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Ein herausragender Historiker

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Montag, 26. September 2011

Dr. Daniele GanserViele Historiker sind nur Wiederkäuer ihrer Vorgänger. Einer, der sich nicht mit vorgefertigten Antworten zufrieden gibt und, wie es sich für einen wissenschaftlich arbeitenden Historiker gehört, systematisch und nüchtern nach der Wahrheit sucht, ist der an der Universität Basel lehrende Historiker und Friedensforscher Dr. Daniele Ganser. Aufgefallen ist er als Autor des Buches „Nato-Geheimarmeen in Europa. Inszenierter Terror und verdeckte Kriegsführung„. Bereits da war schon klar: Wer sich derart offen und kritisch mit solch heiklen Themen befasst, nimmt kein Blatt vor den Mund und lässt sich den Mund nicht verbieten. Manser spricht offen aus, dass in den Medien und in der Politik viel gelogen und vieles verschwiegen wird. Für ihn ist dies jedoch lediglich die logische Fortführung der Menschheitsgeschichte und keinesfalls eine neue, weltbewegende Erkenntnis.

Wer sich mit Gansers Arbeiten befasst, dem wird rasch klar, wie schlecht wir in der Informationsgesellschaft des 21. Jahrhunderts trotz aller grossartigen Kommunikationsmittel über das Geschehen in der Welt informiert sind. Auf die Frage „Ich lese jeden Tag die Zeitung. Warum steht das nicht drin?“ gibt der Historiker zur Antwort: „Man kann heute eigentlich alles wissen, wenn man es denn will. Es braucht nur sehr viel Zeit.“. Wer diese Zeit nicht hat, überlässt das Zusammentragen und Auswerten von Informationen zum Zeitgeschehen am besten Experten wie Ganser. Und es ist wirklich erstaunlich, wieviel dieser in den letzten Jahren aufgearbeitet hat. Seine Ergebnisse publiziert er regelmässig auch auf seiner Website und mit diesen lässt sich locker ein Bildungsurlaub zwecks Selbststudium füllen.


Daniele Ganser im Interview mit Klaus J. Stöhlker (2008)

Ganser ist ein Wahrheitssucher, der diese Bezeichnung wirklich verdient. Mit fanatischen, ideologisch geprägten „Truthern“ hat er nichts am Hut. Er recherchiert umfangreich und gründlich. Er wertet die gefundenen Informationen im geschichtlichen Kontext systematisch aus, ohne voreilige Schlüsse zu ziehen. Über seine Ergebnisse referiert er sachlich und nüchtern, ohne zu polemisieren. Für ihn gibt es keine Tabuthemen. Ungereimtheiten in den offiziellen Darstellungen von Regierungen, Politikern und in den Medien deckt er schonungslos auf, ohne diese jedoch gleich zu verteufeln. Und gerade dies macht ihn zu einem glaubwürdigen Geschichtswissenschaftler und für manche zu einem unbequemen Zeitgenossen, denn gewissen Regierungen und Geheimdiensten ist Ganser sicher ein Dorn im Auge. Dass seine zum Teil hoch brisanten Arbeiten in der Öffentlichkeit nicht die Beachtung erhalten, die sie eigentlich verdienen, gibt einem in einem Land wie der Schweiz, in dem die Meinungs- und Pressefreiheit ein hoch gehaltenes Gut ist, schon etwas zu denken. Deshalb wäre es wünschenswert, wenn Gansers Arbeiten über zu den Massenmedien komplementäre Kanäle im Web ein grösseres Echo und eine grössere Verbreitung finden und so mehr zur Aufklärung und Geschichtsbildung der Allgemeinheit beitragen würden.