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Online-Werbung ist unbeliebt

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Freitag, 11. Mai 2007

Online-Werbung ist zunehmend unbeliebt. Gemäss den Zahlen von ADTECH und der EIAA sanken die Klickraten bei Online-Werbung im 1. Quartal 2007 auf ein Rekordtief. Erwartungsgemäss weisen Video-Ads die besten Klickraten auf. „Aus unseren regelmäßigen Werbe-Analysen wissen wir, dass sich die Klickraten zyklisch entwickeln. Zum Jahresanfang brechen sie ein und steigen aber mit den Temperaturen und halten bis zum Jahresende ihr Niveau“ interpretiert Dirk Freytag, CEO von ADTECH, die Zahlen. Das ist dann quasi der Schweinezyklus der Online-Werbung.

Der zunehmende, allgemeine Werbeverdruss verwundert mich gar nicht. Das Internet hat sich von Anfang an als Kostenlos-Medium etabliert und wird dieses Attribut einfach nicht los. Inhalte mit Nutzen und Mehrwert ins Netz zu stellen, kostet jedoch Geld bis sehr viel Geld, auch wenn die Preise für Hosting und Traffic massiv gesunken sind. Irgend jemand muss dafür bezahlen. Wenn nicht der Benutzer, dann eben doch der Benutzer – aber auf dem Umweg über die Werbung. So glaubt die Werbewirtschaft, ihr Paradigma aus den Printmedien einfach auf das Web übertragen zu können. Dem ist aber leider nicht so. Das Netz funktioniert ein bisschen anders, denn die Erwartungen der Nutzer sind hier andere. Diesen Erwartungen muss auch die Online-Werbung genügen, will sie erfolgreich sein. Mit dem allgemein verbreiteten Stalking-Paradigma in allen möglichen Variationen wird dem aber immer noch viel zu wenig Rechnung getragen. Ebenso zu wenig wird der Siegeszug von Firefox berücksichtigt. Werbung wird vor allem für den Internet Explorer programmiert. In meiner Besucher-Statistik dominiert der Feuerfuchs mit 43.6% sogar vor dem Internet Explorer mit 38.2%. 79.9% meiner Besucher nutzen übrigens Windows.

Der Negativ-Trend in der Online-Werbung mag nicht zuletzt auch daran liegen, dass die Senioren im Web aufgeholt haben und mittlerweile sich mehr Über-60-Jährige als Unter-20-Jährige im Netz tummeln. Der grösste Teil der Online-Werbung ist trotzdem auf die jüngere Klientel ausgerichtet. Um die älteren Zeitgenossen im Web kümmert sich scheinbar praktisch niemand, obwohl gerade diese insgesamt wesentlich finanzkräfitger sind als ihre jüngeren Mitmenschen. Der Markt verlangt nach Innovationen, aber niemand ist gewillt, grössere Summen in neue Werbeformen zu investieren. Zu tief sitzt anscheinend immer noch der Schmerz der geplatzen Blase von Web 1.0. Schade.