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	<title>DOBSZAYs Ansichten und Einsichten &#187; Management by Faith</title>
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	<description>Gedanken und Kommentare zum Zeitgeschehen in der Informationsgesellschaft - Hintergrundinformationen und Kausalzusammenhänge aus einer ganzheitlichen und interdisziplinären Sicht: technisch, gesellschaftlich, ethisch, wirtschaftlich und rechtlich</description>
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		<title>Management by Faith</title>
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		<pubDate>Fri, 08 Jan 2010 15:28:07 +0000</pubDate>
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				<category><![CDATA[Finanz und Wirtschaft]]></category>
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		<category><![CDATA[Management und Führung]]></category>
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		<category><![CDATA[Managementtheorie]]></category>

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		<description><![CDATA[In den F&#252;hrungsetagen von Wirtschaft und Politik herrscht die Schizophrenie. Auf der einen Seite werden immer komplexere F&#252;hrungssysteme installiert, welche aus einer immer gr&#246;sseren Menge an Daten m&#246;glichst genaue Zahlen zur aktuellen Situation sowie auch m&#246;glichst verl&#228;ssliche Prognosen zur zuk&#252;nftigen Entwicklung berechnen (sollen). Daraus sollen durch logische Ableitung wenn m&#246;glich direkt und automatisiert Pl&#228;ne und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img style="float: left; margin-right: 10px;" title="Betender Mann" src="http://www.dobszay.ch/wordpress/wp-content/uploads/2010/01/auf-knien-betender-mann_200.jpg" alt="Betender Mann" align="left" />In den F&#252;hrungsetagen von Wirtschaft und Politik herrscht die Schizophrenie. Auf der einen Seite werden immer komplexere F&#252;hrungssysteme installiert, welche aus einer immer gr&#246;sseren Menge an Daten m&#246;glichst genaue Zahlen zur aktuellen Situation sowie auch m&#246;glichst verl&#228;ssliche Prognosen zur zuk&#252;nftigen Entwicklung berechnen (sollen). Daraus sollen durch logische Ableitung wenn m&#246;glich direkt und automatisiert Pl&#228;ne und Handlungsanweisungen generiert werden. Auf der anderen Seite traut man diesen Systemen nicht wirklich und setzt doch lieber auf den eigenen Glauben und eine optimistische Hoffnung.</p>
<p><span id="more-2649"></span>Die Grundidee eines von Determinismus gepr&#228;gten Managements ist, dass die Gesch&#228;ftsdaten eines Unternehmens zu dessen Steuerung dienen sollen &#8211; sowohl operativ als auch strategisch. Gleiches gilt f&#252;r den &#246;ffentlichen Sektor und die Politik. Es wird viel Geld investiert in die Entwicklung der Modelle und deren Umsetzung in Software sowie auch in den Ausbau der Datenbanken und die Rechenleistung der Hardware. Enterprise Management Cockpit, Balanced Scorecard (BSC), Management Information System (MIS), Data Warehouse (DWH), Data Mining, Business Intelligence (BI) und Knowledge Management heissen die Schlagw&#246;rter dazu. Alles soll daten- und faktenbasiert sein, um eine gr&#246;sstm&#246;gliche Objektivit&#228;t zu erzielen und um Subjektivit&#228;t und Gef&#252;hle zu eliminieren. Die Modelle dazu liefert uns die &#8220;Wissenschaft&#8221; und die Informationstechnologie macht deren Realisierung erst m&#246;glich, denn erst mit ihr lassen sich die riesigen Datenmenge innert n&#252;tzlicher Frist verarbeiten.</p>
<p>Doch scheinen die F&#252;hrungseliten diesem zahlenbasierten, pseudo-wissenschaftlichen Hokuspokus nicht zu trauen. Ihre Skepsis ist auch oft berechtigt, denn die lineare Extrapolation der Vergangenheit in die Zukunft liefert keine verl&#228;sslichen Prognosen. So scheinen allen Bem&#252;hungen vergebens zu sein, die F&#252;hrung durch datenbasierte Systeme zu verwissenschaftlichen. Wo das Wissen an seine Grenzen st&#246;sst, wird es durch den Glauben komplettiert. Damit kehrt zur Erg&#228;nzung wenn nicht gar zur Abl&#246;sung der n&#252;chternen Technokratie der Glauben wieder in die F&#252;hrungsetagen zur&#252;ck &#8211; vor allem, wenn die deterministischen Modelle keine befriedigenden Resultate liefern.</p>
<p>Aussagen wie &#8220;Die Gesch&#228;ftsf&#252;hrung glaubt aber an den Aufschwung&#8221;, &#8220;Schliesslich kann es nur noch besser werden&#8221; oder &#8220;Trotz der schwierigen Lage sind wir optimistisch, dass &#8230;&#8221; werden pl&#246;tzlich salonf&#228;hig, auch wenn sie oft nur die Unwissenheit, Unf&#228;higkeit und Ohnmacht der Manager manifestieren. Der Optimismus und die Hoffnung auf eine sich selbst erf&#252;llende Prophezeiung soll die Zukunft zu einem Besseren wenden. Vielleicht braucht es aber gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten wie heute diesen Optimismus, auch wenn er nur auf reinem Wunschdenken basiert, um uns nicht durch Zukunfts&#228;ngste l&#228;hmen zu lassen. Wird uns &#8220;Management by Faith&#8221; aus der Krise f&#252;hren?</p>
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