Year: 2008

Markenführung im Internet

Den Begriff „Markenführung“ verstehen in der Regel nur Eingeweihte. Gebraucht man allerdings den englischen Ausdruck „Branding“, glauben jedenfalls auch ein paar weniger Eingeweihte zumindest grundsätzlich begriffen zu haben, worum es dabei geht. Wirklich? Wenn man dann ein bisschen nachfragt, was denn ein „Brand“ und was „Branding“ seien, bekommt man bestenfalls „Werbung mit einer Marke für Produkte und Unternehmen“ oder auch Stichworte wie „Differenzierung“ und „Wettbewerbsvorteil“ zu hören – denn so steht es auch in Wikipedia. Wirklich hilfreich und klärend ist das aber nicht. Umso weniger überrascht es, wenn dann diese nur nebulös verstandenen Ansätze auf den Onlinebereich übertragen werden.

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Warnung vor Weihnachtsgrusskarten

Weihnachtsgrusskarten zu verschicken hat eine lange Tradition. Die Wahl der passenden Karte wird vielen zur Qual und dann müssen diese auch noch gekauft werden. Die Portokosten sind für viele ein zusätzliches Hindernis. Erlösung verspricht hier der Cyberspace. Das Internet senkt die Hürden und bietet mit Email und elektronischen Weihnachtsgrusskarten eine meist kostenlose Alternative.

Aber Achtung! Auch Verbreiter von Schadsoftware haben diesen Absatzkanal für sich entdeckt. Diese Cyber-Kriminellen bieten eine Vielzahl entsprechender Internetdienste an oder versenden gleich selber unaufgefordert elektronische Weihnachtsgrüsse an die Liste ihrer Spam-Empfänger. Die Freude über die vermeintliche Aufmerksamkeit ist nur von kurzer Dauer. Als kostenlose Zugabe liegt dem Email im Anhang ein unliebsames Überraschungsei bei. Beim Öffnen istalliert sich die Schadsoftware selbständig – oft auch unter Ausnützung von Schwachstellen im System. Betroffen sind die unterschiedlichsten Dateiformate: PDF, Bilder, Musik, Videos, Flash, Powerpoint, Word, Excel, etc. Alternativ gibt’s einen Link auf eine Webseite, wo die Grusskarte einschliesslich dem Virus abgeholt werden kann. Wer dann auch noch mit Administrator-Rechten arbeitet hat schnell Pech gehabt.

Im Zweifelsfall sollte man verdächtige Emails gar nicht öffnen, sondern direkt ungelesen löschen. Auch der Computer eines bekannten Absenders kann bereits befallen sein und selbständig Emails an alle Adressen in der Kontaktliste verschicken. Virenfreie Weihnachten zu geniessen ist nur den Vorsichtigen vergönnt.

Datenschutzniveau in Deutschland steigt

Etwas erstaunt aber dennoch erfreut habe ich zur Kenntnis genommen, dass das Deutsche Bundeskabinett heute den umstrittenen Gesetzesentwurf verabschiedet hat, wonach Kunden in die Weitergabe von Personendaten für Werbung von Drittfirmen einwilligen müssen. Es soll demnach grundsätzlich das Opt-in-Prinzip für die Weitergabe von persönlichen Daten an Dritte für Werbung, Markt- und Meinungsforschung gesetzlich verankert werden. Ausgenommen davon bleiben die Eigenwerbung, die Spendenwerbung insbesondere für gemeinnützige und kirchliche Organisation und auch die Werbung im reinen Geschäftsbereich (Business to Business – B2B). Auch die „Beipackwerbung“ – der Mitversand von Werbeunterlagen von Drittanbietern – soll erlaubt sein.

Besonders begrüssenswert erachte ich auch die neue Informationspflicht bei Datenschutzpannen. Zudem sollen marktbeherrschende Unternehmen den Abschluss eines Vertrages nicht mehr von der Bekanntgabe personenbezogener Daten und der Einwilligung der Betroffenen in die Nutzung zu Werbezwecken abhängig machen dürfen. Verstösse gegen das Datenschutzrecht sollen in Zukunft mit bis zu 300.000 Euro Bussgeld bestraft werden können. Dies verdeutlicht, dass Datenschutzrechtsverletzungen künftig nicht mehr als Kavaliersdelikte behandelt werden. Sogar der selbst so datensammelwütige Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble sprach von einem „kriminellen Unrecht“. Vielleicht will er ja bloss weitere Datenschutzskandale in der Privatwirtschaft vermeiden, um seine eigenen Überwachungspläne besser durchboxen zu können. Ob ihm das allerdings gelingt, wenn er die Bürger insgesamt für den Umgang mit ihren Daten sensibilisieren will?

Samichlaus als Vorbote von Weihnachten

WeihnachtsmannHeute ist „Samichlaus“ (auf Hochdeutsch „Nikolaustag“), doch viele wissen nicht einmal, wer dieser (heilige) Nikolaus war, dessen Namenstag wir jedes Jahr am 6. Dezember feiern. Wer nun einfach an den dicken Mann mit dem weissen Bart und der roten Zipfelmütze denkt, der mit dem mit Geschenken beladenen Rentierschlitten vorfährt und „Hohohohooo!“ ruft, liegt völlig falsch. Das ist nämlich der „Weihnachtsmann“, der weder mit dem Nikolaus noch mit Weihnachten im christlichen Sinn etwas am Hut hat.

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333 Beiträge

Soeben habe ich bemerkt, dass ich hier mit dem letzten meinen 333-sten Beitrag geschrieben habe und damit ein Schnaps-Jubiläum feiere. Am Blog-Sterben werde ich jedenfalls nicht teilnehmen, auch wenn die Publikationsfrequenz in letzter Zeit etwas nachgelassen hat. Ein paar umfangreichere Beiträge zu spannenden Themen sind aber in Arbeit …

Ich bedanke mich für Euer Interesse an meinen nicht immer leichtverdaulichen Texten. Solange dieses so hoch bleibt, werde ich auch weiter schreiben.

Kommentar-Spammer werden immer dreister

Spam in den Kommentaren ist fast so alt wie die Blogs selber. Neu ist allerdings die Dreistigkeit der Spammer. Mein WordPress-Plugin „Akismet“ hat die zwei folgenden Kommentar-Spams abgefangen:

to: Admin – If You want to delete your site from my spam list, please visit this site for instructions: remove-url.co.cc

to: Admin – If You want to delete your site from my spam list, please visit this site for instructions: stopspamtoday.007sites.com

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Online-Identitäten sind gefährlich

Avatare repräsentieren Online-Identitäten ihrer Eigentümer aus der realen Welt als künstliche Persönlichkeiten mit einem grafischen Stellvertreter. In virtuellen Spielwelten bilden sie die Spielfiguren, welche das Eigenbild oder oft auch nur das eigene Wunschbild repräsentieren. Doch auch in sozialen Netzwerken erfreuen sie sich wachsender Beliebtheit – und hier sind die Identitäten mehrheitlich echt. Schliesslich gehört es schon fast zum guten Ton, der eigenen Person auch im Web ein Gesicht zu geben. Das macht Avatare auch für die Werbeindustrie besonders interessant, denn hier unterstützt der Avatar die Sammlung und Zusammenführung von Nutzungsdaten für das „Behavioral Targeting“, d.h. die verhaltensbasierte Einblendung von Werbung auf Webseiten.

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Charta des digitalen Datenschutzes und der Informationsfreiheit

Der Deutsche Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit Peter Schaar will eine Charta des digitalen Datenschutzes und der Informationsfreiheit erstellen. Schaar schreibt in einer Mitteilung:„Da in unserer durch Interaktivität geprägten Welt jeder Einzelne nicht mehr bloß Nutzer, sondern ein Netzbürger mit unveräußerlichen Rechten ist, ist es für mich besonders wichtig, auf die Verantwortlichkeit aller Beteiligten, also sowohl staatlicher Stellen und Unternehmen, aber auch jedes Einzelnen für die Inhalte hinzuweisen, die er über sich und insbesondere andere veröffentlicht“.

Er macht gleich selber den Anfang mit seinem ersten Entwurf der Charta bestehend aus zehn Grundsätzen für die Informationsgesellschaft und will damit die öffentliche Diskussion anregen. Jeder Netzbürger ist eingeladen mitzuarbeiten und -diskutieren. Leider wird die Debatte nur per Email und nicht Online geführt. Trotzdem ist dies sicher eine gute Sache, um die Öffentlichkeit für das Thema zu sensibilisieren – und das ist dringend notwendig.

Let’s make MONEY

„Vom Wahnsinn, der Methode hat“ heisst der Untertitel zum Film „Let’s make MONEY“ von Erwin Wagenhofer, der heute seine Premiere in den Kinos Österreichs feiert. Darin zeigt Wagenhofer die Mechanismen des internationalen Finanzsystems und zeigt dabei wie Gier, Geld, und das von uns geduldete System zu einer ungerechten Welt führen.

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„Let’s make MONEY“ zeigt, welchen Weg das Geld auf seiner „Vermehrungsreise“ nimmt, wie es umverteilt wird, wie die Spielregeln das weltweiten Geldsystems funktionieren und welche Rolle die Regierungen und ihre Verstrickungen mit der Wirtschaftselite sowie die Staatsverschuldung dabei spielen. Er entlarvt die Finanzkrise als eigentliche globale Gesellschaftskrise und soziale Katastrophe, in der vor allem auch die Kinder und Frauen ausgebeutet werden, wenn wir „unser Geld arbeiten lassen“. Der Film zeigt die Kollateralschäden der Globalisierung und der menschlichen Gier.

Erwin Wagenhofer folgt dem Weg des Geldes und nimmt dabei klar Stellung zu einem der brisantesten Themen unserer Zeit. Zu Wort kommen unter anderen spekulierende Investmentbanker und Fondsmanager sowie skrupellose Investoren, die auf weder Mensch noch Umwelt Rücksicht nehmen, neben bettelarmen Bauern und Textilarbeitern der dritten Welt.

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Dynamische IP-Adressen sind keine personenbezogene Daten

IP-Adresse

Das Amtsgerichts München hat entschieden: dynamische IP-Adressen sind keine personenbezogene Daten. Damit stellen sich die Münchner gegen das Urteil des Amtsgerichts Berlin Mitte. Das Urteil hat eine sehr hohe Relevanz für die gesamte Internetbranche, denn jeder Webserver speichert normalerweise die technischen Daten der aufrufenden Clients und damit auch die IP-Adressen in den Server-Logs.

Leider differenziert das Gericht zu wenig hinsichtlich der Umstände, unter denen diese Daten erhoben werden. Eine dynamische IP-Adresse sei nur theoretisch einem einzelnen Benutzer zuzuordnen. Praktisch verfüge jedoch nur der Internet-Provider über diese Informationen und im Rahmen der Vorratsdatenspeicherung hat das Bundesverfassungsgericht klar hohe Hürden für die Verwendung dieser Daten aufgestellt. Solange ein Benutzer sich nicht auf einer Website anmeldet (d.h. sich identifiziert) und die Daten der einzelnen Website-Betreiber nicht zusammengeführt und verknüpft werden, ist dies auch korrekt so. Problematisch wird es allerdings, wenn eine Website zum Beispiel Google-Analytics verwendet. Da ca. 80 Prozent der relevanten Websites Google Informationen über ihre Besucher sammeln lassen, ist das Problem noch lange nicht abschliessend geklärt. Das Urteil aus München dürfte nur vorübergehend für Freude bei den Suchmaschinenbetreibern und Werbemessern sorgen.

Skype ist nicht vertrauenswürdig

Tom-Skype, ein gemeinsames Tochterunternehmen der Hongkonger Tom Group und der US-amerikansichen Skype-Mutter eBay, überwacht mit der chinesische Variante von Skype die Kommunikation von Skypern in China. Nachrichten werden auf vermeintlich heikle politische Inhalten hin untersucht und im Falle eines Treffers blockiert und auf unsicheren Servern gespeichert, heisst es in einem Bericht von Computerfachleuten und Menschenrechtsaktivisten der Forschergruppe Citizen Lab von der Universität Toronto.

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Biometrische Schweizer Pässe und Identitätskarten kommen vors Volk

Das Referendum gegen Überwachungsstaat und Identitätsdiebstahl steht! Dem überparteilichen Referendumskomitee gegen Biometrische Schweizer Pässe und Identitätskarten ist es anscheinend gelungen, die nötigen Unterschriften für das Zustandekommen des Referendums zu sammeln. Herzlichen Glückwunsch! Zwischen 52’000 und 60’000 Unterschriften sollen es sein. Genau sagen konnten es die Initianten heute noch nicht, da relativ viele Unterschriften erst in letzter Minute eintrafen und noch nicht verifiziert und gezählt werden konnten.

Der Erfolg ist aus gleich mehreren Gründen besonders bemerkenswert:
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