrc19zYW1tZWxuX21laHJfZGF0ZW5fYWxzX2RpZV9zdGFzaS5odG1s" target=\"_blank\">preisgeben</a>. Somit nehmten sie nur am globalen &#8220;Datenaustausch&#8221; &#252;bers Internet teil. Daran k&#246;nne doch nichts Verwerfliches sein, denn schliesslich k&#228;men die Nutzer dadurch in den Genuss von kostenlosen, werbefinanzierten Dienstleistungen. Dabei wird jedoch verkannt, dass nicht alle ihre Daten zur freien Verwendung zur Verf&#252;gung stellen wollen, nur weil sie das Internet nutzen. Jene, die das tun, handeln meist aus Exhibitionismus, Dummheit oder Ignoranz. Daraus automatisch einen Freibrief f&#252;r allgemeinen Datenmissbrauch abzuleiten, ist schon unanst&#228;ndig. <em>&#8220;Das Hauptproblem f&#252;r die Nutzer besteht dabei darin, dass die Plattformen h&#228;ufig in den USA ans&#228;ssig sind und damit nicht unter EU-Recht fallen. Es gilt somit kein EU-Datenschutzrecht, ausser der Betreiber ist hierzulande mit einer Niederlassung vertreten&#8221;</em>, sagt der Datenschutzexperte Hans Zeger, Obmann der Arge Daten. Dann k&#246;nnten sie am Rechtssitz ihrer Niederlassung eingeklagt werden. Aber wozu sind Gesetze eigentlich da, wenn sich &#8220;niemand&#8221; daran h&#228;lt? Und einen Datenmissbrauch gerichtsverwertbar nachzuweisen, ist auch f&#252;r Fachleute nicht ganz trivial und manchmal gar unm&#246;glich.</p>
<p>Gerade Banken sind im Hinblick auf den Datenschutz durch die liechtensteiner Bankdatenaff&#228;re der LGT in den letzten Wochen stark ins Visier der Kritik geraten. Dabei wurde klar, dass auch viele Finanzinstitute nicht besonders sorgsam mit den Daten ihrer Kunden umgehen und diese gerne auch mal Entwicklern <a href="http://www.dobszay.ch/wordpress/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL3d3dy5kb2JzemF5LmNoLzIwMDgtMDEtMTUvc2NoYXJmZS1rdW5kZW5kYXRlbi1mdWVyLXRlc3R6d2Vja2Uv" target=\"_blank\">f&#252;r Software-Tests zur Verf&#252;gung stellen</a> oder ins Ausland transferieren. Die Kunden bekommen in der Regel nichts davon mit &#8211; jedenfalls solange die Steuerfahndung nicht vor der T&#252;re steht. Aber nicht nur bei Bankdaten sondern auch bei Weitergabe oder Ver&#246;ffentlichung pers&#246;nlicher Informationen reagieren Internetnutzer immer h&#228;ufiger sauer.</p>
<h3>Unheil bahnt sich an</h3>
<p>Nun droht den Sammlern von Internetnutzungsdaten Ungemach aus deutschem Lande. Angefangen hat das Ganze mit einem <a href="http://www.dobszay.ch/wordpress/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL3d3dy5oZWlzZS5kZS9uZXdzdGlja2VyL21lbGR1bmcvOTY3ODE=" target=\"_blank\">Urteil</a> des Amtsgerichts Berlin Mitte, das im M&#228;rz 2007 dem Bundesjustizministerium untersagte, die IP-Adresse (technische Adresse eines Rechners, unter der dieser in einem Computer-Netzwerk erreichbar ist) der Besucher ihrer Website zu speichern, weil diese personenbezogene Daten darstellen und damit unter das Datenschutzgesetz fallen. Das Urteil wurde in n&#228;chster Instanz vom Landgericht Berlin <a href="http://www.dobszay.ch/wordpress/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL3d3dy5nb2xlbS5kZS8wNzEwLzU1MDc2Lmh0bWw=" target=\"_blank\">best&#228;tigt</a>. In der Folge wurde auch der Bundesjustizministerin Zypries ein halbj&#228;hriger Aufenthalt in einer vergitterten Zelle <a href="http://www.dobszay.ch/wordpress/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL3d3dy5nb2xlbS5kZS8wODAyLzU3Njg2Lmh0bWw=" target=\"_blank\">angedroht</a>, sollte sie nichts gegen das widerrechtliche Treiben ihrer Webmaster unternehmen. Folgeklagen gegen weitere Bundes&#228;mter (z.B. das BKA) sind in Vorbereitung. Diese f&#252;hlen sich durch das Gerichtsurteil nicht betroffen und <a href="http://www.dobszay.ch/wordpress/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL3d3dy5oZWlzZS5kZS9uZXdzdGlja2VyL21lbGR1bmcvOTcyNDM=" target=\"_blank\">speichern fr&#246;hlich weiter</a>. H&#228;ngig ist immer noch die <a href="http://www.dobszay.ch/wordpress/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL3d3dy5oZWlzZS5kZS9uZXdzdGlja2VyL21lbGR1bmcvMTAxMTU5" target=\"_blank\">Verfassungsbeschwerde</a> gegen die verdachtsunabh&#228;ngige Vorratsspeicherung von Telefon- und Internetdaten im Rahmen des <a href="http://www.dobszay.ch/wordpress/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL2RpcDIxLmJ1bmRlc3RhZy5kZS9kaXAyMS9icmQvMjAwNy8wNzk4LTA3LnBkZg==" target=\"_blank\">Gesetzes zur Neuregelung der Telekommunikations&#252;berwachung</a>. Diese ist aber auch schon <a href="http://www.dobszay.ch/wordpress/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL3d3dy5oZWlzZS5kZS9uZXdzdGlja2VyL21lbGR1bmcvMTAyODMyLw==" target=\"_blank\">auf gutem Weg</a>.</p>
<h3>Ein neues Grundrecht wurde geboren</h3>
<p>Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe hat durch sein Urteil in Sachen Online-Durchsuchung mein Vertrauen in die deutsche Rechtsprechung gest&#228;rkt. Mit aussergew&#246;hnlicher Deutlichkeit wurden die Bestimmungen im nordrhein-westf&#228;lischen Verfassungsschutzgesetz zur heimlichen Online-Durchsuchung f&#252;r nichtig erkl&#228;rt, weil sie gegen das Grundgesetz verstossen. In seiner Begr&#252;ndung leitet das Gericht aus den bestehenden Gesetzen ein neues <em>&#8220;Grundrecht auf Gew&#228;hrleistung der Vertraulichkeit und Integrit&#228;t informationstechnischer Systeme&#8221;</em> ab (→ Recht auf digitale Privatsph&#228;re).</p>
<p>Zur Abwehr konkreter Gefahren seien Eingriffe aber unter strengen Auflagen m&#246;glich, <em>&#8220;wenn tats&#228;chliche Anhaltspunkte einer konkreten Gefahr f&#252;r ein &#252;berragend wichtiges Rechtsgut bestehen&#8221;</em>. Man braucht also nicht gleich die ganze Bev&#246;lkerung unter Generalverdacht zu stellen. Nur wenn ein konkreter, begr&#252;ndeter Verdacht oder eine unmittelbare Bedrohung besteht, dann soll das Volk vor dieser auch gesch&#252;tzt werden k&#246;nnen. Denn wer der Gesellschaft bewusst Schaden zuzuf&#252;gen beabsichtigt oder seine Schandtat bereits begangen hat, hat seine Grundrechte verwirkt und soll sich nicht hinter ihnen verstecken k&#246;nnen.</p>
<h3>Datensch&#252;tzer er&#246;ffnen die n&#228;chste Schlacht</h3>
<p>Die in der Artikel-29-Arbeitsgruppe vereinten europ&#228;ischen Datensch&#252;tzer wollen <a href="http://www.dobszay.ch/wordpress/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL3d3dy5nb2xlbS5kZS8wODAyLzU3OTMyLmh0bWw=" target=\"_blank\">IP-Adressen als personenbezogene Daten einstufen</a>. Dabei geht es um die Grundsatzfrage, inwiefern die Datenschutzbestimmungen der Europ&#228;ischen Union gem&#228;ss der &#8220;Richtlinie 95/46/EG des Europ&#228;ischen Parlaments und des Rates vom 24. Oktober 1995 zum Schutz nat&#252;rlicher Personen bei der Verarbeitung personenbezogener Daten und zum freien Datenverkehr&#8221; anwendbar sind. W&#252;rden IP-Adressen als personenbezogene Daten gelten (wie es das Landgericht Berlin best&#228;tigt hat), d&#252;rften diese in er EU nur noch eingeschr&#228;nkt nach dem Grundsatz der Zweckbindung und unter expliziter Zustimmung der Nutzer f&#252;r personifizierte Werbeeinblendungen genutzet werden. Eine stillscheigende Zustimmung zu entsprechenden Paragraphen in allgemeinen Gesch&#228;ftsbestimmungen w&#252;rde wohl kaum gen&#252;gen. Vielmehr m&#252;sste Google eigens f&#252;r den EU-Raum ein Opt-in Verfahren anbieten.</p>
<p>Gegen die enge Interpretation der Personenbezogenheit von IP-Adressen wehrt sich Google mit H&#228;nden und F&#252;ssen. Der &#8220;Google-Datensch&#252;tzer&#8221; Peter Fleischer m&#246;chte dies vom Zusammenhang abh&#228;ngig machen, in welchem <em>&#8220;pers&#246;nlichen Informationen offenbart werden&#8221;.</em> <em>&#8220;Wir m&#252;ssen wissen, wer wonach fragt &#8211; andernfalls k&#246;nnte unser Unternehmen nicht funktionieren&#8221;</em>. Und erstmals gibt Google &#246;ffentlich zu, Inhalte von &#252;ber Google-Mail versandten E-Mails zu Werbezwecken zu analysieren. Das gleiche trifft &#252;brigens genauso auf Yahoo, MSN bzw. Hotmail und GMX zu. Schliesslich sind die Email-Adressen nur deshalb kostenlos.</p>
<h3>Differenziert betrachtet</h3>
<p>Mit einer einfachen Schwarz-Weiss-Malerei sei es nicht getan, sagt Google. Die Sache m&#252;sse etwas differenzierter betrachtet werden. Das mag schon richtig sein. Nur, wie differenziert kann und soll die Sache denn betrachtet werden, damit es auch ein Politiker noch versteht? Aber wagen wir doch mal eine etwas technischere Betrachtung! Wenn wir von IP-Adressen als personenbezogene Daten sprechen, dann m&#252;ssen wir auch die Cookies in unsere Betrachtungen miteinbeziehen. Die kleinen elektronischen Kekse sind nichts anderes als einfache Textdateien, in denen zu (vom Betreiber einer Website) definierten Schl&#252;sselbegriffen Informationen gespeichert werden. Die Benutzeridentifikationskennung ist zum Beispiel eine solche Information. Jedes Cookie hat ein Verfallsdatum wie die essbaren Kekse aus dem Laden. Manche leben nur solange, bis der Benutzer die Sitzung beendet. Andere werden sogar auf der Festplatte gespeichert und leben Jahrzehnte lang. Dazu einige Beispiele zur Cookie-Lebensdauer ausgew&#228;hlter Websites:</p>
<ul>
<li>Google: 2 Jahre f&#252;r Suchmaschine (aber f&#252;r andere Dienste teilweise immer noch 30 Jahre)</li>
<li>Yahoo: 30 Jahre</li>
<li>Microsoft: 10-13 Jahre (msn.com), 13 Jahre (live.com) und 30 Jahre (microsoft.com)</li>
<li>search.ch: 30 Jahre</li>
<li>Ask.com: 2 Jahre</li>
<li>GMX: 2 Jahre (gmx.com), 1 Jahr (gmx.net)</li>
<li>Web.de: 1 Jahr</li>
<li>YouTube: 10 Jahre</li>
<li>MySpace: 1 Jahr</li>
<li>Twitter: 2 Jahre</li>
<li>Amazon: 1 Woche</li>
<li>Credit Suisse: 10 Jahre (credit-suisse.com)</li>
<li>UBS: nur bis Session-Ende (ubs.com)<br />
<em>diskret wie es sich f&#252;r eine Schweizer Bank geh&#246;rt</em></li>
</ul>
<p>In der ganzen Diskussion vermeidet es Google tunlichst, auch &#252;ber die eingesetzten Cookies zu sprechen. Denn mit diesen Cookies k&#246;nnen noch besser als &#252;ber die IP-Adresse Nutzerprofile erstellt werden. Im Idealfall kann ein Besucher unendlich lange identifiziert und sein Verhalten ein Leben lang analysiert werden &#8211; vor allem bei Kombination beider Techniken oder gar bei <a href="http://www.dobszay.ch/wordpress/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cHM6Ly93d3cuZGF0ZW5zY2h1dHp6ZW50cnVtLmRlL3Byb2pla3RlL3ZlcmtldHR1bmcvMjAwNy11bGQtdHVkLXZlcmtldHR1bmctZGlnaXRhbGVyLWlkZW50aXRhZXRlbi1ibWJmLnBkZg==" target=\"_blank\">Verkettung von digitalen Identit&#228;ten</a>. Damit verblasst auch Googles Argument gegen die Personenbezogenheit von IP-Adressen, dass diese nicht jederzeit einem einzelnen Nutzer zugeordnet werden k&#246;nnten. Auch Microsoft will mit &#8220;<a href="http://www.dobszay.ch/wordpress/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL3d3dy5oZWlzZS5kZS9uZXdzdGlja2VyL21lbGR1bmcvMTA0MzM0" target=\"_blank\">Engagement Mapping</a>&#8221; bessere Ausk&#252;nfte &#252;ber den Erfolg von Online-Werbebannern sammeln und Googles neuen erweiterten <a href="http://www.dobszay.ch/wordpress/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL3d3dy5oZWlzZS5kZS9uZXdzdGlja2VyL21lbGR1bmcvMTA0MjA1Lw==" target=\"_blank\">Kollaborationsdienste</a> &#8220;<a href="http://www.dobszay.ch/wordpress/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL3NpdGVzLmdvb2dsZS5jb20v" target=\"_blank\">Googlesites</a>&#8221; dienen ebenfalls der Datensammlung &#252;ber ihre Nutzer. Und wozu &#8220;Yahoo! ID&#8221;, &#8220;<a href="http://www.dobszay.ch/wordpress/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL29wZW5pZC5uZXQv" target=\"_blank\">OpenID</a>&#8221; und das &#8220;<a href="http://www.dobszay.ch/wordpress/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL2NvZGUuZ29vZ2xlLmNvbS9hcGlzL3NvY2lhbGdyYXBoLw==" target=\"_blank\">Google Social Graph API</a>&#8221; letztendlich gut sein sollen, ist nur unschwer zu erraten.</p>
<h3>Ein Stein kommt ins Rollen</h3>
<p>Der Bewusstwerdungsprozess hinsichtlich &#220;berwachung des Benutzerverhaltens k&#246;nnte schon bald zu einem massiven Vertrauensverlust gegen&#252;ber den grossen Webportalen f&#252;hren. Die grossen Webdienstleister, die ihre Dienste zum Grossteil oder sogar ausschliesslich mit Einnahmen aus (m&#246;glichst personifizierten) Werbeeinblendungen finanzieren, werden durch das Misstrauen schon bald gezwungen werden, sich Gedanken &#252;ber ihr Gesch&#228;ftmodell zu machen. Sollte ihnen die Speicherung und nutzerbezogene Auswertung von IP-Adressen oder die Verwendung von langlebigen Cookies durch Datenschutzgesetze untersagt werden, w&#252;rde dies der personalisierten Werbung das Fundament entziehen. Dies h&#228;tte einen massiven Verlust an Attraktivit&#228;t f&#252;r Werbetreibende zur Folge, was bestimmt nicht ohne weitreichende finanzielle Konsequenzen bliebe. Eine Marke wie Google ist nur so stark wie das Vertrauen, das ihr die Kunden entgegen bringen. Deshalb k&#246;nnte das Markenranking schon in K&#252;rze einen gefallenen Prinzen verabschieden.</p>
<p>Nach dem &#8220;Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung&#8221; und dem neuen &#8220;Grundrecht auf Gew&#228;hrleistung der Vertraulichkeit und Integrit&#228;t informationstechnischer Systeme (Recht auf digitale Privatsph&#228;re)&#8221; m&#252;sste in logischer Konsequenz die IP-Adresse als personenbezogen eingestuft und ihre Speicherung daher verboten werden. Damit w&#228;re auch die Verfassungsm&#228;ssigkeit der Vorratsdatenspeicherung in Frage gestellt und auch die Verfolgung von &#8220;Raubkopierern&#8221; urheberrechtlich gesch&#252;tzter Werke w&#252;rde weitgehend verunm&#246;glicht. Dann g&#228;be es keinen Grund mehr f&#252;r eine <a href="http://www.dobszay.ch/wordpress/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL3d3dy5nb2xlbS5kZS8wODAyLzU3NDU4Lmh0bWw=" target=\"_blank\">Datenvermeidung</a>.</p>
<p>Ich glaube jedoch kaum, dass die staatlichen &#220;berwacher, die Raubkopierer jagende Unterhaltungsindustrie und die werbefinanzierten Webdienstleister diese Entwicklung einfach tatenlos hinnehmen werden. So k&#246;nnte schon bald eine unheilige Allianz zwischen Sch&#228;uble, Google und der <a href="http://www.dobszay.ch/wordpress/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL3d3dy5pZnBpLm9yZy8=" target=\"_blank\">IFPI</a> entstehen. Der Krieg ist angezettelt.</p>
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