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	<title>DOBSZAYs Ansichten und Einsichten &#187; Zinseszins</title>
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	<description>Gedanken und Kommentare zum Zeitgeschehen in der Informationsgesellschaft - Hintergrundinformationen und Kausalzusammenhänge aus einer ganzheitlichen und interdisziplinären Sicht: technisch, gesellschaftlich, ethisch, wirtschaftlich und rechtlich</description>
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		<title>Unser Geld- und Wirtschaftssystem hat einen Konstruktionsfehler &#8211; Teil 6</title>
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		<pubDate>Fri, 14 Aug 2009 06:27:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>LD</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es freut mich, dass meine Artikelserie &#8220;Unser Geld- und Wirtschaftssystem hat einen Konstruktionsfehler&#8221; (Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4 und Teil 5) bereits ein paar tausendmal gelesen wurde. Erg&#228;nzend dazu verweise ich nun gerne auf den Vortrag &#8220;Finanzmarktkrise &#8211; Ergebnisse einer Fehlentwicklung, die wir korrigieren k&#246;nnen&#8221; von Prof. Dr. Dr. Wolfgang Berger vom [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es freut mich, dass meine Artikelserie &#8220;Unser Geld- und Wirtschaftssystem hat einen Konstruktionsfehler&#8221; (<a title=\"Unser Geld- und Wirtschaftssystem hat einen Konstruktionsfehler - Teil 1\" href="http://www.dobszay.ch/wordpress/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=LzIwMDktMDEtMTMvdW5zZXItZ2VsZC11bmQtd2lydHNjaGFmdHNzeXN0ZW0taGF0LWVpbmVuLWtvbnN0cnVrdGlvbnNmZWhsZXItdGVpbC0xLw==">Teil 1</a>, <a title=\"Unser Geld- und Wirtschaftssystem hat einen Konstruktionsfehler - Teil 2\" href="http://www.dobszay.ch/wordpress/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=LzIwMDktMDEtMTQvdW5zZXItZ2VsZC11bmQtd2lydHNjaGFmdHNzeXN0ZW0taGF0LWVpbmVuLWtvbnN0cnVrdGlvbnNmZWhsZXItdGVpbC0yLw==">Teil 2</a>, <a title=\"Unser Geld- und Wirtschaftssystem hat einen Konstruktionsfehler - Teil 3\" href="http://www.dobszay.ch/wordpress/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=LzIwMDktMDEtMTUvdW5zZXItZ2VsZC11bmQtd2lydHNjaGFmdHNzeXN0ZW0taGF0LWVpbmVuLWtvbnN0cnVrdGlvbnNmZWhsZXItdGVpbC0zLw==">Teil 3</a>, <a title=\"Unser Geld und Wirtschaftssystem hat einen Konstruktionsfehler - Teil 4\" href="http://www.dobszay.ch/wordpress/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=LzIwMDktMDEtMjgvdW5zZXItZ2VsZC11bmQtd2lydHNjaGFmdHNzeXN0ZW0taGF0LWVpbmVuLWtvbnN0cnVrdGlvbnNmZWhsZXItdGVpbC00LXZpZGVvcy8=">Teil 4</a> und <a title=\"Unser Geld und Wirtschaftssystem hat einen Konstruktionsfehler - Teil 5\" href="http://www.dobszay.ch/wordpress/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=LzIwMDktMDEtMzAvdW5zZXItZ2VsZC11bmQtd2lydHNjaGFmdHNzeXN0ZW0taGF0LWVpbmVuLWtvbnN0cnVrdGlvbnNmZWhsZXItdGVpbC01Lw==">Teil 5</a>) bereits ein paar tausendmal gelesen wurde. Erg&#228;nzend dazu verweise ich nun gerne auf den Vortrag &#8220;<a title=\"Vortrag von Prof. Berger &quot;Die Finanzmarktkrise - Ergebnis einer Fehlkonstruktion, die wir korrigieren k&#246;nnen&quot;\" href="http://www.dobszay.ch/wordpress/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL3d3dy5idXNpbmVzcy1yZWZyYW1pbmcuZGUvd3d3L2Ntcy9zaW5nbGVfZGVfNTk=" target=\"_blank\">Finanzmarktkrise &#8211; Ergebnisse einer Fehlentwicklung, die wir korrigieren k&#246;nnen</a>&#8221; von <a title=\"Prof. Dr. Dr. Wolfgang G. Berger, &#214;konom und Philosoph\" href="http://www.dobszay.ch/wordpress/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL3d3dy5idXNpbmVzcy1yZWZyYW1pbmcuZGUvd3d3L2Ntcy9zaW5nbGVfZGVfMg==" target=\"_blank\">Prof. Dr. Dr. Wolfgang Berger</a> vom 30.01.2009 im Zeughaus in Augsburg:</p>
<p><img src="http://www.dobszay.ch/wordpress/wp-content/plugins/flash-video-player/default_video_player.gif" /></p>
<p>Professor Berger erkl&#228;rt auch f&#252;r Laien verst&#228;ndlich, &#8230;</p>
<ol>
<li>in welcher Situation sich unsere globale Wirtschaft befindet,</li>
<li>wie Hedge- und Equityfunds und das Gesch&#228;ft mit Leerverk&#228;ufen funktionieren,</li>
<li>zu welchen Exzessen der kurzfristigen Gewinnmaximierung das &#8220;Shareholder Value&#8221;-Denken in der von der Geldgier getriebenen, neoliberalen, kapitalistischen Wirtschaftsordnung gef&#252;hrt hat (mit einem anschaulichen Zahlenbeispiel zu Kreditverbriefung und Hedgefunds),</li>
<li>was eine Exponentialfunktion ist und wie die Zinseszinsfunktion als eine solche Exponentialfunktion die Verschuldung nach oben treibt und die realen Einkommen nach unter dr&#252;ckt,</li>
<li>wie die Grossbanken zusammen mit dem <a title=\"Internationaler W&#228;hrungsfond\" href="http://www.dobszay.ch/wordpress/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL3d3dy5pbWYub3JnLw==" target=\"_blank\">IWF</a> und der <a title=\"Weltbank\" href="http://www.dobszay.ch/wordpress/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL3d3dy53b3JsZGJhbmsub3JnLw==" target=\"_blank\">Weltbank</a> die Entwicklungsl&#228;nder durch Verschuldung in die Abh&#228;ngigkeit treiben und ausbeuten,</li>
<li>warum die Wirtschaftslehre von <a title=\"Milton Friedman\" href="http://www.dobszay.ch/wordpress/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL2RlLndpa2lwZWRpYS5vcmcvd2lraS9NaWx0b25fRnJpZWRtYW4=" target=\"_blank\">Milton Friedmann</a> falsch ist,</li>
<li>wie ein durch eine Demurrage (Liegegeb&#252;hr) umlaufgesichertes Geld als praktikable Alternative zum aktuellen Geldsystem funktioniert,</li>
<li>wieviel Zinsen wir mit unseren Ausgaben bezahlen,</li>
<li>wie das durch einen Abschlag umlaufgesicherte Geldsystem im Mittelalter zu Wohlstand gef&#252;hrt hat,</li>
<li>wie es dann aber durch Exzesse zur Forderung nach dem &#8220;Dauergeld&#8221; gekommen ist, was wiederum ganz Europa in Krieg und Verderben gest&#252;rzt hat,</li>
<li>und wie heute Geld von Arm nach Reich umverteilt wird.</li>
</ol>
<p>Wir &#228;rgern uns &#252;ber die Wirtschaftskrise und bangen um unsere Jobs und Existenzen. Und wir wundern uns zum Beispiel, dass die Gesundheitskosten explodieren. Doch wenn man bedenkt, dass unser gesamtes Gesundheitssystem mit seiner teuren Infrastruktur praktisch ausschliesslich &#252;ber Kredite finanziert ist, sollte dies uns eigentlich &#252;berhaupt nicht erstaunen.</p>
<p>Wir sind in unserer Paradigma-Paralyse gefangen und anscheinend (noch) unf&#228;hig, das System zu begreifen und uns dagegen zur Wehr zu setzen. Es wird Zeit, endlich aus dem Dornr&#246;sschenschlaf aufzuwachen, denn es gibt ein Leben ausserhalb der Matrix!</p>
 <img src="http://www.dobszay.ch/wordpress/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?view=1&post_id=1240" width="1" height="1" style="display: none;" />]]></content:encoded>
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		<title>Unser Geld- und Wirtschaftssystem hat einen Konstruktionsfehler &#8211; Teil 1</title>
		<link>http://www.dobszay.ch/2009-01-13/unser-geld-und-wirtschaftssystem-hat-einen-konstruktionsfehler-teil-1/</link>
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		<pubDate>Tue, 13 Jan 2009 10:48:55 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Die anhaltende Finanz- und Weltwirtschaftskrise hat mich veranlasst, mich eingehender mit dem Thema Geld zu befassen. Es ist schon erstaunlich, wie viel &#252;ber die Symptome der &#8220;Geldkrankheit&#8221; geschrieben und gesprochen wird, nicht aber &#252;ber deren wirklichen Ursachen, die systemimmanent (d.h. im System selber begr&#252;ndet) sind. Bereits w&#228;hrend meinen Studienjahren hatte ich das Gef&#252;hl, dass meine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full" style="margin-right: 10px;" title="Geld fehlt &#252;berall" src="/wordpress/wp-content/uploads/2009/01/geld_fehlt.jpg" alt="" width="194" height="108" align="left" />Die anhaltende Finanz- und Weltwirtschaftskrise hat mich veranlasst, mich eingehender mit dem Thema Geld zu befassen. Es ist schon erstaunlich, wie viel &#252;ber die Symptome der &#8220;Geldkrankheit&#8221; geschrieben und gesprochen wird, nicht aber &#252;ber deren wirklichen Ursachen, die <a href="http://www.dobszay.ch/wordpress/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL2RlLndpa2lwZWRpYS5vcmcvd2lraS9TeXN0ZW1pbW1hbmVudA==" target=\"_blank\">systemimmanent</a> (d.h. im System selber begr&#252;ndet) sind. Bereits w&#228;hrend meinen Studienjahren hatte ich das Gef&#252;hl, dass meine Wirtschaftsdozenten nicht wirklich verstanden haben, was sie uns Ingenieur-Studenten erz&#228;hlten. Heute weiss ich, dass es so ist, und anscheinend sind &#214;konomen die wohl miesesten Mathematiker und Systemarchitekten auf Gottes Erden &#8211; mit einigen wenigen Ausnahmen, von denen die grosse Mehrheit jedoch keine Kenntnis nehmen will. Da soll mir doch solch ein Geldwirtschaftler noch einmal &#252;ber schlecht funktionierende IT-Systeme fluchen, wenn er selber nicht einmal die wesentlich einfacheren Zusammenh&#228;nge des Geldsystems und seiner Auswirkungen versteht!</p>
<p>Auf meine langj&#228;hrige Frage, wozu wir denn eigenltich ein st&#228;ndiges Wirtschaftswachstum brauchen, bekam ich als Student und auch sp&#228;ter nie eine nur ann&#228;hernd befriedigende Antwort. In den letzten Monaten habe ich diese nun gefunden. Was ich auf meinem Pfad der Erkenntnis gewahr wurde, habe ich versucht, in dieser Beitragsreihe verst&#228;ndlich zusammenzufassen: &#246;konomisch, mathematisch-naturwissenschaftlich, geschichtlich, philosophisch, ethisch, psychologisch und sozialpolitisch. Es geht mir dabei nicht darum, jemanden pers&#246;nlich anzuschw&#228;rzen oder zu verurteilen. Vielmehr m&#246;chte ich zum allgemeinen Verst&#228;ndnis der Grundlagen, Zusammenh&#228;nge und Wirkungen unseres Geld- und Wirtschaftssystems beitragen und f&#252;r eines der brennendsten und grundlegendsten Probleme unserer Zeit und ihre Ursachen sensibilisieren, denn ohne eine breite &#246;ffentliche Diskussion l&#228;sst sich das Problem nicht l&#246;sen. Aber Achtung: die Lekt&#252;re <a title=\"Geldsystem und Finanzwirtschaft - Unser Geld- und Wirtschaftssystem hat einen Konstruktionsfehler\" href="http://www.dobszay.ch/wordpress/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL3d3dy5kb2JzemF5LmNoL3RoZW1lbi9nZWxkc3lzdGVtLXVuZC1maW5hbnp3aXJ0c2NoYWZ0Lw==">dieser Beitragsreihe</a> kann das Weltbild des geneigten Lesers grundlegend und nachhaltig ver&#228;ndern!</p>
<h3>Intuitiv wusste ich es eigentlich schon lange</h3>
<p>Da war einerseits der <a title=\"Wikipedia - Energieerhaltungssatz\" href="http://www.dobszay.ch/wordpress/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL2RlLndpa2lwZWRpYS5vcmcvd2lraS9FbmVyZ2llZXJoYWx0dW5nc3NhdHo=" target=\"_blank\">Energieerhaltungssatz</a> (<em>Die Gesamtenergie in einem geschlossenen System ist konstant und &#228;ndert sich genau um den Betrag, der ihm an Energie zu- oder abgef&#252;hrt wird</em>) und andererseits das exponentielle Wirtschaftswachstum (<em>Exponentialfunktion: f(t)=a·b<sup>c·t</sup></em>) und ich brachte beides einfach nicht unter einen Hut. Kein System kann unendlich in den Himmel wachsen, ohne irgendwann einmal zu kollabieren. Der Turmbau zu Babel ist das &#228;lteste &#252;berlieferte, mir bekannte Beispiel eines derartigen, in den Himmel wachsenden Systems, das eingest&#252;rzt ist, auch wenn die Geschichte wohl eher als <a title=\"Metapher\" href="http://www.dobszay.ch/wordpress/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL2RlLndpa2lwZWRpYS5vcmcvd2lraS9NZXRhcGhlcg==" target=\"_blank\">Metapher</a> f&#252;r die &#220;berheblichkeit des Menschen Gott gegen&#252;ber zu verstehen ist. In Babel waren Arroganz und Gr&#246;ssenwahn die Wurzel allen &#220;bels und wurden von Gott bestraft. Diese Bestrafung kann als Naturgesetz betrachtet werden und Naturgesetze lassen sich nicht austricksen sondern h&#246;chstens nutzen, sofern man sie versteht. Irgendwie klingt das ja auch logisch. Aber trotzdem halten wir unbeirrt an einem exponentiellen, unbegrenzten Wirtschaftswachstum fest. Wir fordern dieses sogar, denn angeblich soll Stillstand R&#252;ckschritt sein. Also darf es keine Wirtschaft geben, die nicht st&#228;ndig w&#228;chst. Aber wohin und wozu st&#228;ndig wachsen? Und welche Berechtigung hat die allgemein akzeptierte Forderung des Kapitalismus, dass jedes Kapital Zinsen abwerfen muss, um rentabel zu sein?</p>
<p><span id="more-556"></span>Ein exponentielles, unendliches Wachstum ist <a title=\"Pathologie\" href="http://www.dobszay.ch/wordpress/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL2RlLndpa2lwZWRpYS5vcmcvd2lraS9QYXRob2xvZ2ll" target=\"_blank\">pathologisch</a>. Nur Krebszellen wuchern exponentiell und ungebremst, bis sie den K&#246;rper ihres Wirts umbringen und sich dadurch ihrer eigenen Lebensgrundlage berauben. Jedes normale Wachstum ist endlich und begrenzt. Im Marketing kennen wir diese Grenze eigentlich sehr wohl und sprechen von S&#228;ttigung eines Marktes, wenn kein Wachstum mehr m&#246;glich ist. Dann setzt der Verdr&#228;ngungskampf ein und Kampf heisst Krieg. Diesen Wirtschaftkrieg m&#246;gen manche auch als Wettbewerb sch&#246;n reden &#8211; vor allem, wenn man ihm auch noch das Attribut &#8220;sportlich&#8221; anh&#228;ngt, weil Sport angeblich gesund sein soll. Aber zuerst mal alles sch&#246;n der Reihe nach.</p>
<h3>Was ist Geld?</h3>
<p><img class="alignleft size-full" style="margin-right: 10px;" title="Geld" src="http://www.dobszay.ch/wordpress/wp-content/uploads/2009/01/geld_euro.jpg" alt="" width="180" height="129" align="left" />Manchmal m&#246;chte man meinen, unser Leben drehe sich nur um das <a title=\"Geld\" href="http://www.dobszay.ch/wordpress/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL2RlLndpa2lwZWRpYS5vcmcvd2lraS9HZWxk" target=\"_blank\">Geld</a>. T&#228;glich benutzen wir es und glauben, es zu verstehen, aber klar definieren k&#246;nnen es die meisten trotzdem nicht. Um das Geldsystem verstehen zu k&#246;nnen, wollen wir uns zuerst einmal mit den Grundlagen vertraut machen. Was ist Geld, wie entsteht es und wie wird es in Umlauf gebracht? Auf diese Frage k&#246;nnen nicht einmal die meisten &#214;konomen eine befriedigende Antwort liefern. Nur selten bekommt man auf diese Frage von einem &#214;konomen mehr zur Antwort, als in den Schulb&#252;chern steht, und diese sind leider unvollst&#228;ndig. Da halbe Wahrheiten jedoch bekanntermassen L&#252;gen darstellen, muss ich die Schulb&#252;cher mehrheitlich der Verbreitung von L&#252;gen bezichtigen. Aber zum Gl&#252;ck gibt es auch noch andere B&#252;cher und Quellen, in denen man die ganze Wahrheit &#252;ber das Geld nachlesen kann.</p>
<p>Grunds&#228;tzlich sollte Geld folgende Funktionen erf&#252;llen:</p>
<ol>
<li>Wert- bzw. Preismassstab</li>
<li>Wertaufbewahrungsmittel</li>
<li>Tauschmittel bzw. Transaktionsmedium</li>
</ol>
<p>Unser heutiges Geldsystem erf&#252;llt alle drei Anforderungen mittlerweile nur h&#246;chst ungen&#252;gend. Wer dies noch nicht erkannt hat, ist offensichtlich der allgemeinen Geldillusion erlegen. Daf&#252;r muss man sich nicht unbedingt sch&#228;men &#8211; vor allem, wenn man das Geldsystem noch nie studiert hat, denn schliesslich befindet man sich dabei in bester Gesellschaft und geh&#246;rt zur grossen Mehrheit der Get&#228;uschten, zu der auch ich mich lange z&#228;hlen durfte. Aber nun w&#228;re es f&#252;r uns alle endlich an der Zeit, aus diesem Traum aufzuwachen und der Realit&#228;t ins Auge zu blicken.</p>
<h3>Geld entsteht durch Verschuldung</h3>
<p>F&#252;r die <a title=\"Geldsch&#246;pfung\" href="http://www.dobszay.ch/wordpress/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL2RlLndpa2lwZWRpYS5vcmcvd2lraS9HZWxkI1Byb3plc3NfZGVyX0dlbGRzY2guQzMuQjZwZnVuZw==" target=\"_blank\">Geldsch&#246;pfung</a>, d.h. die Generierung von Geld, hat die National- beziehungsweise Zentral- oder W&#228;hrungsbank das Monopol f&#252;r die jeweilige <a title=\"W&#228;hrung\" href="http://www.dobszay.ch/wordpress/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL2RlLndpa2lwZWRpYS5vcmcvd2lraS9XJUMzJUE0aHJ1bmc=" target=\"_blank\">W&#228;hrung</a>. Sie <a title=\"Das Repo-Gesch&#228;ft der Schweizer Nationalbank und der LIBOR\" href="http://www.dobszay.ch/wordpress/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL3d3dy5zbmIuY2gvZC93ZWx0L3BvcnRyYWl0L21vbmV0YXJ5X3BvbGljeS81Lmh0bWw=" target=\"_blank\">verleiht den Gesch&#228;ftsbanken Geld</a> gegen notenbankf&#228;hige Sicherheiten (z.B. Gold oder Aktien) und verlangt daf&#252;r einen Zins. Mit diesem Geld vergeben die Banken wiederum Kredite an ihre Kunden. Dabei generieren sie Geld, ohne jedoch dieses ihrerseits vollst&#228;ndig durch einen realen Gegenwert zu decken. Bankkredite m&#252;ssen von der Banken nur zu 10 Prozent mit Geld gedeckt sein &#8211; so will es das Gesetz. F&#252;r jeden Franken, den sie sich bei der W&#228;hrungsbank leihen oder der ihnen von ihren Kunden anvertraut wird, d&#252;rfen sie zehn Franken an Krediten vergeben, weil man davon ausgeht, dass nie alle Gl&#228;ubiger ihr Geld von der Bank auf einmal zur&#252;ckverlangen.</p>
<p>Nur wer bereits Eigentum besitzt, kann es sich leisten, einen Kredit aufzunehmen. Auch wenn der Kredit durch Sicherheiten gedeckt ist, verbleiben diese in der Regel im Besitz des Eigent&#252;mers, der daraus seinen Nutzen ziehen kann, aber dennoch in den Genuss der Liquidit&#228;t kommt. Das Geld entsteht bei der Kreditvergabe durch die Banken zu 90 Prozent auf Vorschuss, d.h. der Gegenwert daf&#252;r muss zuerst erarbeitet werden. Die Banken verleihen mehr Geld als sie selber besitzen und verlangen aber trotzdem den Zins f&#252;r den vollen Kreditbetrag! Das Geld f&#252;r die Tilgung des Kredites und die Bezahlung der Zinsen wird wiederum durch andere Kredite generiert und &#252;ber den Lohn f&#252;r Arbeit oder durch Gesch&#228;ftst&#228;tigkeiten jedwelcher Art umverteilt, bis es beim Schuldner des ersteren Kredites ankommt.</p>
<p>Das ganze Kredit-Spiel funktioniert aber nur, solange sich alle Teilnehmer an die &#8220;Spielregel&#8221; halten und ihr Geld nicht von den Banken gleichzeitig wieder abziehen, was nicht mehr als eine unverbindliche statistische Annahme darstellt. Wenn sich die Banksparer nicht daran halten und zuviele gleichzeitig ihre Einlagen abheben, spricht man von einem &#8220;<a title=\"Bank Run\" href="http://www.dobszay.ch/wordpress/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL2RlLndpa2lwZWRpYS5vcmcvd2lraS9CYW5rX1J1bg==" target=\"_blank\">Bank Run</a>&#8220;. Die Folge davon ist der &#8220;<a title=\"Bankrott\" href="http://www.dobszay.ch/wordpress/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL2RlLndpa2lwZWRpYS5vcmcvd2lraS9CYW5rcm90dA==" target=\"_blank\">Bankrott</a>&#8220;. Aufgrund der Wahrscheinlichkeitsrechnung ist es daher nur eine Frage der Zeit, bis dieser Fall eintritt, denn auszuschliessen ist er nie &#8211; vor allem wenn in Zeiten von Krisen das Vertrauen in eine Bank dahinschmilzt. Nach Murphys Gesetz geschehen Dinge nicht, weil sie geschehen m&#252;ssen, sondern weil die geschehen k&#246;nnen. Und irgendwann geschehen sie einfach, auch wenn man es nicht erwartet.</p>
<h3>Der Zins erzwingt exponentielles Wachstum</h3>
<p>Das Geld f&#252;r die <a title=\"Zins\" href="http://www.dobszay.ch/wordpress/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL2RlLndpa2lwZWRpYS5vcmcvd2lraS9aaW5z" target=\"_blank\">Zinsen</a> beschafft sich der Schuldner durch Gewinne aus seiner Gesch&#228;ftst&#228;tigkeit oder durch Arbeit. Dabei wird Geld unter den Marktteilnehmern umverteilt. Und nun kommt der Energieerhaltungssatz ins Spiel. Damit jemand Geld f&#252;r die Tilgung seiner Zinsschuld abzweigen kann, ohne dabei &#228;rmer zu werden, muss er dieses Geld zwangsl&#228;ufig einem anderen wegnehmen. Wer es schafft, bei der ganzen Geldumverteilung einen gen&#252;gend grossen Geld&#252;berschuss zu erwirtschaften und zusammenzusparen, kann vom Zins seiner an andere gew&#228;hrten Kredite beziehungsweise von seiner get&#228;tigten Einlage bei einer Bank (die daraus wiederum Kredite generiert) leben, ohne selber f&#252;r seinen Lebensunterhalt arbeiten zu m&#252;ssen. &#220;ber den Zins wird das Geld von Arm nach Reich umverteilt, das heisst Arme werden noch &#228;rmer, w&#228;hrend Reich immer reicher werden.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-868" title="Monet&#228;rer Teufelskreis" src="http://www.dobszay.ch/wordpress/wp-content/uploads/2009/01/monetaerer_teufelskreis.jpg" alt="" width="500" height="293" /></p>
<p>Die Geldsch&#246;pfung durch Verschuldung allein w&#228;re kein Problem, sofern das Geld voll durch einen realen Gegenwert gedeckt und wenn da bloss nicht der Zins und <a title=\"Der Zinseszins-Effekt\" href="http://www.dobszay.ch/wordpress/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL3d3dy5maW5hbnp3aXNzZW4uZGUvcHJpdmF0YW5sZWdlci8wNS12ZXJtb2VnZW4tc2NodWxkZW4temlucy8wNS0yLXZlcm1vZWdlbi1zY2h1bGRlbi16aW5zLmh0bWw=" target=\"_blank\">Zinseszins</a> w&#228;re, der aus einer Gleichung eine Ungleichung macht und ein exponentielles Wirtschaftswachstum verlangt, um die Zinsspirale zu befriedigen, denn die Zinseszinsfunktion<em> (f(t) = Kreditbetrag · (1+Zinssatz)<sup>Laufzeit</sup>)</em> ist eine Exponentialfunktion. Das grundlegende Problem ist, dass der Zins mit dem generierten Geld selber oder &#252;ber einen anderen Kredit bezahlt werden muss. Der Zins ist in der <a title=\"Geldmenge\" href="http://www.dobszay.ch/wordpress/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL2RlLndpa2lwZWRpYS5vcmcvd2lraS9HZWxkbWVuZ2U=" target=\"_blank\">Geldmenge</a> gar nicht enthalten, aus der er bezahlt werden soll, und kann nur &#252;ber eine weitere Verschuldung zwecks Geldsch&#246;pfung und der damit verbundenen Ausweitung der Geldmenge befriedigt werden, d.h. die Zinsen f&#252;r einen Kredit m&#252;ssen aus weiteren Krediten bezahlt werden, deren Zur&#252;ckzahlung weiter in der Zukunft liegt.</p>
<p>Da der Zinseszins eine Exponentialfunktion ist, hat dies ein exponentielles Wachstum der Geldmenge und der damit verbundenen Verschuldung zur Folge. Dadurch wird der Zeitpunkt schnell erreicht, an dem mehr Geld ben&#246;tigt wird als belehnbares Realkapital in Form von Sachwerten zur Verf&#252;gung steht, auch wenn wir wie wild Raubbau an den nat&#252;rlichen Ressourcen dieses Planeten betreiben. Der exponentielle Wachstumszwang ist somit im Zinssystem begr&#252;ndet. Der Zins treibt uns dabei in die Schuldenspirale, die sich dreht, bis sie sich durch ihre Rotation selber pulverisiert. Es riecht bereits sehr staubig und nach Staatsbankrott.</p>
<h3>Konsequenzen des Zinses</h3>
<p>Der Zins diktiert das Wirtschaftswachstum, das zwangsl&#228;ufig ebenfalls gleich rasch exponential wie die Zinseszinskurve verlaufen muss. Damit der ganze Schwindel nicht so rasch auff&#228;llt, wird das Wirtschaftswachstum nicht in absoluten Zahlen sondern in Prozent zum Vorjahr (d.h. in der Zins-Notation) angegeben. So erweckt ein Wirtschaftswachstum mit gleich bleibendem Prozentsatz den Anschein von Konstanz. Ich habe berufsbedingt wahrscheinlich schon mehr Statistiken und Berichte besch&#246;nigt als die meisten je gesehen haben und bin daher mit solchen Taschenspielertricks bestens vertraut. Wie auf dem Bau heisst auch hier das Motto: &#8220;Was nicht passt, wird passend gemacht&#8221;. Zahlen in die passende Darstellung zu bringen, ist eine rein mathematische und darstellungstechnische Fleiss&#252;bung.</p>
<p>Die zinsbedingte Umverteilung des Einkommens durch Arbeit von Arm zu Reich f&#252;hrt zwangsl&#228;ufig zur Verarmung der arbeitenden Bev&#246;lkerung. Dieses Ph&#228;nomen kennen wir unter dem Begriff &#8220;working poors&#8221;. Spr&#252;che wie &#8220;die m&#252;ssten sich nur etwas mehr anstrengen&#8221; wirken da wie blanker <a title=\"Hohn\" href="http://www.dobszay.ch/wordpress/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL2RlLndpa2lwZWRpYS5vcmcvd2lraS9Ib2hu" target=\"_blank\">Hohn</a>. Jede Investition muss sich mit ihrer Rendite an den aktuellen Zinsen messen und wird nur get&#228;tigt, wenn der erwartete Gewinn wesentlich h&#246;her liegt. Darunter leiden soziale und &#246;kologische Projekte, deren Nutzen nicht direkt monet&#228;r quantifizierbar ist. Sobald eine Investition nicht mehr gen&#252;gend Rendite abwirft, wird sie liquidiert, wobei in der Regel die meisten Arbeitspl&#228;tze, die daran gekn&#252;pft sind, obsolet und abgebaut werden. Dadurch wird der Kampf ums Geld noch h&#228;rter und f&#252;r viele zu einem aussichtslosen Unterfangen.</p>
<h3>Illusion der Geldmengensteuerung</h3>
<p>Die W&#228;hrungsbanken glauben oder behaupten zumindest, die Geldmenge &#252;ber den Leitzinssatz (d.h. den Zins der Gesch&#228;ftsbanken f&#252;r die Geldausgabe) steuern zu k&#246;nnen. Diese Zinskosten f&#252;r das Geld verrechnen die Banken ihren Kunden weiter, d.h. das Zinsniveau steigt insgesamt einschliesslich der Zinsen f&#252;r die Bankeinlagen der Sparer. H&#246;here Zinsen machen die Hortung attraktiv, wodurch Geld dem Kreislauf entzogen wird und nur zu erh&#246;hten Kosten (durch den Zins) wieder in Umlauf kommt. Tiefe Zinsen bewirken das Gegenteil, was zu mehr Investitionen, mehr Krediten und mehr Konsum f&#252;hrt. Konsum f&#252;hrt zu Geldumlauf und je gr&#246;sser der Konsum, desto h&#246;her die Geldumlaufgeschwindigkeit. Je gr&#246;sser die gew&#228;hrte Kreditmenge und die Geldumlaufgeschwindigkeit sind, desto gr&#246;sser ist die real verf&#252;gbare Geldmenge.</p>
<p>Die W&#228;hrungsbank avisiert ein j&#228;hrliches Wirtschaftwachstum von 2 Prozent bei gleichzeitiger Beschr&#228;nkung der Inflation auf h&#246;chstens 2 Prozent. Ein Wirtschaftswachstum von j&#228;hrlich 2 Prozent wird gerade noch als konjunkturkonform betrachtet. Ein geringeres Wachstum wird als Rezession bezeichnet. Die Inflation entspricht der Ausweitung der Geldmenge, die nicht kleiner sein darf als die Schuldzinsen f&#252;r die Geldmenge, d.h. die von der W&#228;hrungsbank herausgegebenen Noten plus die von den Gesch&#228;ftsbanken gew&#228;hrten Kredite. Diese Rechnung geht aber irgendwann einmal nicht mehr auf. Die Wirtschaft kann unm&#246;glich unendlich jedes Jahr um 2 Prozent wachsen. Der Zins verlangt aber gleichzeit mehr als nur 2 Prozent Geldmengenerh&#246;hung mit entsprechendem Wirtschaftwachstum. Diesen Spagat h&#228;lt das Wirtschaftssystem jedoch nicht aus.</p>
<p>Der Zins verunm&#246;glicht ausserdem, dass die Geldmenge jemals reduziert oder geschweige denn durch vollst&#228;ndige R&#252;ckzahlung der Schulden ganz wieder aufgel&#246;st werden kann. Ein solches System, das nur wachsen kann, kann auf die Dauer nicht funktionieren, da es nicht kontrollierbar ist. Die Geldmenge ist wie ein ferngesteuertes Billigspielzeugauto, das nur nach rechts oder geradeaus fahren kann aber nie nach links. Dass W&#228;hrungsbanken die Geldmenge gezielt beeinflussen und kontrollieren k&#246;nnen, ist daher eine Illusion. In dem Fall kann auch der Glaube daran keine Berge versetzen.</p>
<p><a title=\"Unser Geld und Wirtschaftssystem hat einen Konstruktionsfehler - Teil 2\" href="http://www.dobszay.ch/wordpress/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL3d3dy5kb2JzemF5LmNoLzIwMDktMDEtMTQvdW5zZXItZ2VsZC11bmQtd2lydHNjaGFmdHNzeXN0ZW0taGF0LWVpbmVuLWtvbnN0cnVrdGlvbnNmZWhsZXItdGVpbC0yLw==">» Unser Geld- und Wirtschaftssystem hat einen Konstruktionsfehler &#8211; Teil 2</a></p>
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