Month: November 2010

Echtzeitüberwachung via Spielkonsole KINECT

Microsoft Kinect für Xbox 360

Microsoft verkauft „Kinect“ zur Erweiterung der Xbox 360 als Revolution und das Ding hat durchaus Potential, zum Renner zu werden, zumal auch der Preis von 150 Euro beziehungsweise 199 Schweizer Franken alles andere als überrissen ist. Mit Kinect kommt die Spielkonsole ohne Controller aus, denn Kinect funktioniert wie ein 3D-Touchscreen, nur dass es nicht mit den Fingern sondern mit dem ganzen Körper gesteuert wird. Couch Potatoes werden kaum Gefallen daran finden. Das ist nur etwas für bewegungsaktive Menschen und für solche, die nichts zu verbergen haben und sich gerne ausspionieren lassen …

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Politisch korrekte Sprache

„Political Correctness“ mag vordergründig ein gut gemeintes Zeichen für falsch verstandene Toleranz sein, führt aber paradoxerweise zu Diskriminierung und Bevormundung im täglichen Sprachgebrauch. Wenn wir uns nicht mehr so ausdrücken dürfen, wie wir denken, werden wir auch im Denken selber beschränkt und können uns und unsere Gedanken unseren Mitmenschen nicht mehr richtig mitteilen. Dies führt zu Kommunikationsdefiziten, Einschränkung der Meinungsfreiheit und zur Vergewaltigung des Geistes. Neurolinguistische Programmierung (NLP) kann durch gezielte Manipulation der Sprache auch zur Gehirnwäsche eingesetzt werden. Die Auswirkungen kann man bereits an verschiedenen Werteverschiebungen in unserer Gesellschaft vor allem im „Gender“-Bereich beobachten. Bei genauerem Hinsehen entpuppen sich Gender-Fetischisten als Sprachterroristen.

Sehenswert dazu ist das Interview mit dem Philosoph Robert Spaemann zur politisch korrekten Sprache:

Politische Korrektheit führt zu Totalitarismus und ist eines seiner wichtigsten Mittel, um eine Leitkultur zu diktieren. Das haben uns bereits die Nationalsozialisten und Kommunisten vorexerziert.

Neues aus Absurdistan 11

Onlinekartendienste wie Google Maps und Bing Maps erfreuen sich grosser Beliebtheit nicht nur bei Privatanwendern sondern auch bei Spionen, Einbrechern, Terroristen, den Medien und sogar beim Militär. Doch leider ist das Kartenmaterial nicht immer über alle Zweifel erhaben. Das musste auch der nicaraguanische Militärkommandeur Edén Pastora erfahren, der seine Truppen an den See „San Juan“ im Nachbarland Costa Rica verlegte und dort die Flagge Costa Ricas einzog, um die nicaraguanische Landesflagge zu hissen, angeblich weil Google den Grenzverlauf um rund 2.7 Kilometer versetzt anzeigte. Die Kartendaten stammten vom US Department of State. Ob dies nun auf einen Fehler oder eine bewusste Fälschung zurückzuführen ist, ist unklar, zumal der Grenzverlauf zwischen den beiden Ländern schon länger umstritten ist. Jedenfalls beschwor der Kommandeur damit einen Konflikt zwischen den beiden Staaten herauf. Der militärische Einmarsch in Costa Rica hätte durchaus als Kriegserklärung aufgefasst werden können. Doch Costa Rica hat schon seit Jahrzehnten keine Armee mehr, seit der damalige Präsident José Figueres Ferrer diese abgeschafft und die Armeelosigkeit in der Verfassung festgeschrieben hat. So konnte die Bananenrepublik dem Eindringling auf militärischer Ebene nichts entgegen setzen. Es blieb bei der Empörung Costa Ricas und die Regierung erwägt, die UNO einzuschalten, denn dies war nicht der erste Grenzverstoss. Der Volkszorn schwelt zunehmend.

Es ist schon erstaunlich, welch ein Vertrauen solchen Gratisdienstleistungen entgegengebracht wird. Trotzdem bin ich nicht wirklich überrascht. Schliesslich vertrauen bereits seit längerem ganze Wirtschaftszweige auch dem GPS-Signal, dem globalen Navigationssatellitensystem zur Positionsbestimmung und Zeitmessung. Navigationssysteme der Schiff- und Luftfahrt sowie in Fahrzeugen, elektronische Fussfesseln im erleichterten Strafvollzug, Landvermessungen und vieles mehr basieren auf den Satellitendaten des US-Verteidigungsministeriums, d.h. die Daten werden von einem Land geliefert, das sich seit rund zwanzig Jahren im permantenten Kriegszustand befindet. Die fatalen Konsequenzen von falschen GPS-Daten kann man sich kaum ausmalen. Ich hoffe, hier passiert keine solche Panne wie bei Google Maps.

Wie wir täglich ausspioniert werden

Ich will Deine Daten!Sie erfreuen sich grosser Beliebtheit: Apps für iPhone, Android, MySpace und Facebook sowie Addons und Plugins für Firefox, Thunderbird, Internet Explorer und Opera. Sie bieten oft ganz nützliche Dienste und dies meist zu günstigen Preisen oder sogar kostenlos. Doch die Gefahr, die von diesen Softwarezusätzen ausgeht, ist den meisten Nutzern überhaupt nicht bewusst. Diese kleinen Softwareerweiterungen können in der Regel tun und lassen, was sie selber gerade möchten oder was ihnen ihr Programmierer aufgetragen hat. Dazu gehört auch das Ausspionieren und Verschicken von persönlichen Daten. Kein Virusscanner und keine Firewall können dies verhindern, da die Spione im Kontext ihre Wirtes laufen, der prinzipiell über die entsprechenden Berechtigungen zur Kommunikation verfügt. Auf Smartphones ist Sicherheitssoftware ohnehin Mangelware und auch wenn es sie für alle Zwecke und Geräte gäbe, wäre ihre Konfiguration einem Otto Normalverbrauchern nicht zuzumuten.

Datenschutz existiert de facto nur auf dem Papier. Die Praxis hingegen sieht sehr übel aus. Was technisch möglich ist und jemandem einen Nutzen verspricht, das wird auch gemacht – ganz ungeachtet irgendwelcher Gesetze, denn technische Mängel lassen sich nicht durch Gesetzesparagraphen schliessen. Wo neben begehrenswerten Daten auch eine Internetverbindung vorhanden ist, werden auch Apps, Plugins und Addons entwickelt, mit denen diese Daten abgesaugt werden. Das Ganze verpackt man in lustige Spiele und nützliche Anwendungen oder sogar in angebliche Sicherheitserweiterungen. Während diese ihren Dienst tun, sammeln sie nebenbei im Hintergrund unbemerkt Daten und schicken sie an ihren Heim-Server. Wie bei Apples iTunes wird der Benutzer bei der Installation manchmal sogar in unverschämter Weise dazu genötigt, solchem Treiben in den allgemeinen Lizenz- und Nutzungsbestimmungen zuzustimmen. Nur ganz wenige machen sich die Mühe, die meist unendlich langen, kompliziert formulierten und bewusst schlecht lesbar angezeigten Texte zu lesen, und noch weniger verstehen diese auch wirklich. Privatsphäre ist zur Handelsware geworden und Betroffenen haben meist keine Ahnung davon.

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