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	<title>DOBSZAYs Ansichten und Einsichten &#187; Scham</title>
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	<description>Gedanken und Kommentare zum Zeitgeschehen in der Informationsgesellschaft - Hintergrundinformationen und Kausalzusammenhänge aus einer ganzheitlichen und interdisziplinären Sicht: technisch, gesellschaftlich, ethisch, wirtschaftlich und rechtlich</description>
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		<title>Nacktscanner und die &#246;ffentliche Scham</title>
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		<pubDate>Wed, 13 Jan 2010 15:55:26 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Die Diskussion um Nacktscanner an den Flugh&#228;fen spaltet die Bev&#246;lkerung. Vordergr&#252;ndig geht es um die Sicherheit. Die Angst vor Terroranschl&#228;gen soll den Einsatz von Scannern, die unter unsere Kleider schauen, rechtfertigen. Doch kaum jemand will sich in der &#214;ffentlichkeit von Sicherheitsbeamten nackt beglotzen lassen m&#252;ssen, auch wenn sie oder er dabei Kleider tr&#228;gt. M&#252;ssen wir [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img style="float: left; margin-right: 10px;" title="STOP Body Scanner!" src="http://www.dobszay.ch/images/stopbodyscanner.jpg" alt="STOP Body Scanner!" align="left" />Die Diskussion um Nacktscanner an den Flugh&#228;fen spaltet die Bev&#246;lkerung. Vordergr&#252;ndig geht es um die Sicherheit. Die Angst vor Terroranschl&#228;gen soll den Einsatz von Scannern, die unter unsere Kleider schauen, rechtfertigen. Doch kaum jemand will sich in der &#214;ffentlichkeit von Sicherheitsbeamten nackt beglotzen lassen m&#252;ssen, auch wenn sie oder er dabei Kleider tr&#228;gt. M&#252;ssen wir unser Verst&#228;ndnis und unseren Umgang mit der Nacktheit im Namen der Sicherheit neu definieren?</p>
<p><span id="more-2660"></span>Amateurproduzenten und &#8220;Raubkopierer&#8221; bedrohen die Existenz der professionellen Fleischbeschauindustrie. Die Ums&#228;tze der &#8220;Erotikfilm&#8221;-Branche purzeln in den Keller. Mit solcherlei Filmmaterial l&#228;sst sich immer weniger Geld verdienen, obwohl die Sexualisierung unserer Gesellschaft ein Allzeithoch erreicht hat. Selbstauszieher und Selbstdarsteller aus den Reihen der Amateure tun es ihren professionellen Kollegen gleich. Ihre Motivation ist aber nicht kommerzieller Natur. Sie tun es f&#252;r den &#8220;erotischen Kick&#8221;. Sexuell motivierter Voyeurismus und Exhibitionismus scheinen salonf&#228;hig geworden zu sein. Seit Woodstock wird die &#8220;sexuelle Befreiung&#8221; propagiert, derzufolge sich niemand f&#252;r Nacktheit und &#246;ffentliche Sexualit&#228;t zu sch&#228;men braucht. Intimsph&#228;re und Scham scheinen nur noch Relikte einer pr&#252;den und veralteten Moralvorstellung zu sein. Die Lust an der Nacktheit ist in gewissen Teilen der Gesellschaft scheinbar zur Normalit&#228;t geworden. Doch zwischen &#246;ffentlicher Wahrnehmung und privater Praxis klafft trotz aller Toleranz und Freiz&#252;gigkeit eine L&#252;cke.</p>
<p><img title="Die Freiheit im Nacktscanner" src="http://www.dobszay.ch/wordpress/wp-content/uploads/2010/01/nacktscanner-freiheitsstatue_480.jpg" alt="Die Freiheit im Nacktscanner" /><br />
<em>(Daryl Cagle)</em></p>
<p>Nacktheit wird nun auch ein Element im Sicherheitsgesch&#228;ft. Nacktscanner an Flugh&#228;fen befriedigen die Lust an der vermeintlichen Sicherheit. Wer fliegen will, muss sich mit einem Scanner unter die W&#228;sche schauen lassen. &#8220;Wer nichts zu verbergen hat, braucht auch nichts zu bef&#252;rchten&#8221; heisst die Devise. Scham(gef&#252;hl), Intimsph&#228;re und Respekt haben im Gesch&#228;ft mit der Sicherheit nichts verloren. Dass sich Sprengstoff auch in den Leibesh&#246;hlen verstecken l&#228;sst, die von einem Nacktscanner nicht erfasst werden k&#246;nnen, ist den Sicherheitsfetischisten dabei offensichtlich entgangen. Die virtuelle Zwangsentbl&#246;ssung in der &#214;ffentlichkeit ist eine beh&#246;rdlich erzwungene Dem&#252;tigung. Sie f&#252;hrt zum Verlust der Menschenw&#252;rde, aber zu mehr Sicherheit f&#252;hrt sie nicht.</p>
<p>Wozu dann das Ganze? Will man etwa erzwingen, dass strenggl&#228;ubige, muslimische Frauen nicht mehr mit dem Flugzeug fliegen? Das wird ihre todesmutigen Glaubensgenossen allerdings kaum von Terroranschl&#228;gen zur&#252;ckhalten. Aber den Ger&#228;teherstellern beschert der Sicherheitswahn neue Absatzm&#228;rkte und Rekordums&#228;tze. Leidtragende sind die unbescholtenen B&#252;rger, die nichts zu verbergen haben, aber ihre Scham opfern m&#252;ssen, um ihre Unschuld zu beweisen. Und &#252;ber die h&#246;heren Ticketpreise bezahlen sie f&#252;r den Wirtschaftsaufschwung einer Branche, die von der Paranoia der Politiker lebt.</p>
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