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	<title>DOBSZAYs Ansichten und Einsichten &#187; DNA-Analyse</title>
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	<description>Gedanken und Kommentare zum Zeitgeschehen in der Informationsgesellschaft - Hintergrundinformationen und Kausalzusammenhänge aus einer ganzheitlichen und interdisziplinären Sicht: technisch, gesellschaftlich, ethisch, wirtschaftlich und rechtlich</description>
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		<title>DNS-Datenbanken f&#252;r die Ahnenforschung und mehr</title>
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		<pubDate>Tue, 20 Nov 2007 06:58:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>LD</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Gene zu analysieren kann eine n&#252;tzliche Sache sein, um Erbkrankheiten zu erforschen oder Blutsverwandtschaften nachzuweisen. Nur haben die meisten Wissenschaftler mit Datenschutz nicht viel am Hut und k&#252;mmern sich h&#246;chstens nur vordergr&#252;ndig darum, um der Form Gen&#252;ge zu tun. Skrupellose Gesch&#228;ftemacher und andere Datensammler machen sich dies zu Nutze und verwenden die Daten auch noch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/8/87/DNA_orbit_animated_small.gif" alt="DNA animated" align="left" height="150" hspace="10" width="91" />Gene zu analysieren kann eine n&#252;tzliche Sache sein, um Erbkrankheiten zu erforschen oder Blutsverwandtschaften nachzuweisen. Nur haben die meisten Wissenschaftler mit Datenschutz nicht viel am Hut und k&#252;mmern sich h&#246;chstens nur vordergr&#252;ndig darum, um der Form Gen&#252;ge zu tun. Skrupellose Gesch&#228;ftemacher und andere Datensammler machen sich dies zu Nutze und verwenden die Daten auch noch f&#252;r ganz andere Zwecke. Informationelle Selbstbestimmung ist zwar ein Grundrecht, das in der Praxis aber nur selten wirklich durchgesetzt werden kann. Legislative und Judikative scheint dies nur wenig zu k&#252;mmern, obwohl der Handlungsbedarf gross ist und t&#228;glich w&#228;chst.</p>
<p>Genealogie (Ahnenforschung) ist nicht mehr das Privileg des Adels sondern ist jedermann zug&#228;nglich und mittlerweile ein Massenph&#228;nomen. Unter dem Vorwand der &#8220;Ahnenforschung&#8221; werden Millionen von Menschen dazu gebracht, ihren genetischen Code in Datenbanken einzuspeisen. Haben sie dies einmal getan, haben sie zugleich auch die Kontrolle &#252;ber ihre Daten abgegeben und haben sp&#228;ter keine M&#246;glichkeit mehr, dies r&#252;ckg&#228;ngig zu machen. Gierig warten bereits verschiedene Interessierte darauf, sich dieser Daten zu bedienen.</p>
<p><span id="more-256"></span></p>
<h3>Ahnenforschung ist ein Grundbed&#252;rfnis</h3>
<p><img src="http://www.dobszay.ch/images/genealogie_small.jpg" alt="Ahnenbaum" align="left" height="156" hspace="10" width="211" />Genealogie ist besonders in Kulturen und Gesellschaften von Bedeutung, die ihre Wurzeln nicht so recht oder gar nicht kennen und auf der Suche nach der eigenen Identit&#228;t sind. In unserer durch die Globalisierung und der damit verbundenen globalen, &#246;konomisch motivierten V&#246;lkerwanderung, die zu zunehmender Entwurzelung f&#252;hrt, gewinnt die Genealogie entsprechend an Bedeutung. Wer bin ich, woher komme ich und wer sind meine Vorfahren? Bin ich der biologische Vater meines Kindes? Das sind die Fragen, die uns heute die Genforschung im Rahmen der Ahnenforschung beantworten soll. Die Erforschung der eigenen Familiengeschichte ist popul&#228;r &#8211; zuerst vor allem in den USA und jetzt auch in Europa.</p>
<h3>Die DNS-Genealogie</h3>
<p>Seit die DNS*, in der unser Erbgut codiert ist, weitgehend entschl&#252;sselt ist, wird dieser Code auch f&#252;r die Zuordnung von Erbsubstanz und Abstammungsdaten verwendet. F&#252;r die DNA-Genealogie werden nur das m&#228;nnliche Y-Chromosom und die weibliche Mitochondrien-DNA ausgewertet, da diese jeweils auf der gleichgeschlechtlichen Linie (d.h. vom Vater auf den Sohn bzw. vom Mutter auf die Tochter) &#252;ber viele Generationen hinweg unver&#228;ndert vererbt werden. Entsprechend ungenau und unvollst&#228;ndig sind die Resultate. Trotzdem geben sie vielen Leuten das Gef&#252;hl, sich selber durch ihre Labor-Resultate besser zu kennen, womit das menschliche Grundbed&#252;rfnis, die eigene Identit&#228;t &#252;ber die Herkunft zu definieren, befriedigt wird. Ohne ein Studium der Genetik und fundiertes Wissen &#252;ber Genealogie ist es aber unm&#246;glich, die Ergebnisse einer solchen DNA-Analyse zu verstehen.</p>
<p>Jeder kann eine Speichelprobe in ein Genlabor zur Analyse einschicken und erf&#228;hrt dann, von welcher der sieben Urm&#252;tter er abstammt und welcher ethnischen Gruppierung seine Gene zugeordnet werden. Bryan Sykes, Professor f&#252;r Genetik an der Universit&#228;t Oxford, ver&#246;ffentlichte im April 2000 die Ergebnisse seiner Forschungsarbeit, bei der er 6&#8217;000 europ&#228;ischst&#228;mmige Frauen um eine DNA-Probe gebeten und diese ausgewertet hatte. Gem&#228;ss seiner &#8220;Seven Daughters of Eve&#8221;-Theorie stammen 99% der Europ&#228;er von einer von sieben &#8220;Urm&#252;ttern&#8221; ab. Mit dieser romantischen Formel k&#246;derte er bereits zahlreiche Menschen und verhalf ihnen &#252;ber seine Firma <a href="http://www.dobszay.ch/wordpress/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL3d3dy5veGZvcmRhbmNlc3RvcnMuY29tLw==" target=\"_blank\">Oxford Ancestors</a> mittels DNA-Analyse zu ihrer &#8220;Urmutter&#8221;.</p>
<p>Mit der &#8220;Sieben Urm&#252;tter&#8221;-Theorie kann der Nutzen der Genforschung f&#252;r die Ahnenforschung auch dem einfachen Mann auf der Strasse erkl&#228;rt werden. Damit das Ganze nicht allzu theoretisch klingt, gab Sykes den Frauen blumige Namen: Tara, Helena, Katrine, Ursula, Valda, Xenia und Jasmine. Seither liegen DNA-Analysen im Trend. Genanalysen sollen Verwandtschaftsbeziehungen transparent machen. Wer seine genetische Abstammung entschl&#252;sseln lassen will, bestellt ein Set von St&#228;bchen und R&#246;hrchen, um sich damit ein paar Zellen von der Mundh&#246;hle abzuschaben, die er anschliessend ins Labor zur Analyse einschickt. Bei Oxford Ancestors gibt&#8217;s den Namen der Urmutter f&#252;r 120 Pfund. In der Schweiz ist ein Genealogietest bei der <a href="http://www.dobszay.ch/wordpress/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL2lnZW5lYS5jb20=" target=\"_blank\">Gentest GmbH</a> in Z&#252;rich von CHF 165.– bis 1&#8217;030.- erh&#228;ltlich. Die Speichelproben werden in einem Labor bei <a href="http://www.dobszay.ch/wordpress/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=ZmFtaWx5dHJlZWRuYS5jb20=" target=\"_blank\">Family Tree DNA</a> in Texas analysiert. Praktisch niemand ist sich bewusst, dass der eigene genetische Fingerabdruck dabei f&#252;r alle Zeiten in einer Datenbank landet und auch f&#252;r fremde Zwecke ausgewertet wird. Da die meisten Genanalyse-Labors in den USA beheimatet sind, landen die meisten Genanalysen in DNA-Datenbanken im datensammelw&#252;tigsten Land unseres Planeten, das Datenschutz h&#246;chstens auf dem Papier kennt.</p>
<p>&#8212;<br />
* DNS ist die Abk&#252;rzung f&#252;r <a href="http://www.dobszay.ch/wordpress/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL2RlLndpa2lwZWRpYS5vcmcvd2lraS9EZXNveHlyaWJvbnVrbGVpbnMlQzMlQTR1cmU=" target=\"_blank\">Desoxyribonukleins&#228;ure</a> (engl. DNA, deoxyribonucleic acid). Dies ist sogar f&#252;r Wissenschaftler ein Zungenbrecher, weshalb in der Regel immer nur die Abk&#252;rzung verwendet wird. Die DNS ist eine Doppelhelix im Zellkern, deren Anordnung der Aminos&#228;uren den genetischen Code (Genom) eines Lebewesens definiert.</p>
<h3>Unterschiedliche Motivationen</h3>
<p>Simplifizierte Theorien wie die der sieben Urm&#252;tter haben immer etwas Bestechendes, weil sie auf den ersten Blick so einfach verst&#228;ndlich und einleuchtend sind. In Tat und Wahrheit dienen sie aber meist der Manipulation, um Botschaften zu platzieren und uns so zu Dingen zu bewegen, die wir sonst nie tun w&#252;rden. Bei der ganzen Diskussion um den &#8220;Klimawandel&#8221; ist das auch nicht anders und kann an Al Gore&#8217;s &#8220;<a href="http://www.dobszay.ch/wordpress/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL3d3dy5jbGltYXRlY3Jpc2lzLmRlLw==" target=\"_blank\">Eine unbequeme Wahrheit</a>&#8221; nachvollzogen werden. Der Film ist wirklich ein <a href="http://www.dobszay.ch/wordpress/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL2Jsb2dtaXRwZXAuYmxvZ3Nwb3QuY29tLzIwMDcvMDcva29tbXVuaWthdGl2ZXMtbWVpc3RlcnN0Y2stenVtLWVyc3Rlbi5odG1s" target=\"_blank\">Meisterst&#252;ck der Manipulation</a>. In der Genealogie dient die Urm&#252;tter-Theorie dazu, unsere Neugierde auf unsere Urabstammung zu wecken, damit wir bereitwillig unsere DNS zur Analyse einsenden und diese in einer Datenbank gespeichert und mit anderen Proben verglichen werden kann. Daf&#252;r gibt es unterschiedliche Beweggr&#252;nde.</p>
<p>Einerseits ist da die Medizin, die genetische Muster und Krankheiten einander zuordnen m&#246;chte, um gezielt nach Heilungsm&#246;glichkeiten f&#252;r genetisch bedingte Krankheiten zu suchen. Dies ist l&#246;blich und verdiente eigentlich unsere breite Unterst&#252;tzung, wenn da nicht auch noch andere Interessen mit im Spiel w&#228;ren. Auf der anderen Seite m&#246;chten sich Versicherung, Banken und Arbeitgeber die guten Risiken herauspicken. Aber auch staatliche Beh&#246;rden sind am genetischen Code interessiert, weil dieser noch unverwechselbarer als ein Fingerabdruck ist (ausser bei eineiigen Zwillingen) und vor allem praktisch nicht gef&#228;lscht werden kann &#8211; zumindest heute noch nicht. Missbrauch und Betrug im Asylwesen beim Familiennachzug kann damit ebenso wie solcher bei den staatlichen Sozialversicherungen aufgedeckt werden. Die Anliegen der Missbrauchsbek&#228;mpfung sind hier zwar legitim, aber der Eingriff in die Privatsph&#228;re ist doch etwas unverh&#228;ltnism&#228;ssig. Weiter sind auch Strafverfolgungsbeh&#246;rden am genetischen Code interessiert, um Verd&#228;chtige zu identifizieren oder auch ausschliessen zu k&#246;nnen. Am liebsten h&#228;tten alle Dateninteressierte eine genetische Totalerhebung aller Einwohner dieses Planeten in einer einzigen Datenbank. Die Projekte dazu sind sehr umstritten, aber sie laufen bereits seit Jahren.</p>
<p>Um den Menschen ihre Hemmungen zu nehmen und sie dazu zu bringen, ihren genetischen Code f&#252;r eine Datenbank abzuliefern, werden ihnen r&#252;hrende Geschichten von Einzelschicksalen aufgetischt &#8211; genau wie auch in Al Gore&#8217;s Klimaspektakel. Emotionale Motivation soll den Verstand ausschalten und zu blindem Mitmachen verleiten, ohne die pr&#228;sentierten &#8220;Tatsachen&#8221; auf ihren Wahrheitsgehalt hin zu hinterfragen. Der Lemming-Effekt ist gross. Mehrere Millionen Menschen haben bereits beim genetischen Striptease mitgemacht. Durch eine Aufforderung zur Teilnahme wurde ich selber auf dieses Thema aufmerksam und fing an, ein bisschen zu recherchieren. Dabei musste ich feststellen, dass das Ganze bereits Dimensionen angenommen hat, die ich bisher kaum f&#252;r m&#246;glich hielt.</p>
<h3>Globale DNS-Totalerhebung im Namen der Genealogie</h3>
<p>Bei der Genealogischen Gesellschaft in Island sind bereits 650&#8217;000 Personen in einer Stammbaum-Datenbank erfasst. Heute leben etwa 350&#8217;000 Menschen auf Island. Die Datenbank wurde vor allem aus schriftlichen Quellen (Kirchenarchive, Chroniken, Geburtsanzeigen, Heiratsanzeigen, Todesanzeigen, &#8230;) aus &#252;ber einem Jahrtausend Geschichte zusammengetragen. Dieses Nationalstammbuch soll allen Menschen n&#252;tzen, die &#252;ber Anthropologie, Volkskunde oder Genetik forschen. Mit Hilfe der <a href="http://www.dobszay.ch/wordpress/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL2RlLndpa2lwZWRpYS5vcmcvd2lraS9Db21wdXRlcmdlbmVhbG9naWU=" target=\"_blank\">Computergenealogie</a> ist die Suche und Auswertung praktisch ein Kinderspiel.</p>
<p>Von der genealogischen zur genetischen Forschung ist es nicht weit. Der isl&#228;ndische Mediziner Kari Stefansson verfolgt denn auch einen umstrittenen Plan: parallel zu den genealogischen Daten will er die Erbsubstanz aller Isl&#228;nder sammeln. Eine genetische Totalerhebung in Form von Blutproben. Durch die Zuordnung von Erbsubstanz und Abstammungsdaten hofft er, die Genen zu finden, die f&#252;r famili&#228;r bedingte Krankheiten verantwortlich sind &#8211; zum Beispiel f&#252;r Diabetes, Schlaganfall oder Rheuma. Der kleine Inselstaat eignet sich zur Erforschung krankmachender Gene angeblich besonders gut. Fast alle Isl&#228;nder stammen von einer kleinen Gruppe Wikinger ab, die das Land im 9. Jahrhundert besiedelte. Weil das Inselvolk weitgehend isoliert blieb, sind ihre Erbanlagen bis heute ziemlich &#228;hnlich. Stefansson rief deshalb das gesamte Volk zur freiwilligen Genspende auf. Die Ergebnisse der Genanalysen sollen mit dem Nationalstammbuch verkn&#252;pft werden. So k&#246;nnten genetische Muster und Krankheiten gezielt einander zugeordnet werden. Ganz Island wird zum Labor der Genforschung.</p>
<p><img src="http://www.nationalgeographic.de/permanent/entdecken/genographic/genographic_karte.jpg" alt="Genographic Project - V&#246;lker-Migrationen" align="left" hspace="10" />Die National Geographic Society hat in Zusammenarbeit mit IBM das &#8220;<a href="http://www.dobszay.ch/wordpress/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL3d3dy5uYXRpb25hbGdlb2dyYXBoaWMuZGUvZ2Vub2dyYXBoaWM=" target=\"_blank\">Genographic Project</a>&#8221; initiiert. Es ist die bisher gr&#246;sste Genealogie-Studie und soll die gesamte Evolutions- und Migrationsgeschichte der Menschheit untersuchen und aufgrund der neuen Erkenntnisse wissenschaftlich aufarbeiten. Mittlerweile existiert eine Datenbank von mehr als 250&#8217;000 Erdenb&#252;rgern. Zus&#228;tzlich sollen in den n&#228;chsten Jahren mindestens 100&#8217;000 DNA-Proben von 1&#8217;000 Eingeborenenv&#246;lkern analysiert werden, um die Besiedlung der Erde durch den Menschen im Detail nachzuzeichnen. Das Projekt ist h&#246;cht umstritten. Viele bef&#252;rchten, dass die Gen-Analysen zu kommerziellen Zwecken missbracht werden k&#246;nnten und fordern ein Patent-Verbot f&#252;r die im Projekt gesammelten Gene. Dass solche Bef&#252;rchtungen sehr wohl berechtigt sind, zeigt uns die Erfahrung. Viele Wissenschaftler haben bestimmt noble Absichten, aber sie sind naiv und blind hinsichtlich der Nebenwirkungen ihrer Arbeit. Tatsache ist nun einmal, dass alles technisch M&#246;gliche auch gemacht wird, sobald sich irgendjemand einen Vorteil daraus erhofft und er den Aufwand daf&#252;r f&#252;r gerechtfertigt h&#228;lt. Legal? Illegal? Scheissegal! Denn wo kein Kl&#228;ger ist, ist auch kein Richter. Und wenn man es nur klever genug anstellt, wird es auch nie einen Kl&#228;ger geben.</p>
<h3>DNA-Analysen zur Personen-Identifikation</h3>
<p>Seit April 1998 betreibt das BKA in Deutschland eine Datenabank (DNS-Analyse-Datei) mit angeblich mittlerweile &#252;ber 400&#8217;000 genetischen Fingerabdr&#252;cken von mutmasslich schwer kriminellen oder politisch aktiven Menschen und von Material, das an Tatorten vorgefunden wurde. Hier werden angeblich zwar noch keine vollst&#228;ndigen Gensequenzen sondern lediglich &#8220;genetische Fingerabdr&#252;cke&#8221; (d.h. eine Auswahl an genetischen Teilsequenzen &#228;hnlich wie bei der Urmutterbestimmung) gespeichert. Es ist jedoch nur eine Frage der Zeit, bis die Molekularbiologie effizienter und kosteng&#252;nstiger wird und die &#214;konomie einer vollst&#228;ndigen genetischen Decodierung nicht mehr im Wege steht. Die Konsequenzen einer fl&#228;chendeckenden Erfassung der genetischen Fingerabdr&#252;cke nicht nur krimineller sondern auch politisch unbequemer und auff&#228;lliger Menschen w&#228;ren verheerend. Es geht bestimmt nicht lange und wir m&#252;ssen unseren genetischen Code im Personalausweis mit uns herumtragen.</p>
<h3>DNA-Suchmaschine im Web</h3>
<p><a href="http://www.dobszay.ch/wordpress/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cHM6Ly93d3cuMjNhbmRtZS5jb20v" target=\"_blank\"><img src="http://www.dobszay.ch/images/23andme_logo.png" alt="23andMe" align="left" height="72" hspace="10" width="105" /></a>Ein neuer Dienst <a href="http://www.dobszay.ch/wordpress/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cHM6Ly93d3cuMjNhbmRtZS5jb20v" target=\"_blank\">23andMe</a> (in Anlehnung an die 23 menschlichen Chromosomenpaare), gesponsert vom gr&#246;ssten Datensammler <a href="http://www.dobszay.ch/wordpress/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL2dvb2dsZS5jb20=" target=\"_blank\">Google</a>, will nun Daten &#252;ber individuelles Genmaterial sammeln und online stellen, um sich im zukunftstr&#228;chtigen Markt der Online-Medizin zu positionieren. Damit k&#246;nnte der Grundstein f&#252;r eine globale Medizin-Suchmaschine gelegt werden. F&#252;r die Google-Beteiligung war sicher nicht ganz unerheblich, dass Google-Gr&#252;nder Sergey Brin mit Anne Wojcicki, Mitgr&#252;nderin von 23andMe, <a href="http://www.dobszay.ch/wordpress/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL3d3dy5nb29nbGV3YXRjaGJsb2cuZGUvMjAwNy8wNS8xNS9zZXJnZXktYnJpbi1oYXQtc2VpbmVyLXZlcmxvYnRlLWFubmUtd29qY2lja2ktZ2VoZWlyYXRldC8=" target=\"_blank\">verheiratet ist</a>.</p>
<p>W&#228;hrend ich diesen Artikel schreibe, lese ich gerade, dass <a href="http://www.dobszay.ch/wordpress/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL2dvbGVtLmRlLzA3MTEvNTYwNTQuaHRtbA==" target=\"_blank\">23andMe live gegangen ist</a>. Die <a href="http://www.dobszay.ch/wordpress/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL3d3dy5wcmFwYWdvbmRhLmRlLzIwMDcvMTEvMTkvZ2Vub21lLWF1cy1kZWluZXItcmVnaW9uLw==" target=\"_blank\">ersten</a> <a href="http://www.dobszay.ch/wordpress/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL2plbnMuZmFtaWxpZS1mZXJuZXIuZGUvYXJjaGl2ZXMvMzgwLVdpZS1kdW1tLWthbm4tbWFuLXNlaW4uaHRtbA==" target=\"_blank\">spontanen</a> <a href="http://www.dobszay.ch/wordpress/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL3d3dy5ydGF1Y2huaXR6LmRlLzM3Ny1zby13ZWl0LXNpbmQtd2lyLXNjaG9uLmh0bWw=" target=\"_blank\">Reaktionen</a> auf die Meldung sind denn auch durch&#8217;s Band ablehnend. Auch 23andMe pr&#228;sentiert sich als rein wissenschaftlicher Forschungsdienstleister, der seinen Genspendern auch bei der Ahnenforschung behilflich ist und diese einander n&#228;her bringt. Die <a href="http://www.dobszay.ch/wordpress/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cHM6Ly93d3cuMjNhbmRtZS5jb20vbGVnYWwvcHJpdmFjeS8=" target=\"_blank\">Datenschutzerkl&#228;rung von 23andMe</a> ist der blanke Hohn. Hier noch von Datenschutz zu sprechen, braucht schon ganz viel Fantasie. Wer diesen Bestimmungen zustimmt und seine Gene einschickt, gibt damit explizit sein Einverst&#228;ndnis, dass diese auch an Dritte zu Forschungszwecken weitergegeben (und bei Gefallen patentiert) werden d&#252;rfen. Aber auch staatlichen Beh&#246;rden (FBI, NSA, CIA, &#8230;) werden die Daten nat&#252;rlich zug&#228;nglich gemacht. Und wer denkt, das sei bereits alles, erliegt einem grossen Irrtum. Wenn man bedenkt, dass Google bereits angek&#252;ndigt hat, k&#252;nftig auch <a href="http://www.dobszay.ch/wordpress/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL3d3dy5kb2JzemF5LmNoLzIwMDctMTAtMTgvYXVjaC1nb29nbGUtd2lsbC1wYXRpZW50ZW5kYXRlbi1zcGVpY2hlcm4v" rel=\"bookmark\">Patientendaten zu speichern</a> gibt das der Sache eine noch brisantere Qualit&#228;t. Und Google ist nicht allein. Auch <a href="http://www.dobszay.ch/wordpress/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL3d3dy5kb2JzemF5LmNoLzIwMDctMTAtMDYvbWljcm9zb2Z0LXdpbGwtZ2VzdW5kaGVpdHNkYXRlbi12ZXJ3YWx0ZW4v">Microsoft</a> und andere Firmen haben bereits angek&#252;ndigt, in diesen angeblich zukunftsstarken Markt einzusteigen.</p>
<h3>Was bringt uns die Zukunft?</h3>
<p>Wer sich der genetischen Erfassung verweigert, ist bald de facto nur noch ein Zombie. Ohne genetischen Code erh&#228;lt er keinen Personalausweis. Der Vermieter will ihn nicht in seiner Wohnung. Die Bank gibt ihm keinen Kredit und er darf nicht einmal ein Konto er&#246;ffnen. Die Versicherung will ihn nicht versichern. F&#252;r die Krankenkasse ist er ein unkalkulierbares Risiko. Es findet sich auch kein Arbeitgeber, der ihn einstellen w&#252;rde, da er seine Eignung und Loyalit&#228;t nicht genetisch belegen kann. Und nat&#252;rlich gibt es Sozialhilfe auch nur f&#252;r B&#252;rger, die ihr Genom schon abgeliefert haben. Nur die Sterbehilfe-Organisation bietet ihre Dienste ohne vorg&#228;ngige genetische Erfassung an. Das Material f&#252;r das Labor kann sie schliesslich auch noch nach dem Ableben mit einem Wattest&#228;bchen aus der Mundh&#246;hle entnehmen.</p>
<p>Irgendwie erinnert mich das stark an den Spielfilm &#8220;<a href="http://www.dobszay.ch/wordpress/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL2RlLndpa2lwZWRpYS5vcmcvd2lraS9HYXR0YWNh" target=\"_blank\">Gattaca</a>&#8221; des neuseel&#228;ndischen Regisseurs und Drehbuchautors Andrew Niccol von 1997, in dem die Vorstellung vom genetisch perfekten Menschen zelebriert wird. &#8220;Valid&#8221; ist die Bezeichnung f&#252;r ein Mitglied der genetischen Elite der perfekt gebauten Retortenmenschen in einer von der Gentechnologie und ihrer Ideologie des perfekten Menschen beherrschten Gesellschaft des 21. Jahrhunderts. Nur wer dazugeh&#246;rt, kann und darf Karriere machen. Die auf die &#8220;alte Art&#8221; gezeugten &#8220;Invalids&#8221; d&#252;rfen als Unterschicht deren Handlanger spielen. Der Film zeigt eine totalit&#228;r &#252;berwachte Welt, gepr&#228;gt von einem brutalen &#8220;Genoismus&#8221; &#8211; der Diskriminierung der unvorteilhaften Erbanlagen. Wollen wir in einer solchen modernen Welt der Nachfolger von Dr. Frankenstein und Dr. Mengele leben? Die Zukunft ist schon verdammt nahe &#8230;</p>
<h3>Schlussbetrachtung</h3>
<p>Es ist praktisch unm&#246;glich, DNA-Spuren g&#228;nzlich zu vermeiden. Wir verlieren t&#228;glich mehr als genug Zellen, um gen&#252;gend Material f&#252;r Dutzende DNA-Analysen zu liefern. Die eindeutige und korrekte Zuordnung der gewonnenen genetischen Daten zum richtigen Individuum ist allerdings nicht immer zweifelfsfrei m&#246;glich und &#228;usserst anf&#228;llig auf Manipulationen. Die fl&#228;chendeckende Vollerfassung unserer genetischen Codierung w&#252;rde das Ende jeglicher Anonymit&#228;t und die Umkehr der Unschuldsvermutung bedeuten.</p>
<p>Dass DNA-Datenbanken Kuckuckskinder enth&#252;llen und so ganze Familienchroniken ins Wanken bringen k&#246;nnen, ist dabei wahrscheinlich noch das kleinste Problem. Durch die Preisgabe unseres genetischen Codes geben wir anderen einen Einblick in unsere Intimsph&#228;re, die wir nicht einmal selber wirklich kennen. Dann sind wir keine Individuen mehr, die sich durch ihre Pers&#246;nlichkeit definieren, sondern nur noch das Resultat unserer genetischen Codierung &#8211; Massenware mit individuellen Unterscheidungsmerkmalen.</p>
<p>Wer angesichts der Datenschutzproblematik seine Zellen zur DNA-Analyse in irgendwelche Labore einschickt, muss schon von Schwachsinn gezeichnet sein &#8211; Ahnenforschung und medizinische Forschung hin oder her. Eltern, die das tun, schaden nicht nur sich selber sondern auch ihren Kindern!</p>
<h3>Nachtrag (20.11.2007; 23:00)</h3>
<p>Das Thema scheint pl&#246;tzlich voll im Trend zu liegen. Und ich dachte, das interessiere nur einen kleinen Kreis von weltweit ein paar Hundertausend Genealogie-Junkies. Auch das ORF <a href="http://www.dobszay.ch/wordpress/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL2Z1dHVyZXpvbmUub3JmLmF0L2l0L3N0b3JpZXMvMjM2NzIxLw==" target=\"_blank\">befasst</a> sich bereits mit der DNA-Genealogie. Bei infamy fand ich heute dank einer Kurzmeldung in <a href="http://www.dobszay.ch/wordpress/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL3d3dy5oZXV0ZS1vbmxpbmUuY2g=">heute</a> einen <a href="http://www.dobszay.ch/wordpress/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL2luZmFtLmFudHZpbGxlLm9yZy9zdG9yaWVzLzE3MjM0Mzkv" target=\"_blank\">Beitrag</a> mit weiteren Informationen und dem folgenden Video der beiden 23andMe-Gr&#252;nderinnen Anne Wojcicki und Linda Avey:</p>
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<p><embed src="http://www.youtube.com/v/RgJi6OBYJPI" type="application/x-shockwave-flash" wmode="transparent" height="350" width="425"></embed>DNA-basierte Partnervermittlung und Werbebannereinblendung? Schnapsideen bereichern das Leben.</p>
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