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Im iPhone-Apfel ist der Wurm drin

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Mittwoch, 17. Oktober 2007

Apple’s iPhone kommt nicht mehr aus den negativen Schlagzeilen. Das multifunktionale Apfel-Telefon enthält giftige Schadstoffe und Greenpeace hat diesen Skandal an die Öffentlichkeit gebracht: Das iPhone enthält unter anderem Bromverbindungen und als fortpflanzungsschädigend eingestufte Phthalate (Weichmacher) . Deshalb dürfen diese Stoffe in Europa in Kinderspielzeugen nicht verwendet werden. In Mobiltelefonen sind die Weichmacher zwar nicht ausdrücklich verboten, aber andere Mobiltelefon-Hersteller verzichten bereits freiwillig auf den Einsatz dieser giftigen Stoffe. Auch Apple-Boss Steve Jobs versprach noch im Mai 2007, aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen, und gelobte mit „A Greener Apple“ Besserung. Leider blieb es bisher beim Lippenbekenntnis. „Steve Jobs hat die Chance verpasst, das iPhone als ersten Schritt zu nutzen, um Apple-Produkte grüner zu machen“, kritisiert Zeina Alhajj, Chemie-Expertin von Greenpeace. „Apple scheint weiter von der Vorreiterrolle bei grüner Elektronik entfernt zu sein als Konkurrenten wie Nokia, die bereits PVC-freie Handys verkaufen.“

Die kalifornischen Gesetze schreiben vor, dass Produkte, die giftige Stoffe enthalten, mit einem Warnhinweis zu versehen sind. Apple hat eben dies unterlassen und deshalb bereit nun das US-amerikanische „Center for Environmental Health“ eine entsprechende Klage vor.

Solch negative Publicity tut niemandem gut. Vor allem nicht, wenn er gerade in der weltweiten Einführungsphase eines neuen Produktes mit Kultpotential ist und die Erwartungen der Kunden mindestens so hoch wie der stolze Preis sind. Ob und wie stark sich das auf den Aktienkurs auswirken wird, werden wir schon in den nächsten Tagen erfahren. Sollte Apple es nicht schaffen, innert nützlicher Frist ein stark überarbeitetes iPhone anzubieten, das auch auf die nutzenmindernde Kundenknechtungsmassnahmen (AT&T SIM-Lock und iTunes-Aktivierung/Bindung) verzichtet, wird die weitere Einführung (vor allem im Schweizer Markt) garantiert ein Flop. Dabei hatte doch alles so toll geklungen bei der ersten Produktankündigung.