Studie

War for Talent – der Kampf um die Besten

Als ich seinerzeit die McKinsey-Studie „War for Talent“ von 1997 beziehungsweise 2001 deren zweiten Teil las, wurde mir bewusst, dass ein grundlegender Wandel auf dem Arbeitsmarkt in vollem Gange war. Mittelmässigkeit galt als verpönt, geschweige denn alles was darunter lag. Nur noch die besten Mitarbeiter mit klar überdurchschnittlichen Leistungen waren gefragt. Die Perfektionierung der Leistungsgesellschaft war zum Programm von Unternehmen geworden, die sich zu den weltbesten zählen wollten. Wer es wagte, dies kritisch zu hinterfragen, lief Gefahr, als Weichei und Leistungsverweigerer abgestempelt zu werden. Seither werden „Low Performers“ systematisch eruiert und ausgemustert. Nur die sogenannten „High Potentials“ und „High Performers“ sind gefragt. Doch, was geschieht mit den anderen? Haben sie ihre Existenzberechtigung in dieser Gesellschaft verloren?

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Langweilige IT-Jobs

IT-Jobs sind langweilig“ ist das Ergebnis der StudieDo undergraduates want a career in IT?„, die von der Wohltätigkeitsorganisation Crac bei Studenten in Grossbritannien durchgeführt wurde. Damit wird die Studie der Hasler Stiftung bestätigt. Das Offshoring hat eben nicht nur kurzfristig positive Effekte in der Buchhaltung sondern eben auch Nebeneffekte, welche sich allerdings erst langfristig in der Buchhaltung niederschlagen werden. Aber bis dann haben die Verantwortlichen ihre Boni einkassiert und die Verantwortung an ihre Nachfolger abgegeben. Mal schauen, was diese ausbrüten werden, um ihre Boni zu rechtfertigen.

Studie zu Sexismus in Wissenschaft und Technik

Wenn Frauen Studien zu „Sexismus in Wissenschaft und Technik“ verfassen, haben diese meist einen akkusativen Unterton und liefern dennoch keine befriedigende Antwort auf die weibliche Untervertretung in „Männerdomänen“. Ich frage mich, warum solche Studien immer nur ausgewählte, traditionell männerdominierte Berufsgattungen der Besserverdiener aufs Korn nehmen und nie die minder privilegierten Berufe. Auch die aktuelle Studie unter der Leitung von Sylvia Ann Hewlett erklärt nicht, warum Frauen keine Müllmänner oder Dachdecker werden möchten und warum in den Wirtshäusern trotz tendenziell häufigerer sexueller Belästigung vor allem weibliches Personal die Gäste bedient. „Sex sells“ und Sexismus erregt die Gemüter. Besonders amüsant finde ich dazu aber die Diskussion im heise-Forum.

Ingenieure sind die besseren Terroristen

HandgranateHeute habe ich mich krum gelacht ob einer Meldung beim Inquirer. Zwei britische Soziologen (Diego Gambetta, Soziologieprofessor in Oxford, und sein Assistent Steffen Hertog von der Durham University) sollen im Rahmen einer Studie festgestellt haben, dass sich unter den 404 ausgewerteten Profilen von „Dschihadisten“ auffällig viele Ingenieure befinden. Sie kommen zum Schluss, das Studium der Ingenieurwissenschaften fördere terroristische Denkstrukturen und begünstige angeblich auch im Westen die Laufbahn als Terrorist Allahs. Nur für links- oder rechtsextreme Gruppen hätten Ingenieure nix übrig.

Der letzte Satz stimmt sicher für die meisten Ingenieure. Auch dass ein Ingenieur-Studium zur Ausbildung spezieller Denkstrukturen führt, ist sicherlich richtig. Wenn man während dem ganzen Studium in analytisch-konzeptionellen Fähigkeiten gedrillt worden ist, nimmt man seine Umwelt etwas analytischer und meist differenzierter wahr als zum Beispiel ein Soziologe – ingenieurmässig eben. Ingenieure tun sich aber generell schwer, sich einer politischen Partei anzuschliessen. Das liegt daran, dass sie die Welt nicht einfach nur in Rechts und Links einteilen, d.h. sie nicht bloss auf eine Gerade projizieren. Für sie ist und bleibt die Welt n-dimensional. Zudem lösen studierte Ingenieure Probleme normalerweise sachorientiert und nicht politisch-opportunistisch. Extreme Positionen beziehen sie deshalb nur äusserst selten bis gar nie.

Soziologie ist aber nunmal keine exakte Wissenschaft und mit ihren Schlussfolgerungen haben die beiden Autoren voll in die Schüssel gegriffen. Sie haben ganz einfach Ursache und Wirkung verwechselt. Nicht die Ingenieure suchen den Anschluss zu den Terroristen, sondern diese suchen sich Ingenieure mit den passenden Fähigkeiten oder eignen sich diese an, indem sie ein Ingenieurstudium absolvieren. Die moderne Kriegsführung und vor allem die terroristische verlangt immer mehr nach technischen Fähigkeiten – Ingenieurfähigkeiten eben. Als Schuhverkäufer oder Friseur ist man diesbezüglich einem Ingenieur im Nachteil. Ingenieure sind eben einfach die besseren Terroristen.

Scharfe Kundendaten für Testzwecke

bits and bytesDas Ponemon-Instituts hat im Auftrag von Compuware eine Untersuchung mit dem Titel „Test Data Insecurity: The Unseen Crisis“ durchgeführt. Dem Bericht zufolge gefährden 62% der untersuchten Unternehmen vertrauliche Kundendaten, indem sie diese in Anwendungsstests oder bei der Software-Entwicklung benutzen. Die meisten geben vertrauliche Daten sogar an ihre Outsourcing-Partner weiter, die zudem teilweise im Ausland sitzen und hinsichtlich Datenschutz lascheren Gesetzen unterstehen. Die Hälfte der untersuchten Unternehmen, die mit ihren Kundendaten testen, unternimmt keinerlei Anstrengungen, diese gegen Missbrauch zu schützen. Testumgebungen werden normalerweise nicht annähernd so gut bis gar nicht gegen unbefugten Zugriff gesichert wie produktive Umgebungen, obwohl sie oft die gleichen Daten beherbergen.

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