Month: Oktober 2007

Internet-Insidergeschäfte mit „Domain Name Front Running“

„Domain Name Front Running“ bezeichnet ein Internet-Insidergeschäft, bei welchem einem Nachfrager, der eine Domain registrieren möchte, diese vor der Nase weggeschnappt wird, um sie ihm anschliessend eventuell für teures Geld zum Verkauf anbieten. Das Wissen darüber holt sich der Übeltäter aus getätigten Abfragen bei Whois-Diensten und DNS-Tools, bei denen sich der Nachfrager zuvor über die Verfügbarkeit des Domainnamens erkundigt. Manche Dienste publizieren sogar die zuletzt abgefragten Domainnamen.

Das Phänomen existiert schon lange. Das Problem dabei ist die Beweisbarkeit, welche mindestens so schwierig ist, wie das Belauschen eines privaten Gespräches in öffentlichen Verkehrsmitteln zu beweisen. Auch ich hatte schon den Verdacht auf Domain Name Front Running, als mir ein Domainname aus einem ganzen Paket (einschliesslich aller wichtigen Top Level Domains) bei der Registrierung vor der Nase weggeschnappt wurde. Das ist ärgerlich.

Nun untersucht der Sicherheitssausschuss SSAC (Security and Stability Advisory Committee) der ICANN (Internet Corporation for Assigned Names and Numbers) aufgrund von Beschwerden von Betroffenen bei der ICANN, bei Registrierungsstellen und bei Patentanwälten, ob sich Personen, die mit Anfragen zur Verfügbarkeit von Domainnamen betraut sind, dieses Wissen zunutze gemacht haben.

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Kommunikationsflut wegen „Cover-your-ass“

Das Gesicht zu wahren ist in der asiatischen Kultur das oberste Gebot und wird auch bei uns zunehmend wichtig. Nur wer sein Hinterteil genügend deckt, ist vor Angriffen im Geschäftsleben geschützt. Die steigende Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes tut das ihre dazu. Deshalb geben wir uns kommunikativ und teamfähig, indem wir alle Entscheidungen breit abstützen und alle Betroffenen informieren. Dieser Informationsaustausch erfolgt meist per E-Mail. Viele E-Mails werden deshalb nur an andere weitergeleitet, um bei der Lösung eines Problems möglichst nicht alleine dazustehen und sich auf andere ausreden zu können – ganz nach dem Motto „geteiltes Leid ist halbes Leid“. Die Folge dieser so genannten „Cover-your-ass-Strategie“ ist eine Kommunikationsflut innerhalb der Unternehmen, die zu teilweise massiven Produktivitätseinbussen führt, was die neusten Studien bestätigen.

Leider erlebe ich dies seit mehreren Jahren und kann mehr als nur ein Lied davon singen. Ich staune deshalb über alle die sich untentbehrlich fühlenden Jungmanager, die auch in der Freizeit ihr Blackberry ständig im Visir haben und ihr Auge kaum fünf Minuten davon lösen können. Jedes eintreffende E-Mail wird unverzüglich gelesen und beantwortet. Ob sie das wirklich brauchen, um ihre vier Buchstaben zu decken? Ich erlaube mir, mein Mobiltelefon (auf eine Schwarzbeere kann ich verzichten) am Abend und am Wochenende auszuschalten, und gönne mir lieber etwas mehr Lebensqualität.

Sportgeschäfte ganz ohne Web 2.0

Der Winter naht und so beschloss ich heute, mich rechtzeitig noch vor Saisonstart mit den notwendigen Utensilien für den Wintersport zu updaten (welch schreckliches Neudeutsch). Als moderner Zeitgenosse wollte ich mich wie sonst gewohnt, vor dem Einkaufsbummel über die Angebote im Web schlau machen. Wer hat welche Skis zu welchem Preis im Angebot und was würde mich alternativ dazu die Miete kosten? Bei Elektronikartikeln und Automobilen ist das seit Jahren kein Problem. Hier gibt’s Produktvergleiche mit Kundenbewertungen und noch viel mehr. Aber im Sportbereich scheint das Web noch nicht richtig Fuss gefasst zu haben. Zwar hat mittlerweile praktisch jedes Sportgeschäft auch eine Website, was ich da aber geboten bekam, erinnerte mich stark an die Web-Steinzeit vor der Jahrtausendwende: SportXX, Athleticum, Time Out Uster, Sport Pfister Uster, STS Sport Trend Shop Hinwil, Ochsner Sport, … eine Seite katastrophaler als die andere! Wollen die mich wirklich davon abhalten, etwas bei ihnen zu kaufen? Den Eindruck habe ich jedenfalls. Aber vielleicht geht das Web 2.0 an der Sportbranche einfach nur vorbei, weil Sportler mehr körperlich aktiv sind und weniger vor der Rechenkiste hocken. Mich ärgert’s trotzdem.

Revidiertes Dateschutzrecht per 01.01.2008

Medienmitteilung des EJPD vom 28.09.2007: Das revidierte Datenschutzrecht soll mehr Transparenz bei der Bearbeitung von Personendaten bringen. Personen, deren Daten gesammelt und bearbeitet werden, müssen in Zukunft besser informiert werden und bei grenzüberschreitenden Bekanntgaben sind strengere Vorgaben als bisher zu beachten. Als weitere Neuerung sieht das revidierte Datenschutzgesetz (DSG) eine Stärkung der Selbstregulierung vor. Der Bundesrat hat am Freitag, den 28.09.2007 das revidierte DSG und die Ausführungsbestimmungen auf den 1. Januar 2008 in Kraft gesetzt.

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