Month: Februar 2008

Datumsfehler im schweizer Detailhandel

Suchard SchokoladenhaseDie Schweiz ist weltweit berühmt als das Schokoladenland und neuerdings kommen auch Russen, Chinesen und Inder zunehmend auf den swiss Schoko-Geschmack. Vermutlich wird der Schokoladen-Export dieses Jahr einen neuen Rekord verzeichnen.

In den IT-Systemen des schweizer Detailhandels scheint sich allerdings ein Datumsfehler eingeschlichen zu haben. Anders kann ich mir kaum erklären, dass bereits jetzt schon vor den Ski-Ferien überall Schokoladenhasen und -ostereier in den Verkaufsregalen stehen.

Virtuelle Welten am Open Forum ’08

gis hat einen interessanten Beitrag zum Panel zum Thema „Virtuelle Welten“ am Open Forum Davos 2008 gepostet (inkl. 90-minütigem YouTube-Video). Mit Rafael Capurro (Professor für Informationswissenschaft und Informationsethik, Hochschule der Medien Stuttgart), Philip Rosedale (CEO von Linden Labs), Joseph Weizenbaum (Professor für Informatik am MIT), Reid Hoffman (Präsident und Vorsitzender von LinkedIn), Dr. Florence Develey (Pfarrerin aus Reinach/Basel) und Lo├»c Le Meur (CEO von Seesmic) war die Diskussionsrunde prominent bestückt.


Davos Open Forum 2008 – Virtual Worlds – Fiction or Reality?

Anything But iPod – MP3 Player auf Vormarsch

Anything but iPod

Wenn ich am Morgen zur Arbeit fahre, treffe ich im Zug immer mehr Menschen, die kleine Lautsprecher in den Ohren tragen und meist etwas geistesabwesend wirken. Ganz selten hole auch ich mein MP3-taugliches Handy heraus, um meinem Geist über das Headset ein bisschen „good vibrations“ zu gönnen. Damit ich es mit genügend Schallfutter bestücken kann, habe ich mir heute eine 2GB microSD-Karte bestellt. Ja, manchmal lasse auch ich mich von Modeerscheinungen verleiten, wenn sie so angenehm sind. ­čśë

Das erinnert mich etwas an die Zeit, als ich als Teenager eines der ersten Walkmans mit eingebautem Radio besass. Das Teil liegt heute noch irgendwo in meinem Schrank. Damals trugen nur die Jungen solche mobile Audio-Reproduzenten mit sich herum und die Rollschuhe hatten noch nicht alle Räder in einer Reihe. Heute schmücken sich auch gesetztere, technophile Herren mit kleinen MP3-Playern in der Westentasche. Damen sind damit weniger anzutreffen, wahrscheinlich weil sie mit SMS zu beschäftigt sind.

Vermutlich ist Apples iPod, wovon es mittlerweile auch mehrere verschiedene Modelle gibt, immer noch der meistverkaufte Musikant für die Hosentasche – aber vielleicht gar nicht mehr lange. Die Konkurrenz hat das Markpotenzial längst erkannt und rüstet sich für den Angriff. Sony, Archos, SanDisk, Apacer, Grundig, Philips, MPIO, Creative, iRiver und Co. bieten Geräte, die zum Teil sogar das iPod touch und das iPhone vor Neid erblassen lassen – und das zu einem wesentlich günstigeren und faireren Preis. Auf Anything But iPod hat sich die Gilde der MP3-Player als Alternative zum Apfelspieler versammelt. Die ausführlichen Testberichte und sehr übersichtlichen, aussagekräftigen Produktvergleiche erleichtern den Kaufentscheid. Wer Lust hat, kann sich mit Gleichgesinnten im Forum über Features, Tipps und Multimedia austauschen. Apple wird sich warm anziehen müssen.

Windows XP – Frist verlängert

Windows XP Logo SmallNutzer von Windows XP können aufatmen. Microsoft hat anscheinend die Petition „Save XP“ erhört und die Frist für die Einstellung des Verkaufs von Windows XP nun doch bis zum 30. Juni 2010 verlängert. Damit erhalten besonders Kleinbetriebe mehr Zeit, um ihre Systeme umzustellen – zum Beispiel auf Linux, sofern es die Branchensoftware zulässt.

Update, 12.02.2008: Dabei könnte es sich um eine Falschmeldung handeln. Microsoft hat die Verkaufsverlängerung offiziell noch nicht bestätigt.

Update, 10.03.2008: Die Redmonder hatten nicht mit dem Erfolg der kleinen, genügsamen Rechenknechte gerechnet. Dem Ressourcenhunger von Windows Vista sind sie nunmal einfach nicht gewachsen. Nun soll Windows XP doch noch als genügsames Betriebssystem auf Subnotebooks wie dem EeePC von Asus noch eine ganze Weile weiterleben. Anscheinend möchte Microsoft auch auf der Erfolgswelle der Kleinstrechner mitreiten und springt dazu über ihren eigenen Schatten.

Update, 15.03.2008: Allein dieses Jahr sollen 5 Millionen EeePC aufgeliefert werden, wobei rund 60 Prozent mit Windows XP bestückt werden sollen. Unklar ist allerdings noch, um wie lange dies die Verkaufsfrist verlängert.

Certified Driver’s License für MS-Software

Microsoft Certified SpecialistWenn Automobil-Hersteller ihre eigenen Führerscheinprüfungen anbieten würden, die genau auf die Bedienung ihrer eigenen Fahrzeuge abgestimmt wären, würde die Welt nur den Kopf schütteln. In der Software-Welt ist das anders. Der „europäische Leistungsausweis“ (ECDL) und der schweizerische „Informatik Anwender SIZ“ bekommen Gesellschaft durch den „Microsoft Certified Application Spezialist“ (MCAS) des grossen Fensterherstellers als neusten Baustein seines Zertifizierungs-Zoos, der dem User sein Experten-Wissen für Microsoft Office 2007 und Windows Vista bezeugen soll. Ich warte lieber auf den „Chevrolet Certified Expert Driver“ – it’s a big plus ­čÖé

Ingenieure sind die besseren Terroristen

HandgranateHeute habe ich mich krum gelacht ob einer Meldung beim Inquirer. Zwei britische Soziologen (Diego Gambetta, Soziologieprofessor in Oxford, und sein Assistent Steffen Hertog von der Durham University) sollen im Rahmen einer Studie festgestellt haben, dass sich unter den 404 ausgewerteten Profilen von „Dschihadisten“ auffällig viele Ingenieure befinden. Sie kommen zum Schluss, das Studium der Ingenieurwissenschaften fördere terroristische Denkstrukturen und begünstige angeblich auch im Westen die Laufbahn als Terrorist Allahs. Nur für links- oder rechtsextreme Gruppen hätten Ingenieure nix übrig.

Der letzte Satz stimmt sicher für die meisten Ingenieure. Auch dass ein Ingenieur-Studium zur Ausbildung spezieller Denkstrukturen führt, ist sicherlich richtig. Wenn man während dem ganzen Studium in analytisch-konzeptionellen Fähigkeiten gedrillt worden ist, nimmt man seine Umwelt etwas analytischer und meist differenzierter wahr als zum Beispiel ein Soziologe – ingenieurmässig eben. Ingenieure tun sich aber generell schwer, sich einer politischen Partei anzuschliessen. Das liegt daran, dass sie die Welt nicht einfach nur in Rechts und Links einteilen, d.h. sie nicht bloss auf eine Gerade projizieren. Für sie ist und bleibt die Welt n-dimensional. Zudem lösen studierte Ingenieure Probleme normalerweise sachorientiert und nicht politisch-opportunistisch. Extreme Positionen beziehen sie deshalb nur äusserst selten bis gar nie.

Soziologie ist aber nunmal keine exakte Wissenschaft und mit ihren Schlussfolgerungen haben die beiden Autoren voll in die Schüssel gegriffen. Sie haben ganz einfach Ursache und Wirkung verwechselt. Nicht die Ingenieure suchen den Anschluss zu den Terroristen, sondern diese suchen sich Ingenieure mit den passenden Fähigkeiten oder eignen sich diese an, indem sie ein Ingenieurstudium absolvieren. Die moderne Kriegsführung und vor allem die terroristische verlangt immer mehr nach technischen Fähigkeiten – Ingenieurfähigkeiten eben. Als Schuhverkäufer oder Friseur ist man diesbezüglich einem Ingenieur im Nachteil. Ingenieure sind eben einfach die besseren Terroristen.