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Obama für den Weltfrieden

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Freitag, 23. Oktober 2009

Barack Obama als MessiasObama wird immer mehr zur Ikone und zum Messias eines neuen Zeitalters der Globalisierung hochstilisiert. Sogar der Friedens-Nobelpreis wird ihm dieses Jahr verliehen, weil er angeblich ein Hoffnungsträger für den Weltfrieden sein soll, obwohl er bisher im Grunde rein gar nichts für den Frieden getan hat. Ein US-amerikanischer Präsident, der sein Land in Kriege ziehen lässt, kann aber kein Messias sein, dazu sind die Interessen der USA und der restlichen Welt zu gegensätzlich, wenn nicht sogar unvereinbar.

Obama hat bisher in allen seinen Reden den Führungsanspruch der USA auf diesem Planeten bekräftigt. Auch an der Verschwörungstheorie des islamischen Terrorismus hält er unbeirrt fest und sieht sie als Legitimation, die US-Präsenz in Afghanistan weiter auszubauen. Aus dem Irak scheint er sich jedoch zumindest vordergründig zurückziehen zu wollen. Die Wahrheit ist aber, dass sich die USA den schweineteuren Krieg um das irakische Erdöl, der jährlich mehr als eine Billion US-Dollar verschlingt, eigentlich nicht weiter leisten und vor dem eigenen Volk nicht mehr rechtfertigen können. Andererseits würde ein rascher Abzug der Besatzer ein (zu) grosses Machtvakuum hinterlassen, dessen Konsequenzen noch gar nicht richtig abschätzbar sind. Sicher ist nur, dass dies zu einer weiteren Destabiliserung im Irak führen würde. Aber auch davon könnten die USA profitieren. Aber zunächst einmal konzentrieren sich die USA auf die Sicherung der grössten Reserven fossiler Energieträger im Gebiet des Kaspischen Meeres von Pakistan und Afghanistan aus. Der Kampf gegen die „Terroristen“ verschafft ihnen die Legitimation, sich dort zu stationieren.

Barack Obama kämpft um EnergieEs ist gar nicht so lange her, dass die gleichen Leute, die heute von den Westmächten als „Terroristen“ bezeichnet werden, noch bis vor nicht allzu langer Zeit allen voran von den USA als Freiheitskämpfer gewürdigt und mit Waffen versorgt wurden, solange sich ihr Kampf gegen die „sowjetischen Aggressoren“ oder den Islamischen Revolutionsführer Ajatollah Khomeini wandte. Für diese „Terroristen“ ist es aber grundsätzlich irrelevant, wer gerade ihr Feind ist. Diese Menschen haben eine andere „Leitkultur“ als wir. Sie bekämpfen jeden, der ihrem Lebensmodell und ihrem Wertesystem in die Quere kommt. Nach dem Untergang der Sowjetunion konnte das Feindbild, das den kalten Krieg begründet und geprägt hat, nicht länger aufrecht erhalten werden. Also brauchten die USA einen neuen Feind, auch wenn die Bedrohung durch diesen nicht wirklich ernst zu nehmen war. Dem konnte getrost etwas nachgeholfen werden, indem man die Wahrnehmung der Öffentlichkeit über die Medien gezielt beeinflusste. Diese Manipulationen der öffentlichen Meinung durch die veröffentlichte Meinung entsprechen den Konzepten des ehemaligen Desinformationsbüros des KGB und sind diesen mindestens ebenbürdig. Dazu gehört unter anderem auch, alle störenden Stimmen, die andere Ansichten vertreten, systematisch als Verschwörungstheoretiker zu diskreditieren.

Barack Obama als heiliger KriegerEs liegt nicht in meiner Absicht, den Terror durch militante Islamisten zu verharmlosen oder gar ganz zu leugnen. Es gibt ihn. Nur dürfen wir dabei nicht das Mass aus den Augen verlieren und sollten die Relationen richtig einschätzen. Ebenso ist der Hass in muslimischen Teilen der Welt gegen die ehemaligen Kolonialmächte und ihre Nachfolger, welche sie jahrzehntelang ausgebeutet haben und es zum grossen Teil auch heute noch tun, im geschichtlichen Kontext zu betrachten. Dieser Hass ist der ideale Nährboden, einen neuen Feind aufzubauen, den es zu bekämpfen gilt. Denn nur so kann die ganze Kriegsindustrie ihre Existensberechtigung aufrecht erhalten. Zudem eint ein gemeinsames Feindbild die eigenen Reihen. Das wiederum festigt die Macht der regierenden Elite.

Obama kämpft nicht nur um Energieressourcen für sein Land. Dieses muss er auch noch sicher durch den Sturm der Wirtschaftskrise führen. Sein aktuelles Konjunkturprogramm kann jedoch kurz- bis mittelfristig höchstens für einen moderaten Anschub sorgen und löst keines der Probleme, die zur Weltwirtschaftskrise geführt haben. Obama wird Federal Reserve-Chef Bernanke mit seiner ausufernden Gelddruckmaschinerie nicht bremsen, denn er braucht ihn, um sein Konjunkturprogramm zu finanzieren. Im Gegenzug ist die FED auf einen Präsidenten angewiesen, der ihr genügend Gründe liefert, die Geldmenge auszuweiten und damit die Staatsverschuldung voran zu treiben. So werden die US-Bürger weiter durch kollektive Verschuldung enteignet und die ganze USA wird schon bald der FED gehören. Das war auch schon im Amerikanischen Bürgerkrieg so. Darauf gründet der Reichtum der FED und ihrer privaten Eigentümer. Ein US-Präsident hätte ohne die Unterstützung der FED gar keine Überlebenschance. Hier wäscht eine Hand die andere.

Ich kann Obama aber eigentlich gar keinen Vorwurf machen, denn unter den gegebenen Umständen macht er das einzig Machbare. Zwar treibt er sein Land zusammen mit der ganzen Welt in die Verschuldung und in den wirtschaftlichen Kollaps, aber zugleich finanziert er damit den Wiederaufbau der maroden US-Infrastruktur, die sich anders gar nicht finanzieren liesse. Wahrscheinlich hofft er, diese Schulden durch die kommende Hyperinflation mit einem Lächeln tilgen zu können. Ob diese Rechnung aufgeht, wird sich schon bald zeigen. Aber Obama für seine bisherigen Leistungen und seine Zukunftspläne und guten Vorsätze gleich als Messias zu sehen und ihm den Friedens-Nobelpreis zu verleihen, ist wohl kaum angebracht.