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Skype ist nicht vertrauenswürdig

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Freitag, 3. Oktober 2008

Tom-Skype, ein gemeinsames Tochterunternehmen der Hongkonger Tom Group und der US-amerikansichen Skype-Mutter eBay, überwacht mit der chinesische Variante von Skype die Kommunikation von Skypern in China. Nachrichten werden auf vermeintlich heikle politische Inhalten hin untersucht und im Falle eines Treffers blockiert und auf unsicheren Servern gespeichert, heisst es in einem Bericht von Computerfachleuten und Menschenrechtsaktivisten der Forschergruppe Citizen Lab von der Universität Toronto.

Tom-Skype speichert angeblich die gefundenen Mitteilungen mit persönlichen Daten, Benutzernamen, IP-Adressen oder Telefonnummern auf mindestens acht Servern. Die Überwachungsvorrichtungen von Tom-Skype sind Teil des staatlichen Abhörapparats, des so genannten „Golden Shield Project“, das auch als „Great Firewall of China“ bekannt ist. Die Überwachung beschränkt sich angeblich nur auf Textnachrichten. Telefongespräche seien davon nicht betroffen. Das klingt jedoch sehr unglaubwürdig und erschüttert das Vertrauen in Skype. Damit hat sich Skype selber ein Ei gelegt.

Bisher wurden die Nutzer im Glauben gelassen, die Verschlüsselung auf Skype sei besonders sicher und schütze vor Überwachung. Dem ist nun anscheinend überhaupt nicht so. Wenn Textnachrichten auf dem Übertragungsweg entschlüsselt werden, dann ist das auch für Telefonate möglich, denn aus technischer Sicht handelt es sich in beiden Fällen einfach nur um einen Datenstrom, der ver- bzw. entschlüsselt wird. Im Falle von Auslandverbindungen verletzt Skype nicht nur die Menschenrechte von Chinesen sondern auch die des Kommunikationspartners im Ausland. Das ruft doch förmlich nach der Weltpolizei USA zumal Skype ein US-amerikanisches Unternehmen ist. Mr. Policeman where are you?

Wenn die Kommunikation in TOM-Skype unsicher ist, dann kann davon ausgegangen werden, dass dies auch für die reguläre Version von Skype gilt. Schon lange wird gemunkelt, dass Skype ein Hintertürchen für die NSA und andere Schnüffler in die Software eingebaut hat. Der Forschungsbericht Breaching Trust des Citizen Lab an der University of Toronto lässt uns Böses ahnen.



2 Kommentare

  1. Kommentar von russel
    Samstag, 25. Oktober 2008; 11:34

    Na da hoffe ich, das die nicht irgendwann mal vor meiner Türe stehen. Was ich schon im Skype gelästert habe 😀

  2. Kommentar von LD
    Samstag, 25. Oktober 2008; 16:23

    Glaubst Du Dich im Visier der NSA? Planst Du einen Terroranschlag? Ohne einen „hinreichenden“ Verdacht oder einen triftigen Grund (z.B. Wirtschaftsspionage) wird sich wohl kaum jemand die Mühe machen, Deine Gespräche abzuhören und auszuwerten. Das müsste sich schon lohnen. Zum Lästern trifft man sich übrigens besser bei einem Bierchen. Das stärkt das Gemeinschaftsgefühl. 🙂