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Neues aus Absurdistan 3

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Mittwoch, 12. August 2009

Wie funktioniert das mit der Abwrackprämie in Deutschland? Darf und soll man Banken sterben lassen wie andere Unternehmen, wenn sie eigentlich schon pleite sind?

Abwrackprämie

Nach dem Platzen gleich mehrerer Finanzblasen in Serie ist der Geldumlauf ins Stocken geraten und damit auch die gesamte Wirtschaft. Wir haben eine globale Wirtschaftskrise. Das dürfte mittlerweile auch bei den mit Schuldbildung weniger Gesegneten angekommen sein. Es gibt zwischendurch zwar immer wieder ein paar Optimisten, welche die Talsohl der Krise bereits hinter uns sehen und auch das zwischenzeitliche Strohfeuer an den Börsen könnte man naivermassen durchaus so interpretieren. Doch wer ein bisschen mehr Nervenzellen zwischen den Ohren hat, weiss oder ahnt zumindest, dass die eigentliche Krise noch vor uns liegt. Zum Glück sind die Regierungen da nicht untätig und bekämpfen die Krise aktiv …

Die Regierungen aller Länder versuchen mit diversen Massnahmen die Konjunktur zu beleben, indem sie den Geldumlauf nach keynesianischem Rezept durch Konsumanreize ankurbeln wollen. Schliesslich will sich kein Politiker Untätigkeit vorwerfen lassen, auch wenn der Aktivismus nichts ausser neuen Schulden bringt. Mitunter resultieren aus diesen Bemühungen die verrücktesten Ideen. Die „Abwrackprämie“ Deutschlands gehört sicher dazu. Offiziell wird dem Volk die vermeintliche Konjunkturmassnahme als „Umweltprämie“ verkauft. Das tönt einfach besser, denn damit wird an unser Umweltgewissen appelliert – ein Wirtschaftsgewissen haben schliesslich nicht. Wer alte umweltbelastende Autos aus dem Verkehr zieht, indem er ein neues, umweltfreundliches kauft, wird dafür mit einer Prämie von Vatter Staat belohnt. Wie das Ganze funktionieren soll, erklärt der Film „Abwrackprämie online„:

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Man vernichte ein noch funktionsfähiges Fahrzeug und kaufe eines, das ein bisschen weniger Sprit verbraucht, aber dafür energieintensiv hergestellt wurde. Die Umweltbelastung durch die Herstellung des Neuwagens wird zwar nie den nun eingesparten Mehrverbrauch der alten Kiste kompensieren können – auch pro rata temporis nicht. Wichtig ist nur, dass man sich ein gutes Gewissen einreden kann, etwas für die Umwelt und zugleich auch für den Wirtschaftsaufschwung getan zu haben. Für die neuen Staatsschulden dürfen dann die kommenden Generationen gerade stehen. Ich habe noch nie verstanden, wieso vor allem ausgerechnet linke Kreise der konsumorientierten und damit kapitalistischen und umweltfeindlichen Wirtschaftstheorie von John Maynard Keynes nachhängen …

Warum Banken nicht einfach sterben können

Ist doch logisch: weil die Abwicklung einer Bank ungleich schwieriger ist als jene eines Industrieunternehmens und dies unter anderem, weil die Handelsware der Bank Geld in Kombination mit Zeit ist. Schliesslich besteht die Bilanz einer Bank aus einem komplizierten Netz von Produkten. So jedenfalls sieht das Bankenexperte Dirk Schiereck von der Universität Darmstadt in der „Financial Times Deutschland„.

Die Expertise mancher Experten besteht wohl darin, etwas über längere Zeit nicht verstanden zu haben. Ein Leben lang falsch gemacht und immer noch nichts dazu gelernt: auch das ist eine Art von Erfahrung …