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Gerichts-Skandal um Copyright in Russland

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Donnerstag, 29. März 2007

Der russische Lehrer Alexander Ponosov soll wegen angeblicher Raubkopiererei erneut vor Gericht. Obwohl er in erster Instanz freigesprochen wurde, will die Staatsanwaltschaft ihn trotzdem nach Sibirien schicken und hat bereits Revision eingelegt, wie RIAN berichtet. Der ehemalige Rektor und Lehrer soll an seiner Schule illegale Kopien von Microsoft Windows und Office verwendet haben. Durch den offenen Brief von Michael Gorbatschow an Bill Gates wurde der Fall berühmt. Obwohl selbst der russische Präsident Vladimir Putin den Prozess als „kompletten Blödsinn“ bezeichnet und auch Microsoft sich von diesem Fall distanziert, lässt die Staatsanwaltschaft nicht locker.

Anscheinend glaubt ein ehrgeiziger Staatsanwalt, sich mit diesem Gerichts-Skandal profilieren zu können. Interessant ist dabei die Situation, dass zivilrechtlich gar kein Kläger vorhanden ist, der die Verletzung seiner Urherrechte einklagt oder Schadenersatzansprüche geltend macht. Demnach muss es sich bei Urheberrechtsverletzungen in Russland um Offizialdelikt handeln. Ein komisches Recht haben diese Russen. Da ist mir unser schweizer Recht um einiges sympathischer.