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Wir sind wütend

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25. Januar 2012

Wutbürger Roland Düringer: Wir sind wütend!

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Das Revolutionäre in den Netzen

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13. Januar 2012

Was bringt uns die Vernetzung von Menschen über das Web? Welche Auswirkungen hat es auf die Gesellschaft, wenn sich Menschen, die sich in der Regel gar nicht kennen, zu einer Aktions-Gemeinschaft zusammenschliessen, weil sie gemeinsame Wertvorstellungen und Ziele teilen, und durch den Austausch ihrer Gedanken neue Impulse generieren und ungeahnte Dynamiken entfesseln? Wie kann und soll man damit umgehen? Wie kann man dies positiv nutzen?

Mit diesen und weiteren Fragen befasst sich seit längerem Prof. Dr. Peter Kruse, der sich dazu an der 4. Sitzung der Enquete Kommission “Internet und digitale Gesellschaft” im Deutschen Bundestag am 5. Juli 2010 äusserte (ganze Stellungnahme als PDF Datei):


Revolutionäre Netze durch kollektive Bewegungen

Durch die Verschiebung von den PUSH-Medien TV, Radio und Print zum PULL-Medium Web/Internet fand eine Machtverschiebung vom Anbieter zum Konsumenten statt. Durch die raschen, immer verfügbaren und äusserst kostengünstigen Kommunikationsmöglichkeiten wird eine hohe Vernetzungsdichte von Individuen möglich. Die Menschen schliessen sich zu Bewegungen zusammen und werden durch ihr gemeinsames Handeln mächtig. Kommt es in einem solchen vernetzten System zu einer hohen Spontanaktivität und Erregung, besteht die Tendenz zur Selbstaufschauklung, wenn dabei der Nerv des Zeitgeistes getroffen wird. D.h. es entsteht Resonanz. Und bei einer spontanen Resonanz in einer grossen, hoch vernetzten Gruppe kann diese Resonanz auch zu unkontrollierbaren Ereignissen von grosser Dynamik führen. Dies gilt sowohl für spontane Massenbesäufnisse (z.B. Bottelóns) als auch für Demonstrationen von Empörten (z.B. Occupy Bewegung, Arabischer Frühling).

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Realsatire für Empörte und die Realität in einer Übersicht

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10. Januar 2012

Eigentlich müssten wir alle empört sein, wenn wir alle wüssten, weshalb die Welt in einer Krise steckt und täglich Zehntausende Menschen an Hunger sterben müssen. Die komplexen Zusammenhänge verständlich aufzuzeigen, ist äusserst schwierig. Dennoch will ich wieder einmal einen Versuch wagen, einen Teil dazu beizutragen.

Am 12.11.2011 ist der Kabarettist Georg Schramm an der Kundgebung der Demonstration “Banken in die Schranken” im Rahmen von Occupy Frankfurt als Lothar Dombrowski mit gewohnter Realsatire aufgetreten und hat den Empörten auf unterhaltsame Art und Weise ein paar geschichtliche Fakten vermittelt:


Georg Schramm als Lothar Dombrowski zur “Lage der Nation”

Die Finanz-Innovationen einer sich als elitär betrachtenden Zunft mit Hunderttausenden von nichts ahnenden aber umso ehrgeizigeren Helfershelfern haben ein perverses Schneeballsystem hervorgebracht, deren allmähliches Krachen wir gerade miterleben dürfen. Diese Branche hat mir ihrer langjährigen, hartnäckigen und korrupten Lobbyarbeit bewirkt, dass verblendete, opportunistische Politiker ihr durch Gesetzesänderungen praktisch aufsichtsfreie Finanzplätze geschaffen haben. Dies ermöglichte die Bildung eines Interbankenmarktes, in dem sich Banken gegenseitig anpumpen und von der Realwirtschaft losgelöst ihre eigene Spekulationswirtschaft schaffen konnten. Mit Wettgeschäften (Derivaten) werden seither Risiken herumgereicht, deren Volumen ein Mehrfaches der Realwirtschaft ausmacht. Mit diesen Spekulationsgeschäften werden die Schulden der Banken gegenseitig “abgesichert”. Damit das System (zumindest vorläufig) nicht zusammenkracht, haben sich Staaten zur Stützung und Rettung dieser internationalen Betrugsmaschine verschuldet, womit die Haftung für die Finanzzockerei auf die wenig ahnenden Steuerzahler und ihre Kinder überwälzt wurde und weiterhin wird. Diese müssen ungefragt als Prügelknaben für die Sünden der Kapitalverbrecher (im wahrsten Sinne des Wortes) herhalten, welche nicht nur aus Geld sondern sogar aus Scheisse Geld zu machen vorgaukeln wie die alten Alchemisten, die aus allerlei unedlen Materialien Gold zu machen vorgaben. Und wo sich Staaten weigern, sich zu verschulden und in die Abhängigkeit des internationalen Finanzadels zu begeben, werden Regierungen verleumdet und mit falschen Anschuldigungen international unter Druck gesetzt, wie dies gerade in Ungarn geschieht, nachdem Griechenland bereits erfolgreich geknechtet wurde.

Die gesamte weltweite Finanzwirtschaft befindet sich (mit Ausnahmen in ein paar wenigen Staaten) in privaten Händen – einschliesslich der Weltbank, des Internationalen Währungsfonds, der Bank für internationalen Zahlungsausgleich und aller Zentralbanken. Geld als zentrales Infrastrukturelement unserer Wirtschaft und das ganze System zu dessen Verwaltung entziehen sich praktisch vollständig der Kontrolle und dem Einfluss der Demokratie. Nicht ohne Grund sagte der Banquier Mayer Amschel Rothschild (1743-1812) im Jahre 1790: “Gebt mir die Kontrolle über die Währung eines Landes und es ist mir egal, wer die Gesetze macht (im Original: Let me issue and control a nation’s money and I care not who writes the laws)“. Geld ist zum einseitigen Umverteilungsmittel von Reichtum zu Gunsten weniger geworden. Weil sich sowohl die Rating- als auch die Nachrichtenagenturen und die grosse Mehrheit der Medien sowie auch fast die gesamte Rüstungsindustrie der NATO-Staaten und grosse Teile der Unterhaltungsindustrie im Besitz eben dieser internationalen Finanzmafia (beziehungsweise ihrer Tochtergesellschaften) befinden, werden wir tagtäglich mit gezielt gefilterten Nachrichten und bewusster Desinformation regelrecht gehirngewaschen. Daran hat sich nichts geändert, seitdem einst die Rothschild-Dynastie durch Informationsvorsprung und Desinformation der Märkte zu ihrem unsagbaren Reichtum kam, woran auch deren Sklavenhandel und vielfältigen Kriegsfinanzierungen einen grossen Teil beigetragen haben. Nur sind die Mechanismen seither subtiler geworden und weil alles nett und unterhaltsam verpackt wird, gefällt es den meisten sogar. Dank Internet und theoretischer Pressefreiheit wähnen wir uns gut informiert, was jedoch ein fataler Irrtum ist. Wachen wir erst auf, wenn es bereits zu spät ist? Es wäre schon lange Zeit für die Katharsis in dieser nicht nur griechischen Tragödie.

Das sind nun leider nicht einfach nur die Hirngespinnste irgendwelcher Verschwörungstheoretiker sondern bereits vergangene US-Präsidenten hatten uns eindringlich davor gewarnt, wofür mindestens einer von ihnen unfreiwillig ins Gras beissen musste:


Die vergessenen Warnungen von Kennedy und Eisenhower von 1961

Wer sich nach diesen Zeilen wie der ungläubige Thomas vorkommt, soll sich am besten ein paar Tage frei nehmen und selber eigene Recherchen via Internet anstellen. Alle Informationen sind vorhanden und sogar frei zugänglich. Man muss nur nach ihnen suchen und da hilft einem eine Suchmaschine wie Google sehr. Zwar ist neben der Wahrheit leider auch sehr viel Desinformation und Irreführung vorhanden. Doch mit der Zeit kann man lernen, die Spreu vom Weizen zu unterscheiden.

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Medien empören sich über die Empörten

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6. Januar 2012

Die friedliche Protestaktion von “Occupy Paradeplatz” hat den Steuerzahler der Stadt Zürich im letzten Jahr angeblich 72’500 Franken gekostet:  13’500 Franken für die Räumung der Zeltstadt auf dem besetzten Lindenhof und die Reinigung des Platzes sowie 59’000 Franken für den Polizeieinsatz zur Kontrolle der Räumungsaktion. Diese Kosten seien den Aktivisten nicht in Rechnung gestellt worden. Darüber empören sich nun einige. Zum Vergleich: An der alljährlichen Street Parade kostet allein die Entsorgung der Abfallberge ca. 100’000 Franken und die Organisatoren und ihre Sponsoren kommen nur für einen Teil dieser Kosten auf. Die Veranstalter fordern sogar noch die Unterstützung der Stadt Zürich, die ihnen einen Teil der Kosten von insgesamt rund 250’000 Franken erlassen soll, welche sie für Reinigung, Sanität und Polizei bezahlen. Darüber scheint sich kaum jemand zu empören. Wird hier mit unterschiedlichen Ellen gemessen?

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Finanzkrise als Comic

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5. Januar 2012

ZEIT ONLINE hat die letzten fünf Jahre der anhaltenden globalen Finanz- und Wirtschaftskrise in einem satirischen Comic festgehalten. Dieses kann als PDF-Datei heruntergeladen werden.

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Werbung muss lügen

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28. Dezember 2011

Der 2008 verstorbene und stets um politische Unkorrektheit bemühte US-Komiker George Carlin liess sich einst auch über die Werbung aus. Wenn Werber und Politiker plötzlich nicht mehr lügen sondern alle nur noch ehrlich sein würden, würde unser Gesellschaftssystem kollabieren.


George Carlin (1937-2008), 1999 über Werbung

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Revolutionen zwischen Scheitern und Erfolg

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15. Dezember 2011

RevolutionRevolution ist ein in jüngster Zeit sehr häufig und von den Medien teilweise schon inflationär verwendeter Begriff. Der Prozess einer “plötzlichen” gesellschaftlichen Umwälzung wird als etwas Besonderes dargestellt. Dabei ist Revolution im Sinne eines rasch vollzogenen Veränderungs- und Anpassungsprozesses doch nur ein gewöhnliches Element der Evolution. Wenn Altes überholt ist, muss es dem Neuen weichen.

Der Mensch ist grundsätzlich träge und ein Gewohnheitstier. Nur ganz wenige Psychopathen revoltieren aus Prinzip gegen alles. Die ganz grosse Mehrheit dagegen bewegt ihren Hintern erst, wenn sie sich dazu gezwungen sieht. Niemand zettelt eine Revolution aus dem Nichts an, ausser er verdient eine Menge Geld damit, was ja auch schon vorgekommen sein soll. Ein Schelm, wer dabei an Ereignisse in der jüngsten Vergangenheit denkt.

Die Lust auf Revolution

Finanzkrise, Wirtschaftskrise, Schuldenkrise, Rohstoffkrise, Nahrungskrise, Überschwemmungskatastrophen, Kernreaktorschmelze, Klimakatastrophe, … Der Planet Erde scheint arg in Schieflage zu sein. Dies ist jedenfalls das Bild, das uns in den Massenmedien Tag für Tag vermittelt wird. Und irgendwie macht sich bei uns schleichend eine Ohnmacht breit. Wir verspüren den Drang, die Dinge zu ändern. Doch haben wir als Individuum nicht die Mittel, das Weltgeschehen massgebend genug zu beeinflussen. Und auch im Kollektiv gelingt es uns nicht, uns auf eine Lösung zu einigen, geschweige denn, diese irgendwann einmal umzusetzen. Nicht einmal über die Ursachen der von uns wahrgenommenen Probleme herrscht Einigkeit. Der Konsens besteht lediglich in der Wahrnehmung, dass vieles im Argen liegt und zum Besseren gewendet werden müsste. In uns steigt die Lust auf Revolution und zugleich haben wir Angst davor – zumindest jene, die noch einiges zu verlieren haben. Dort, wo die Lebensverhältnisse wesentlich schlechter als hierzulande sind, haben viele Menschen praktisch nichts mehr zu verlieren und scheuen sich nicht, dies in teilweise sogar gewalttätigen Grossdemonstrationen öffentlich zu artikulieren und grundlegende Änderungen zu fordern.

Laufende Revolutionen

Die Geschwindigkeit, mit der die neuen Protestbewegungen global wachsen, ist schon fast beängstigend. In keinem Jahr sind so viele entstanden wie 2011. Die neuen Bewegungen organisieren sich, wie sich das in der modernen Informationsgesellschaft gehört, über das Internet. Allein im Zusammenhang mit der globalen Occupy-Bewegung sind bereits 601 Live Streams registriert (Stand 15.12.2011).


Wenn Politiker von Freiheit und Menschenrechten reden …

In vielen Ländern brodelt es bereits ganz gewaltig. In der Schweiz jammern wir im internationalen Vergleich mehrheitlich noch auf sehr hohem Niveau und jene, die bereits unter die Räder gekommen sind, fühlen sich machtlos, machen die Faust im Sack und versuchen, irgendwie trotzdem über die Runden zu kommen. Doch in den USA, in China, Griechenland, Syrien und einigen anderen Ländern mehr sind Ansätze einer Revolution deutlich sichtbarer, wenn sie nicht schon in vollem Gange ist. In Tunesien, Libyen und auch in Ägypten scheint die Revolution bereits geglückt zu sein. In Wahrheit handelte es sich hier jedoch jeweils um einen von der NATO, d.h. von den USA und ihren Verbündeten, initiierten, finanzierten und in Libyen sogar mit militärischer Unterstützung durchgeführten Putsch. Nicht Freiheit und Demokratie stehen im Vordergrund, sondern knallharte Macht- und Wirtschaftsinteressen sind hier die Treiber für das Engagement der Westmächte.

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Wenn Medien Katastrophen herbeizaubern

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14. Dezember 2011

Aktuell können sich die Medien wohl kaum über mangelnden Stoff beklagen, über den sie berichten können. Eurokrise, Bundesratswahlen, Amokläufer, neue Elementarteilchen und jede Menge Promiklatsch zur Vorweihnachtszeit sein einzelnen “Journalisten” offenbar nicht genug. Es müssen Katastrophen her!

20 Minuten-Schreiberling Ralf Meile (rme) macht aus einem Gewitter, das heute über das Baselbiet zog und lediglich ein wenig Sachschaden verursachte, die Schlagzeile “Wintergewitter verwüstet das Baselbiet“. Natürlich wollte auch ich wissen, wie denn so eine Verwüstung beim Erzfeind des FCZ aussieht, und habe mir dabei vor Lachen fast in die Hosen gepinkelt:

In Langenthal flog dieses Metallstück von einem Dach hinunter
In Langenthal flog dieses Metallstück von einem Dach hinunter

Mitten in Basel knickt ein Christbaum um
Mitten in Basel knickt ein Christbaum um

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Black Friday und Cyber Monday – Kaufrausch in den USA

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27. November 2011

Punkt Mitternacht von Donnerstag Thanksgiving auf den Freitag begann in den USA mit dem “Black Friday” der Weihnachtsverkauf mit Schnäppchenangeboten. Über die meist übersichtlichen Schlangen vor den Aldis in Deutschland können die Amis nur schmunzeln und hier in der Schweiz sind sie noch kürzer bis meist inexistent. In den grossen Kaufhäusern in den USA dagegen geht die Post in für uns kaum vorstellbaren Dimension ab. Sobald die Türen öffnen, fluten Tausende Schnäppchenjäger die Geschäfte.


Sturm auf die Thousand Oaks Mall in California

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Inhaltsüberwachung verstösst gegen Grundrechte

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25. November 2011

Europäischer Gerichtshof - LogoDer Europäische Gerichtshof (EuGH) hat entschieden (PDF), dass Internetzugangs-Anbieter (Internet Service Provider, ISP) nicht nur nicht gezwungen werden dürfen, die übertragenen Daten ihrer Kunden ohne einen ausreichenden Verdacht und richterlichen Beschluss auf rechtswidrige Inhalte (vor allem im Hinblick auf Urheberrechtsverletzungen beim Austausch von Film- und Musik-Dateien) zu überprüfen, sondern bezeichnet eine solche verdachtslose Überwachung als Verstoss gegen die EU-Richtlinie über den elektronischen Geschäftsverkehr und als unvereinbar mit den Grundrechtecharta der EU. Die Inhaltsanalyse des Datenverkehrs mittels Deep Packet Inspection (DPI) verursacht Kosten beim ISP, schränkt dessen unternehmerische Freiheit ein und verstösst gegen die Netzneutralität. ISPs sollen nicht Polizei für die Unterhaltungsindustrie spielen müssen. Jedes anders lautende Urteil hätte zudem weitreichende Konsequenzen für die Menschenrechte und würde einen völlig unverhältnismässigen Eingriff in die Privatsphäre bedeuten. Besteht allerdings ein hinreichender Verdacht mit konkreten Anhaltspunkten zu einer Rechtsverletzung beziehungsweise einer Straftat, die einen solchen Eingriff rechtfertigen würde, ist eine Überwachung des Datenverkehrs der betroffenen Person mit einer gerichtlichen Anordnungen auf einer entsprechenden Rechtsgrundlage weiterhin möglich, wobei ein Zugangsanbieter im Rahmen seiner Möglichkeiten und des ihm Zumutbaren zur Mithilfe verpflichtet werden kann.

Die Unterhaltungsindustrie täte gut daran, ihre Ansprüche und vor allem ihr Geschäftsmodell zu überprüfen und an die Realität des Informationszeitalters anzupassen. Es ist nun einmal eine Tatsache, dass Daten in digitaler Form unabhängig von ihrem Inhalt beliebig verlustfrei und praktisch kostenlos kopiert werden können. Einen technischen Schutz, der die Nutzung dieser Daten gezielt steuern liesse gibt es nicht und kann es prinzipbedingt gar nicht geben, ohne die Privatsphäre der Nutzer vollständig abzuschaffen. Dies hat einen grossen Einfluss sowohl auf Immaterialgüter als auch auf den Datenschutz. Es wäre an der Zeit, dass diese Tatsachen endlich auch eine entsprechende Berücksichtigung in der Gesetzgebung finden würden. Diese hinkt der technologischen Entwicklung leider um Jahrzehnte hinterher.

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YouTube im neuen Design

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22. November 2011

YouTube geht mit seinem neuen Design in die Testphase. Wer schon jetzt einen Blick auf den neuen und zugegebenermassen stark verbesserten Auftritt werfen möchte kann dies wie folgt bewerkstelligen:

  1. Browser starten und die Website YouTube.com aufsuchen.
  2. Im Browser die Konsole mit folgender Tastenkombination öffnen:
    • Google Chrome: Ctrl + Shift + J
    • Mozilla Firefox: Ctrl + Shift + K
  3. In der Konsole folgenden Befehl eingeben:
    document.cookie='VISITOR_INFO1_LIVE=ST1Ti53r4fU';
  4. Die YouTube-Seite neu laden (z.B. mit [F5] oder Ctrl-R)

Und das sieht dann so aus:

YouTube im neuen Design
YouTube im neuen Design

in Kategorie: Markt und Unternehmen, Web/Internet
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Unser Geld- und Wirtschaftssystem hat einen Konstruktionsfehler – Teil 10

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2. November 2011

Die Tage unseres Geldsystems sind gezähltDies ist nun die letzte Folge in meiner Beitragsreihe zur Analyse unseres kranken Finanz- und Wirtschaftssystems und seinen grundlegenden Konstruktionsfehlern. Es ist nicht bloss ein einziger Fehler, sondern gerade der Cocktail von ein paar Designfehlern macht die Toxizität aus. Einzelne Details wurden auch mir erst beim Schreiben der Beiträge richtig bewusst. Unter anderem ist es diesen im Laufe der Zeit gewonnen Zusatzerkenntnissen zu verdanken, dass die Beitragsreihe viel länger ausgefallen ist, als ich anfangs geplant hatte. Ich hoffe, das hat trotzdem nicht zu viele von der Lektüre abgeschreckt. Schliesslich gab es zwischendurch ja auch einige illustrative Videos zur Auflockerung.

Für alle, die das Wesentliche nochmals in etwas kompakterer Form nachlesen möchten, habe ich in diesem letzten Beitrag eine Zusammenfassung mit Ergänzungen erstellt. Am Schluss dieses Beitrags findet sich dann noch ein Anforderungskatalog zu einem funktionsfähigen und gerechten Finanz- und Wirtschaftssystem.

Die Fehler im Grunddesign

Unser Geldsystem ist per Design ein exponentiell wachsendes Schneeballsystem, das keinen Gleichgewichtszustand kennt und daher auch nicht beliebig steuer- und beherrschbar ist. Geld entsteht über Kreditvergabe (d.h. Verschuldung), wobei die Zinsen für diesen Kredit aus der geschöpften Geldmenge (d.h. mit den Krediten) selber zu bezahlen sind. Wenn sich das Geld auf unserem Konto durch den Zinseszins ohne unser Zutun vermehrt, freuen wir uns darüber wie kleine Kinder. Wir blenden aber aus, dass gleichzeitig mit der Haben-Seite (Vermögen) in der Gesamtbilanz auch die Soll-Seite (Schulden) im gleichen Umfang wächst, damit die Bilanz aufgeht. Irgendjemand muss für das Vermögenswachstum arbeiten und irgendjemand muss sich für die Geldschöpfung verschulden (und Schuldzinsen bezahlen). Geld aber kann weder arbeiten, noch sich aus eigener Kraft vermehren. Geld soll in der arbeitsteiligen Wirtschaftsordnung dem Austausch von Leistungen dienen, kann aber nicht durch Leistung sondern nur über Verschuldung generiert werden.

Zusammenhang zwischen Geldmenge und Gesamtverschuldung
Zusammenhang zwischen Geldvermögen und Geldschulden

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