Spass und Spiel

Warnung vor Weihnachtsgrusskarten

Weihnachtsgrusskarten zu verschicken hat eine lange Tradition. Die Wahl der passenden Karte wird vielen zur Qual und dann müssen diese auch noch gekauft werden. Die Portokosten sind für viele ein zusätzliches Hindernis. Erlösung verspricht hier der Cyberspace. Das Internet senkt die Hürden und bietet mit Email und elektronischen Weihnachtsgrusskarten eine meist kostenlose Alternative.

Aber Achtung! Auch Verbreiter von Schadsoftware haben diesen Absatzkanal für sich entdeckt. Diese Cyber-Kriminellen bieten eine Vielzahl entsprechender Internetdienste an oder versenden gleich selber unaufgefordert elektronische Weihnachtsgrüsse an die Liste ihrer Spam-Empfänger. Die Freude über die vermeintliche Aufmerksamkeit ist nur von kurzer Dauer. Als kostenlose Zugabe liegt dem Email im Anhang ein unliebsames Überraschungsei bei. Beim Öffnen istalliert sich die Schadsoftware selbständig – oft auch unter Ausnützung von Schwachstellen im System. Betroffen sind die unterschiedlichsten Dateiformate: PDF, Bilder, Musik, Videos, Flash, Powerpoint, Word, Excel, etc. Alternativ gibt’s einen Link auf eine Webseite, wo die Grusskarte einschliesslich dem Virus abgeholt werden kann. Wer dann auch noch mit Administrator-Rechten arbeitet hat schnell Pech gehabt.

Im Zweifelsfall sollte man verdächtige Emails gar nicht öffnen, sondern direkt ungelesen löschen. Auch der Computer eines bekannten Absenders kann bereits befallen sein und selbständig Emails an alle Adressen in der Kontaktliste verschicken. Virenfreie Weihnachten zu geniessen ist nur den Vorsichtigen vergönnt.

Spieleindustrie lernt aus Fehlern der Musikindustrie

EA Sports Chef Peter Moore sprach sich auf der aktuellen Games Convention in Leipzig gegen die juristische Verfolgung von Tauschbörsennutzern aus: „Es hat für die Musikindustrie nicht funktioniert. […] Ich persönlich denke, wir sollten nicht in die selbe Falle tappen wie die Musikbranche. Er versicherte, Electronic Arts hege keine Pläne, die eigenen Käufer rechtlich zu bedrohen.

Die teuren Honorare für die Rechtsanwälte können bestimmt sinnvoller investiert werden, als zur Verklagung von P2P-Filesharern. Moore’s Einsicht hat jedoch mehr ökonomische als ethische Hintergründe, denn wer seine Kunden verärgert, macht schliesslich seinen eigenen Markt kaputt. Die Musik- und Filmindustrie kann ein Lied davon singen. Da kann man nur hoffen, dass auch Moore’s Mitbewerber dies so sehen.

Juristen erklären die Informatik

Wenn Juristen die Rechtslage im Zusammenhang mit technischen Themen beurteilen müssen, sind sie mit ihrem Latein nur allzu rasch am Ende. Das alleine ist noch kein aussergewöhnliches Problem und liesse sich leicht durch den Beizug eines sach- und rechtskundigen Ingenieurs lösen. Wenn allerdings solche Rechtsgelehrte in der Richterrolle in Unkenntnis oder Verkennung der Technologie Recht sprechen, wird es allerdings höchst problematisch, denn sie Entscheiden oftmals über Schicksale von Personen und Unternehmen. Immer wieder führt technisches Nicht- und Halbwissen, vor allem wenn es zu allem auch noch (bewusst oder unbewusst) juristisch falsch interpretiert wird, zu Urteilen, bei denen ich manchmal nicht so recht weiss, ob ich lachen oder weinen soll. Auf jeden Fall möchte dann am liebsten in die Tischkante beissen.

Zum Glück gilt das nicht ganz für alle Juristen. Es gibt immer wieder Ausnahmen, die manchmal selbst mich erstaunen. Alexander Koch, seines Zeichens selber Doktor der Rechtswissenschaften und Freund der Informationstechnologie, hat unter daufaq.de Zitate aus Gerichtsurteilen und juristischer Fachliteratur zusammengetragen. Hier sind zwei meiner liebsten Brocken:

F: Woraus bestehen Daten auf einer Festplatte?
A: Elektronische Daten … bestehen – unabhängig davon, ob sie sich lediglich im Arbeitsspeicher befinden oder auf einem Datenträger wie Diskette/Festplatte o.ä. gespeichert sind – aus elektrischer Spannung und unterfallen daher nicht dem sachenrechtlichen Sachbegriff.

F: Worum handelt es sich bei dem so genannten World Wide Web (WWW)?
A: Bei diesem handelt es sich um ein auf dem Internet fußendes Programm, in dem sich Unternehmen, Institutionen und Privatpersonen mit Informationen, Werbung usw. in optischen und akustischen Darstellungen präsentieren können.

Ich hoffe, dass immer mehr Juristen den Zugang zu technischen Themen finden. Dann fällt meine Zahnarztrechnung tiefer aus und die Tischplatten leben länger.

Achmed the Dead Terrorist

Achmed the dead terroristTerrorismus ist „en vogue“ und noch viel mehr die paranoide Angst davor. Weshalb muss ein Staat, der nichs Unrechtes getan hat, Angst vor terroristischen Anschlägen haben? Dankenswerter Weise gibt es mit unseren Steuergeldern bezahlte Leute, die uns vor dem Terrorismus beschützen wollen – oder zumindest so tun. Ok, ein bisschen unserer Privatsphäre müssen wir zu Gunsten der Überwachung der Allgemeinheit im Namen des Gemeinwohls an die Überwacher abtreten, damit Rasterfahnder mit ihrer künstlichen Intelligenz jeden potenziellen Terroristen identifizieren können, bevor dieser auf die Idee kommt, seine Seele dem Terrorismus zu verkaufen. Aber schliesslich muss niemand Böses befürchten, der nichts Schlimmes getan hat oder zu tun beabsichtigt …

Am besten kippt man den ganzen Terror- und Überwachungsmüll einfach ins Klo oder verarbeitet die Volkstraumatisierung mittels sarkastischer Parodie wie Jeff Dunham, einer der begabtesten Bauchredner, der mit seiner Dauerstänkerer-Puppe „Walter“ berühmt wurde. Mit „Achmed the Dead Terrorist“ füllt er zur Zeit die Hallen. Heute bekam ich dieses Video zugemailt (welch grässlicher Anglizimus):

Der Clip wurde bei YouTube bereits über 40 Millionen mal abgerufen. Wer mit dem Englisch etwas Mühe hat, kann die Nummer auch mit deutschen Untertiteln ansehen. Viel Spass!

Mit Virgle zum Mars

Virgle LogoAuch Google gibt sich heute lustig und fantasiereich. Zusammen mit Virgin-Gründer Richard Branson wollen die Google-Gründer Larry Page und Sergey Brin mit der Mission Virgle die erste bemannte, ständige Kolonie auf dem Mars gründen (siehe auch die Pressemeldung dazu). Abenteuerlustige können sich als Pioniere bewerben. Aktuelles dazu gibt’s auch auf dem Virgle-Channel bei YouTube. Google hat für diesen Aprilscherz keine Mühe gescheut. Das muss man sich wirklich reinziehen.

Prozessor-Kühlung durch Gegenwärme

Im Beitrag „Gegenwärme führt zu effizienter Kühlung von Prozessoren“ ist auf heise online zu lesen, wie mit „destruktiver Wärmeinterferenz“ die Prozessor-Kühlung revolutioniert werden kann:

Mit Gegenwärme soll in unmittelbarer Nähe der Chipoberfläche die Hitze deutlich reduziert und schneller zu den Kühlsystemen übertragen werden. Das Verfahren erinnert an Gegenschall, mit dem Schallwellen in einem begrenzten Raum durch phasenversetzte Wellen ausgelöscht werden. Übertragen auf die Wärmestrahlung bedeutet das, es muss elektromagnetische Strahlung (nichts anderes ist Wärme) erzeugt werden, die an der Chip-Oberfläche passend phasenversetzt ist. Diese Gegenstrahlung kommt von verschiedenen Kernen in Multikernprozessoren. Erst mit speziellen Algorithmen, zum Beispiel für Doppelkern-CPUs, kann die Wärmestrahlung gezielt so gesteuert werden, dass an der unmittelbaren Oberfläche der CPU die Wärme durch destruktive Interferenz teilweise ausgelöscht wird.

Die Effektivität der Methode wird dann wie folgt beschrieben:

Diese Energie verschwindet natürlich nicht, Energieerhaltung gilt nach wie vor, stattdessen entsteht mehr Wärme einige Mikrometer oberhalb der Die-Fläche. Herkömmliche Kühlverfahren können diese Wärme dann sehr einfach abführen.

Im Klartext heisst das: Man erzeuge zusätzliche Wärme und führe auch diese auf herkömmlichem Wege ab. Wärme, die sich phasenversetzt selber überlagert und dadurch selber eliminiert oder eben doch nicht. Ein grossartiger Aprilscherz aus dem Reiche der Physik – etwas umständlich und widersprüchlich erklärt. Das erinnert mich an einen anderen Scherz aus dem Hause heise vor ca. fünfzehn Jahren: Mit einem Spezialprogramm sollte die Umwucht einer Festplatte, welche durch ungleichmässig verteilte „0“ und „1“ entsteht, durch Reorganisation der Bits ausgeglichen werden. Und alle wollten das Programm haben, um die eigene Harddisk vor Zerstörung durch „digitale Unwucht“ zu bewahren. 🙂

Partyknaller: Portraits als Phantombilder

a flash face - but not mine

Der neuste Partyknaller sind (Selbst-) Portraits als Phantombilder. Jeder geladene Gast erhält vorgängig den Auftrag, sich selber bei Ultimate Flash Face zu portraitieren und das Resultat seiner Kunstfertigkeit zur Fete mitzubringen. Mit etwas Geduld und Übung lassen sich mit dem Online-Tool wirklich sehr realitätsnahe Gesichter erzeugen, wie meine ersten Versuche hier beweisen (nein, das ist kein Selbstportrait). Auch Business Workshops und Seminare erhalten mit dem Gesichterdesignen eine spielerische Note und erleichtern die Unfreezingphase. Als Variante bekommt jeder ein Foto von einer anderen Person zugeschickt, die er beziehungsweise sie phantom-portraitieren soll. So hat man von Beginn an genügend Lacher und Gesprächsstoff für den ersten Smalltalk. Einfach mal ausprobieren!

Wir können alles ausser Deutsch, aber dafür Denglisch

Anglizismen und Buzzwords erobern immer mehr die Deutsche Sprache – vor allem in der IT-Welt. Aber es gibt auch bereits eine Gegenbewegung, wie Daniel Hinderink in seinem Beitrag „Anglizismen sind out“ zum um sich greifenden denglischen Sprachmüll bei IT-Frontal beschreibt. Die Acappella-Combo „Wise Guys“ bringt es mit dem Song „Oh Herr, bitte gib mir meine Sprache zurück“ auf den Punkt: