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Neues aus Absurdistan 9

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Samstag, 20. Februar 2010

Mit der „Entrückung“ anderer kann man Geld verdienen, das US-Patentamt zeigte sich wieder einmal von seiner völlig inkompetenten Seite und eine Schulgemeinde glaubte, ihre Schüler über die Webkamera deren Notbooks auch zuhause überwachen zu müssen, und steht nun vor Gericht.

Vom Glauben der anderen profitieren

EntrückungDamit Christen in den USA, die an ihre kurz bevorstehende Entrückung in den Himmel glauben, ihre irdischen Haustiere nach ihrer plötzlichen Himmelfahrt in guten Händen wissen, betrauen sie Atheisten mit deren Betreuung. Darauf beruht das Geschäftsmodell von Bart Centres Dienst „Eternal Earth-Bound Pets„, für den er ein Netz von ungläubigen Tierpflegern aufgebaut hat. Naja, so lassen schliesslich auch orthodoxe Juden am Sabbath alles ihnen Verbotene von sogenannten „Shabbat Goys“ verrichten. Für irgendetwas sind auch die Ungläubigen immer zu gebrauchen. (Quelle: heise TELEPOLIS)

Deine Schule weiss immer, was du gerade tust

Notebook mit WebcamDie Lower Merion School District, eine High-School in Pennsylvania, verteilte ihren Schülern Notebooks mit eingebauter Webkamera, die vom Administrator der Schule aktiviert werden konnte. So konnte die Schule ihre Zöglinge auch zuhause stets beobachten und glaubte einen ihrer Schüler wegen „ungebührlichen Benehmens“ (wohlgemerkt!) zuhause disziplinieren zu müssen. Als Beweis führte der stellvertretende Schulleiter ein Foto an, das mit der Webkamera des Notebooks aufgenommen wurde. Nur dumm, dass sich der Schüler und seine Eltern gegen solcherlei Eingriff in die Privatspähre zu wehren wussten und sich nun der Richter mit der Angelegenheit befassen muss. Wahrscheinlich hatte die Schule eine Software wie Phoenix FailSafe zwecks Diebstahlschutz auf den Rechnern installiert, die man natürlich auch für andere Zwecke missbrauchen kann.


(Video: NBC Philadelphia)

Ein Trivialpatent für Google

United States Patent and Trademark Office LogoDie (In-)Kompetenz des US-Patentamtes lässt wieder einmal zu wünschen übrig und hat eine neue Stilblüte hervorgebracht. Nach fast sechsjähriger, eingehender „Prüfung“ wurde dem Suchriesen Google ein Patent für die länderspezifische Anzeige von Suchergebnissen zugesprochen. Ob Google daraus einen kommerziellen Nutzen generieren kann, ist allerdings fraglich, denn jeder nur halbwegs intelligente Programmierer wird es als Trivialpatent erkennen. (Quelle: heise online)

Google LogoAufgrund der IP-Adresse des Benutzers wird dessen Herkunftsland beziehungsweise das seines Internet-Providers ermittelt und abhängig davon werden diesem unterschiedliche Daten angezeigt. So lassen sich Sucher von gewissen Inhalten gezielt aussperren, sofern sie keinen Proxy oder Anonymisierungsdienst wie TOR benutzen. Diese simple Programmlogik ist weder neu, noch zeugt sie von einer für die Patentierung hinreichenden Erfindunghöhe, denn jede Software basiert auf solchen Wenn-Dann-Entscheidungen. So beruhen auch alle Zugriffsberechtigungssysteme auf diesem Prinzip und auch Webseiten werden entsprechend an die Version und Fähigkeiten des Browsers angepasst ausgeliefert. Nicht nur Google sondern auch etliche andere Webportale passen Inhalte und Erscheinungsbild schon sei langem auch an die IP-Adresse des Benutzers an. Über das Google-Patent und das US-Patentamt lacht die ganze Software-Branche.