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Shenzhen realisiert die totale Überwachung seiner Bürger

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Mittwoch, 15. August 2007

Die Hightech-Metropole in der Nähe von Hong Kong hat heute schon 20’000 Überwachungskameras mit automatischer Gesichtserkennung für die Polizei und 180’000 private Überwachungskameras berichtet die New York Time. Hinzu kommen nun Personalausweise mit Überwachungs-Chips für jeden der über 12 Millionen Einwohner von Shenzhen, die jede Bewegung verfolgen und höchst sensible persönliche Daten (Name, Adresse, Geburtsdatum, Bildungsweg, polizeiliches Führungszeugnis, Telefonnummer des Vermieters, …) über ihren Inhaber speichern. Das stellt sogar die Briten und Amerikaner in den Schatten! Ohne diesen Ausweis ist ein Leben in der Stadt nicht mehr möglich: keine Aufenthaltserlaubnis, kein Job, keine staatlichen Dienst- und Sozialleistungen. So erlangt der Staat die volle Kontrolle über seine Bürger zurück, die er im Zuge der Modernisierung des Landes schon zum Grossteil verloren hat. 1:0 für die Einheitspartei. Datenschützer sind alarmiert und schockiert, aber ich bezweifle, dass sie überhaupt irgendeinen Einfluss ausüben können.



2 Kommentare

  1. Kommentar von neutro
    Donnerstag, 16. August 2007; 00:38

    „Das stellt sogar die Briten und Amerikaner in den Schatten!“
    Die Briten… okay, aber warum die Amerikaner? Sind da die Südamerikaner gemeint? Und falls ja, welche? Und was ist mit den Deutschen, die seid Ewigkeiten eine Meldepflicht haben, die Pflicht, jederzeit den Personalausweis mit sich zu führen, sowie die Pläne, in die nächste Generation der Ausweise (recht unsichere) RFID-Tags einzubauen?

  2. Kommentar von LD
    Donnerstag, 16. August 2007; 09:21

    Mit „Amerikaner“ sind die US-Amis gemeint. Die Meldepflicht des Wohnsitzes ist kein Problem. Sollte es auf den Aufenthalt ausgedehnt werden wie in Shenzhen, wäre es für mich bestimmt eins. Das ständige Mitführen des Personalausweises ist in praktisch allen Ländern der Welt Pflicht. Wenn man dem nicht nachkommt, ist das (zumindest in den meisten zivilisierten Ländern) in der Regel aber kein grösseres Problem, da die Polizei Deine Angaben jederzeit dank Online-Verbindung sofort nachprüfen kann. Die Missbrauchspläne für den Personalausweis in mehreren Ländern machen auch mir Sorgen.