Spass und Spiel

Humor statt Krise

Gerade in Krisenzeiten braucht der Mensch etwas Ablenkung, um sich in einer Pause geistig und seelisch wieder ein bisschen zu regenerieren. Damit meine ich nicht die Medienberichterstattung, die uns von den wahren Problem und Schweinereien dieser Welt abzulenken versucht. Es gibt auch Ablenkung der positiven Art, die uns gerade deshalb so gut tut, weil sie einen starken Bezug zum Alltag hat, diesen aber in all seinen Details und Feinheiten humoristisch aufbereitet, um unser Zwerchfell anzuregen. Ein Schweizer, der dies besonders gut kann, ist der Bündner Kabarettist mit der Zahnlücke Rolf Schmid.


Rolf Schmid: I mag eifach nüma

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Echtzeitüberwachung via Spielkonsole KINECT

Microsoft Kinect für Xbox 360

Microsoft verkauft „Kinect“ zur Erweiterung der Xbox 360 als Revolution und das Ding hat durchaus Potential, zum Renner zu werden, zumal auch der Preis von 150 Euro beziehungsweise 199 Schweizer Franken alles andere als überrissen ist. Mit Kinect kommt die Spielkonsole ohne Controller aus, denn Kinect funktioniert wie ein 3D-Touchscreen, nur dass es nicht mit den Fingern sondern mit dem ganzen Körper gesteuert wird. Couch Potatoes werden kaum Gefallen daran finden. Das ist nur etwas für bewegungsaktive Menschen und für solche, die nichts zu verbergen haben und sich gerne ausspionieren lassen …

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Witz der Woche

Raben auf AstEin Rabe sitzt im Wald auf einem Ast.
Da kommt ein zweiter Rabe vorbei und fragt: „Was machst du denn da?“
„Nix, ich sitz nur da und schau blöd.“
„Klingt gut, das mach ich auch.“
Und der zweite Rabe setzt sich neben den ersten auf den Ast.

Kurz später kommt ein Hase daher und sieht die beiden Raben.
„Was macht ihr denn da?“
„Nix, wir sitzen nur da und schauen blöd.“
„Das will ich auch probieren“, sagt der Hase und hockt sich unter den Ast.

Es dauert nicht lange, da kommt ein Fuchs des Weges.
Er sieht den Hasen und die beiden Raben und fragt: „Was macht ihr denn da?“
„Nix, wir sitzen nur da und schauen blöd“, erklärt ihm der Hase.
„Aha“, meint der Fuchs und gesellt sich zum Hasen.

So hocken alle vier da, machen nix und schauen blöd, bis ein Jäger vorbeikommt und den Fuchs und den Hasen erschiesst.
„Siehst, was ich immer sag“, meint der eine Rabe zum anderen, „nix tun und blöd schauen geht nur in einer höheren Position“.

(Anmerkung: Der Rabe ist ein Sinnbild für die Klugheit)

Zukunftsprognosen gestern und heute

Wir Menschen wollen immer schon heute wissen, was morgen sein wird, um uns auf dieses Morgen einstellen zu können und es wenn möglich sogar zu beeinflussen. Damit würden wir aber zugleich die Zukunft verändern, wodurch unsere Prognosen von heute automatisch falsch und wertlos würden. Da wir dieses Paradoxon (zum Glück) wohl nie lösen werden, ist es besser, wenn wir uns auf die aktive Gestaltung unserer Zukunft konzentrieren, als unsere Energie für falsche Prognosen zu verschwenden.

Trotzdem erheben Zukunftsforscher und Finanzanalysten den Anspruch, besser als ihre Zeitgenossen über unsere Zukunft Bescheid zu wissen. Dieses Pseudowissen machen sie zu barem Geld. Mit überzeugendem Auftreten und bunten Grafiken lassen sie uns der Verwissenschaftlichung der Wahrsagerei Glauben schenken und nur wenige merken, dass sie sich damit der Manipulation preisgeben.

Der Kabarettist und Realsatiriker Volker Pisper erklärt uns die Entwicklung von der Wahrsagerei zur Zukunftsprognose und den Zauber, der diese umgibt, in gewohnt bissiger und zugleich amüsanter Art mit anschaulichen Worten:

CO2-Problem gelöst!

Honda löst das CO2-Problem der Welt mit seinem neusten Hybridmodell „Insight“. Jedenfalls berichtete dies heute Christian Maurer in der Gratiszeitung News (PDF):

[…] Die Zahlen, die der Importeur liefert, beeindrucken: CO2-Verbrauch 101 g/km, Benzinverbrauch […]

Auch ich bin wirklich beeindruckt! Wenn jetzt alle auf den Honda Insight umsteigen und fleissig Kilometer abspulen, können wir das ganze CO2 der Erdkugel verbrauchen. So wird die Beseitigung des (angeblichen) CO2-Problems zum Game. Viel Spass beim Retten des Klimas!

Artikel bei News

Kein Spielspass ohne Internetverbindung

EA Sports - FIFA09Voll Freude zeigte mir heute Abend mein Ältester sein neu erworbenes PC-Spiel. Nach dem Nachtessen wollten wir FIFA09 von Electronic Arts installieren. Beim Akzept-Dialog für die abzunickende Lizenzvereinbarung (EULA), las ich diese im Gegensatz zu den meisten Zeitgenossen etwas genauer. EA liess sich bestätigen, Benutzerdaten und Daten über den Computer des Benutzers sammeln und verwerten zu dürfen. Naja, dachte ich. Solange ich die Firewall geschlossen halte, können die ja sammeln, was sie wollen. Nach Hause schicken lasse ich sie die Daten ganz bestimmt nicht. Nach der anschliessenden, langen Installations-Prozedur, die eine Unmenge an Daten auf die Festplatte kopierte, waren wir natürlich gespannt, ob und wie das neue Stück Spielsoftware funktionierte.

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Joaquin Phoenix hält die Welt zum Narren

Seit Wochen spielt Joaquin Phoenix den angehenden Hip-Hop-Musiker und behauptet, seine Schaulspielkarriere endgültig an den Nagel gehängt zu haben. Und ich muss sagen, diese Rolle spielt er wirklich gut – verdammt gut und wirklich konsequent. Die Medien scheinen ob des angeblichen, radikalen Wandels des Schauspielers irritiert zu sein. Einige vermuten aber schon, dass dies nur ein Gag, eine gezielte PR-Aktion sein könnte.

Am letzten Mittwoch war Joaquin Phoenix zu Gast bei Talkmaster David Letterman und brachte die Zuschauer zum Grölen:

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Den Traum-Schwiegersohn stellt der schräge, verwirrte Typ mit Vollbart ja nicht gerade dar. Schaut man etwas genauer hin, kann man anhand seiner Mimik und Körpersprache allerdings zwischendurch erkennen, dass Phoenix Mühe hat, nicht gleich selber laut herauszulachen. Deshalb trägt er auch diese schräge, billige Sonnenbrille. Dahinter kann er sich und vor allem seine Augen gut verstecken. Phoenix ist ein begnadeter Schauspieler, der sich nicht nur in die Psyche der Personen einfühlt, die er spielt, sondern sich voll und ganz einlebt und eins mit der Rolle wird. Dies hat er zum Beispiel schon als Johnny Cash in „Walk The Line“ eindrücklich unter Beweis gestellt.

Ich kann zwar selber noch nicht erkennen, wozu diese Langzeit-Show dienen oder wofür sie werben soll. Eine stark sozialkritische Komponente lässt sich aber jetzt schon klar ausmachen. Ich bin ganz gespannt auf die Auflösung des Rätsels …

www.come-to-switzerland.com ist Satire

Nun ist es offiziell: Die Website www.come-to-switzerland.com war weder jemals ein ernst gemeintes Angebot, noch diente sie der Politpropaganda im Abstimmungskampf gegen oder für die Erweiterung der Personenfreizügigkeit mit der EU. Dies macht der Deutsche Markus Gäthke in folgendem Video klar:

Es war schon erstaunlich, wie die Medien genüsslich über die Website hergefallen sind und ihre Verschwörungstheorien konstruiert haben. Weder die SVP oder der junge SVP-Nationalrat Lukas Reimann noch Linksaktivisten hatten jemals etwas damit zu tun. Gäthke hat sich einfach einen Scherz erlaubt und jetzt lacht die ganze Welt über die schweizer Medien.

Update vom 07.02.2009

Wenn schon jeder seine „Verschwörungstheorie“ zum Besten gibt, möchte ich auch meine nicht für mich behalten. Wie wäre es mit folgender:

Markus Gäthke wollte mit seinem kleinen Budget seiner Einmann-Firma Werbung machen. Er nimmt sich grosse Marken wie zum Beispiel Benetton zum Vorbild. Egal was es ist, Hauptsache, man bekommt Aufmerksamkeit. Diese im Zeitalter des „Information Overloads“ zu gewinnen ist gar nicht so leicht. Aber er bekam sie von den schweizer Medien umsonst. Ob ihm dies nun wirklich Aufträge bringt, weiss ich nicht.

Für diese „Theorie“ spricht, dass sich Gäthke nicht erst nach sondern kurz vor dem Abstimmungswochenende an die Öffentlichkeit wandte. Nur dies garantierte ihm grösstmögliche Medienaufmerksamkeit, weil klar sein musste, dass jedes Käseblatt und viele Blogs darüber berichten würden. Ein Outing nach der Abstimmung hätte ihm kaum die gleich grosse Beachtung in der Öffentlichkeit gebracht.

Bedenklich finde ich, wie der Tagesanzeiger Gäthke’s Aktion als Aufhänger für seine eigene Politpropaganda missbraucht. Im Beitrag „Eine unseriöse Website beeinflusst die Politik“ schliesst Iwan Städler mit folgendem Absatz:

Die Abstimmung über die Personenfreizügigkeit ist wichtig für die Schweiz. Sagt das Volk nein, sind die bilateralen Verträge in Gefahr. Und diese sind zentral für den Wohlstand der Schweiz. Auch die Personenfreizügigkeit selbst hat massgeblich zum Prosperieren der Schweizer Wirtschaft beigetragen. Dank ihr kommen hochqualifizierte Arbeitskräfte in die Schweiz. Sie verdienen in der Regel gut und zahlen entsprechend hohe Steuern sowie Sozialversicherungsbeiträge. Es wäre daher ein Eigengoal, wenn die Schweizerinnen und Schweizer am Wochenende nein zur Personenfreizügigkeit sagen würden. Darunter hätte die Schweiz noch lange zu leiden.

Welche unseriöse Website beeinflusst hier die Politik? Soviel zu objektivem Journalismus bei Tamedia. Als einziges seriöses „Blatt“ hat sich im ganzen Zirkus um Gäthke’s Website die Weltwoche mit dem Beitrag «Profitieren Sie vom Sozialsystem!» von Andreas Kunz hervorgehoben.